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Eurostat: Schuldenstand Österreichs sank 2012

EU27+
EU27+ (Grafik: Wikipedia)

Österreich hat in der zweiten Jahreshälfte 2012 (3. Quartal 2012 zu 2. Quartal 2012) seine Verschuldungsquote um 1,9 Pp. (in % des BIP) verringert und verzeichnet damit EU-weit den dritthöchsten Rückgang.

Im Vergleich zum Vorjahr (3. Quartal  2011) verzeichnete Österreich einen Anstieg um 2,1 Pp., gehört aber zu den Ländern mit den geringsten Zuwächsen. Den größten Posten des öffentlichen Schuldenstands in Österreich machen nach wie vor Wertpapiere (59,6% des BIP) sowie Kredite (14,1% des BIP) aus.

Am Ende des 3. Quartals 2012 belief sich der öffentliche Schuldenstand im Euroraum laut Eurostat auf 90,0% des BIP, verglichen mit 89,9% am Ende des 2. Quartals 2012.

In der EU27 betrug der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum BIP 85,1%, verglichen mit 85,0%. Gegenüber dem Vorjahr (3. Quartal 2011) erhöhte sich der öffentliche Schuldenstand als Prozent des BIP sowohl im Euroraum (von 86,8% auf 90,0%) als auch in der EU27 (von 81,5% auf 85,1%). Den höchsten Anstieg in der EU27 im Vergleich zum Vorjahr (3. Quartal 2011) verzeichnen Zypern (+17,5 Pp.), Irland (+13,4 Pp.) und Spanien (+10,7 Pp.).

Den höchsten Schuldenstand in der EU halten Griechenland (152,6% des BIP), Italien (127,3 % des BIP) sowie Portugal (120,3 % des BIP). Lediglich Griechenland (-10,6 Pp.), Ungarn (-4,8 Pp.), Lettland (-3,6 Pp.), Dänemark (-1,5 Pp.) und Polen (-0,4 Pp.) verzeichneten einen Rückkgang der öffentlichen Schuldenquote im Vergleich zum Vorjahr.

Business in Burma: Welcome Dollar and Euro!

Für Investoren brechen in Myanmar goldene Zeiten an. Sie brauchen acht Jahre lang keine Steuern zu zahlen

Myanmar, vormals Burma, will neue Wege in die Zukunft beschreiten: Mehr Demokratie, mehr Freiheit und mehr Wirtschaft
Myanmar, vormals Burma, will neue Wege in die Zukunft beschreiten: Mehr Demokratie, mehr Freiheit und mehr Wirtschaft (Photo: Tai Pan)

Myanmar versucht sich immer stärker als attraktiver Investitionsstandort zu positionieren. Das Land öffnet sich verstärkt ausländischen Investoren. Als Anreiz dafür soll eine achtjährige Steuerbefreiung bei Unternehmensgründungen dienen.

Der burmesische Industrieminister rechnet mit einem sechs Prozent Wirtschaftswachstum für 2012. Das Land verfügt viel Potenzial bei Wasserkraft, Gas und der Landwirtschaft wie zum Beispiel Fischerei. Außerdem könnte Burma einer der größten Reisexporteure werden.

Der Minister hofft weiters auf einen starken Tourismus. 2013 finden die Asian Games in Burma statt, 2014 soll das Land voraussichtlich den ASEAN-Vorsitz erhalten (Association of Southeast Asian Nations).

Die neue Gesetzeslage in Myanmar ermöglicht es ausländischen Investoren Miet- oder Pachtverträge über Grundstücke abzuschließen, die sich im Privatbesitz befinden. Davor stand für solche Zwecke nur staatseigener Grund und Boden zur Verfügung.

Für eine Maximaldauer von 30 Jahren kann man jetzt ein Miet- oder Pachtrecht zu erwerben, mit Option auf Verlängerung. Zuvor war es äußerst schwierig private Grundstücke zu mieten oder zu pachten und auch nur für einen beschränkten Zeitraum von einem Jahr.

Die neue Regelung schafft nun mehr Möglichkeiten für ausländische Investoren im Bauwesen, Hotellerie und Tourismus, sowie Produktion und Landwirtschaft.

Das Land öffnet sich dem Westen (Photo: Tai Pan)
Das Land öffnet sich dem Westen (Photo: Tai Pan)

Ab 2013 werden Kreditkarten von drei internationalen Instituten in Myanmar akzeptiert: VISA, CUP (China Union Pay) und JCB (Japan Credit Bureau. Damit wird der Zahlungsverkehr vor allem für Geschäftsreisende und Touristen erleichtert. Erstmals wird es auch in Myanmar möglich sein, Geld von Bankomaten abzuheben. Bis dato müssen ausreichend US-Dollar-Geldbeträge bar ins Land gebracht und in die lokale Währung Kyat gewechselt werden.

Seit Juli 2012 ist es auch möglich Fremdwährungskonten (USD, EUR und Singapor Dollar) zu eröffnen. Die ausgewählten elf Privatbanken sind: Kanbawza Bank, Cooperative Bank, Myanmar Industrial Development Bank, Myawaddy Bank, Inwa Bank, Myanmar Oriental Bank, Asian Green Development Bank, Ayeyawaddy Bank, Myanmar Pioneer Bank, United Amara Bank and Tun Foundation Bank.

Insgesamt gibt es in Myanmar 19 Privatbanken sowie drei staatliche Banken. Die letzteren sind Myanmar Economic Bank (MEB), Myanma Foreign Trade Bank (MFTB) und Myanma Investment Commercial Bank (MICB).

Background Myanmar: Burma (auch Birma und seit 1989 offiziell Union of Myanmar) – das ist Faszination pur für alle, die eine Kombination aus wunderschönen alten Kulturstätten, den berühmten goldenen Pagoden, buddhistischer Spiritualität, beindruckenden Naturschauspielen, herrlichen Sandstränden sowie freundlicher, typisch asiatischer Gastfreundschaft suchen.

Im südostasiatischen Vielvölkerstaat mit seinen rund 54 Mio. Einwohnern und mehr als 130 verschiedenen Ethnien finden sich eine Unzahl an Sehenswürdigkeiten, die bei Ihnen unvergessliche Eindrücke hinterlassen werden: In der alten Hauptstadt Bagan – einer der größten archäologischen Stätten Asiens – stehen tausende alte Tempeln und Sakralmonumente, in Yangon die Shwedagon-Stupa, die von der Turmspitze bis zum Sockel mit Gold bedeckt und damit wahrscheinlich die wertvollste Stupa der Welt ist.

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Yangon: Shwedagon-Stupa (Photo: FriskoDude)

Mandalay wiederum gehört mit der Vielzahl an Pagoden zu den mystischen Sehnsuchtszielen, der 1.500 m hohe, heilige Berg Mount Popa ist als eines der wichtigsten Wallfahrtsziele des Landes ebenfalls einen Ausflug wert.

Und Naturfreunde werden von den unberührten tropischen Regenwäldern, dem romantischen Inle See mit seinen Pfahlbauten und schwimmenden Gärten sowie dem Mergui Archipel – einer einmalige Mischung aus schroffen Felsen, Korallenriffen und einer außergewöhnlichen Unterwasserwelt – hingerissen sein. Von all den Eindrücken erholen können Sie sich dann übrigens an den traumhaften Sandstränden von Ngapali oder Ngwe Saung.Mehr Informationen und Reiseangebote nach Burma gibt es beim führenden Asien-Veranstalter Tai Pan in Wien.

Rumänien: Wo bleibt der Aufschwung?

Das rumänische Parlament in Bukarest
Das rumänische Parlament in Bukarest: Ein Relikt aus der Ära des kommunistischen Diktators Nicoale Ceausescu (Foto: Rumänischens FVA)

Österreichs Führungskräfte rechnen in Rumänien erst langfristig wieder mit einer Steigerung des Marktwachstums. Voraussetzung dafür ist aber die Stabilisierung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, unter anderem bei Korruptionsbekämpfung, Rechtssicherheit und Mitarbeiterqualifikation. In der Zwischenzeit setzen die Investoren Initiativen zum Management der hohen Unsicherheit. Das geht aus dem kürzlich fertiggestellten Rumänien-Barometer der Managementberater Horváth & Partners hervor.

Die Studienteilnehmer schätzen das Wirtschaftswachstum Rumäniens in den nächsten zwei Jahren mit bis zu drei Prozent als eher gedämpft ein. Einen spürbaren Aufschwung erwarten sich die Unternehmen frühestens 2015. Margendruck und Wettbewerbsintensität werden weiter zunehmen.

Studienautor Gerhard Gottlieb, Horváth & Partners (Foto: Anna Rauchenberger/www.fotodienst.at)
Horváth & Partners- Studienautor Gerhard Gottlieb, (Foto: Anna Rauchenberger)

„83 Prozent der Studienteilnehmer sind trotz allgemein rückläufiger Euphorie von ihrem Investment in Rumänien überzeugt und würden erneut investieren, 16 Prozent sogar in größerem Umfang“, sagt Studienautor Gerhard Gottlieb von Horváth & Partners. Das größte Wachstumspotenzial erwarten die Befragten in den nächsten fünf Jahren im Sektor Energie und Versorgung.

Verlierer der Krise: Immobilien- und Baubranche

Die Wirtschaftskrise hat deutliche Spuren in Rumänien hinterlassen. So nehmen 71 Prozent der Studienteilnehmer zumindest eine teilweise Zunahme der Korruption wahr. Vier von fünf stellen teilweise rückläufigen Konsum fest, 77 Prozent sogar eine Zunahme sozialer Spannungen.

Für sechzig Prozent der Teilnehmer ist die Immobilien- und Baubranche der große Verlierer der Krise. Dennoch konnten einige von der Rezession sogar profitieren – z.B. durch den Rückgang der hohen Immobilienpreise und die Reduktion überzogener Gehaltsvorstellungen. 66 % stellten zudem eine Verbesserung der Firmenloyalität fest.

Vorteil: niedriges Lohnniveau nach wie vor

Hinsichtlich der Geschäftskultur sehen die Studienteilnehmer eine Verbesserung der Mitarbeitermotivation sowie eine verstärkte Entwicklung hin zum partizipativen Führungsstil. Weiterhin kritisch bewerten die Befragten Verantwortungsbewusstsein, Eigenengagement sowie Genauigkeit und Pünktlichkeit.

Als Hürden der Entwicklung sehen die Unternehmen Mängel in der vorhandenen Infrastruktur sowie Bürokratie. Handlungsbedarf besteht nach wie vor bei der Qualifikation der Mitarbeiter, auch wenn sie unter Berücksichtigung des niedrigen Lohnniveaus nicht zu schwer ins Gewicht fällt.

Horváth & Partners-Rumänienexperte Peter Sattler
Horváth & Partners-Rumänienexperte Peter Sattler (Foto: Anna Rauchenberger)

„Aufgrund der geringen Lohnkosten ist Rumänien immer noch ein interessanter Standort zur Verlagerung einfacher Produktionsprozesse oder zur Errichtung von Shared-Service-Centers“, meint Horváth & Partners-Rumänienexperte Peter Sattler.

Unsicheres Umfeld erfordert Umstellung bei Vertriebs- und Risikomanagement

Handlungsbedarf sehen die Unternehmen im Umgang mit den unsicheren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Beschaffung und Produktion rücken in den Hintergrund, Marketing und Vertrieb – Ausbau der Vertriebskanäle und Stärkung der Kundenbindung – in den Fokus.

„Konsumenten müssen bei jeder Nachfrageschwankung von einem Produkt bzw. von einer Dienstleistung von neuem überzeugt werden“, erläutert Sattler. In Bezug auf Finanzen und Controlling sind die Unternehmen aktuell vor allem mit Risiko- und Liquiditätsmanagement befasst, während klassische Controlling-Themen wie Planung, Budgetierung und Reporting bereits Standard sein sollten.

Öffentliche Fördermittel ausschöpfen

Obwohl die Baubranche zu den großen Verlierern der Krise zählt, birgt der Infrastrukturbereich, Energie und Bau, laut Einschätzung der Befragten das größte Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre. Entscheidend hierfür werden die geplanten EU-Vereinfachungen für Subventionsverfahren vor allem bei mittelgroßen Unternehmen ab 2014 sein.

71 Prozent der Studienteilnehmer nehmen durch die Wirtschaftskrise zumindest eine teilweise Zunahme der Korruption wahr. Vier von fünf stellen teilweise rückläufigen Konsum fest, 77 Prozent sogar eine Zunahme sozialer Spannungen. Copyright: Horváth & Partners

Von 2007 bis 2010 konnte Rumänien nur etwa zehn Prozent der bis 2013 bereitgestellten Mittel von 30 Mrd. Euro abrufen. Oftmals haben bisher die richtigen Projektideen gefehlt. Zum Teil war und ist auch die lokale Administration mit den komplizierten Bewilligungsverfahren überfordert. Hier sollten in Zukunft die Unternehmen, die häufig über sehr gutes Know-how in diesen Bereichen verfügen, verstärkt aktiv mit den Behörden zusammenarbeiten.

Österreich ist zweitgrößter Investor

Der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Bukarest Mag. Rudolf Lukavsky über die Lage in Rumänien: „Der harte, wenn auch unpopuläre Sparkurs seit 2010 hat sich für Rumänien bezahlt gemacht. Mit 34,6% Staatsverschuldung und einem Budgetdefizit von -2,8% gehört Rumänien heute zu den stabilsten EU-Ländern. 2011 wuchs die rumänische Wirtschaft um +2,5%, für 2012 erwarten wir +1%, ab 2013 wieder über +3%. Die Euroeinführung 2015 ist noch nicht sicher. Die Inflation sank im April und Mai 2012 mit +1,8% auf ein Allzeittief seit über 20 Jahren.“

„Der Industrie und der Bausektor zeigen ein gutes Wachstum. Österreich ist zweitgrößter Investor in Rumänien mit rund 10 Mrd. EUR., insbesondere bei Banken, Versicherungen, Öl- und Gas, Bau & Immobilien, Energie, Handel und Industrie (Baustoffe, Holz, Papier). Von den politischen Turbulenzen rund um den Streit um die Absetzung des rumänischen Präsidenten zeigt sich die Wirtschaft bisher weitgehend unbeeindruckt. Allerdings  – nur in einem stabilen politischen Umfeld können nötige Reformen im Gesundheitswesen, der Verwaltung und Justizwesen umgesetzt werden“, meint der Wirtschaftsdelegierte Lukavsky.

Über die Studie

Am „Rumänien-Barometer 2012“ haben 67 Führungskräfte aus österreichischen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen teilgenommen, die in Rumänien tätig sind, darunter Rechts-, Wirtschafts- und Unternehmensberater ebenso wie Führungskräfte in Immobilien, Bau, Handel und Industrie. Im Fokus der Studie standen der Umgang mit der hohen Unsicherheit am rumänischen Markt sowie dessen künftige Entwicklung.

Geschäftsreisen sind die besten Türöffner

Interview mit WKO-Präsident Dr. Chstoph Leitl über die zunehmende ­Bedeutung der Emerging Markets für Österrechs Unternehmen und warum Geschäftsreisen in Zeiten wie diesen erforderlich und nützlich sind

WKO-Präsident Dr. Christoph Leitl: Hinfahren, wo die Musik spielt
WKO-Präsident Dr. Christoph Leitl: Hinfahren, wo die Musik spielt (Foto: wko.at)

Warum sind Geschäftsreisen im Ausland von eminenter Bedeutung?
Christoph Leitl: Durchs Reden kommen die Leute zusammen; das gilt heute mehr denn je. Wer nicht bereit ist, eine mitunter anstrengende Geschäftsreise auf sich zu nehmen, darf sich nicht wundern, wenn er im Exportgeschäft scheitert. Gerade in herausfordernden wirtschaftlichen Zeiten führen nur Beharrlichkeit und die persönliche Bearbeitung der Märkte zum nachhaltigen Exporterfolg. Dazu gehört die Kotaktpflege vor Ort, die durch Handy, Internet oder Telefonkonferenzen nicht zu ersetzen ist. In vielen Auslandsmärkten werden die persönliche Anwesenheit und Gespräche auf Augenhöhe vom Geschäftspartner erwartet und daher sind Geschäftsreisen die besten Türöffner.

Welche Chancen eröffnen sich für den Export österreichischer Produkte?
Christoph Leitl: Österreichs Exporteure sorgen mit ihrem Engagement für Aufschwung, Wachstum und Jobs im Inland. Daher ist jeder Schritt wichtig, der diesen Wohlstandstreiber ankurbelt. Für unsere Firmen ist es aufgrund des kleinen Binnenmarkts seit jeher wichtig, neue Märkte zu erschließen. Wer an Expansion denkt, für den gibt es nur eine Zukunft und die heißt Internationalisierung. Denn allen Krisenmeldungen zum Trotz gibt es für innovative Unternehmen viele Hoffnungsmärkte und –branchen mit Potenzial.

Österreichs Top Exportländer 2011
In Österreich gibt es rund 40.000 Exporteure. EinGroßteil der Wertschöpfung der Unternehmen wird im Auslandsgeschäft geschaffen. Die Exportquote beträgt 58 Prozent. Hier Österreichs Top-10-Exportdestinationen in 2011 (Graphik: Mag. Christine Altendorfer/WKOÖ)

Wo kann Österreichs Exportwirtschaft punkten?
Christoph Leitl: Es gibt für die Zukunft nur eine Option: Die bewährten Märkte mit neuen Ideen verteidigen, aber gleichzeitig neue Märkte rasch erobern. Die Strategie, unsere Fördermaßnahmen für Österreichs Unternehmen – auch im Rahmen der Exportoffensive ‚go international‘ – in Übersee oder in Mittel- und Osteuropa zu verstärken, hat sich als richtig erwiesen. Daher legen wir künftig ein noch stärkeres Augenmerk auf Wachstumsregionen in Asien, im Nahen und Mittleren Osten, Südamerika oder in GUS-Ländern. Dem Wettbewerb müssen sich die Firmen selbst stellen. Wir begleiten und sichern die Marktpräsenz unserer österreichischen Unternehmen im Ausland.

English: Map of Emerging Markets
Wo die Emerging Markets sich befinden (Photo: Wikipedia)

Wie können „Emerging Markets“ für KMU ein Gewinn werden?
Christoph Leitl: Wir sehen bereits seit einigen Jahren ein zunehmendes Interesse der österreichischen Unternehmen an den Emerging Markets – aber es geht noch mehr. Der Überseeanteil der österreichischen Exporte beträgt 17 Prozent. Ende 2012 soll er bei 20 Prozent liegen. Also begleiten wir die österreichischen Firmen in diese Märkte, denn die Präsenz vor Ort ist das Um und Auf für den Exporterfolg. Ich bin zuversichtlich, dass wir diesen Sprung über den europäischen Tellerrand hinaus schaffen. Denken Sie nur an die Ostöffnung, an die EU-Erweiterung! Was Österreichs Unternehmen hier als Pioniere gezeigt ha­ben, verlagert sich jetzt weiter. Wir müssen dorthin, wo die Musik spielt.Georg Karp

Geheimplan für eine neue EU!

European Union
Die Flagge der Europäischen Union: Zu Beginn waren es 12 Mitgliedsstaaten – symbolisiert durch zwölf Sterne. Jetzt sind es bereits 27 EU-Länder  (Foto: EU)

Nach Portugal, Irland und Griechenland steht nun Spanien vor dem Abgrund eines Staatsbankrotts. Mit hundert Milliarden Euro will die EU Spaniens Banken, die sich im Immobilienbusiness verspekuliert haben, retten. Und schon steht die nächsten Pleitekandidaten vor den Toren Brüssels: Italien und Zypern.

Wieviele Millionen Euro dürfen es denn diesmal sein, um die Schuldenmacher und Bankenzocker vor der Insolvenz und dem Staatsbankrott zu retten? Ist die EU jetzt eine Rettungsbank, die locker vom Hocker Geld verteilt, damit die Spaltung der Eurozone in zwei Regionen – in die noch stabile im Norden und in die schwerkranke im Süden Europas – verhindert wird?

Wie lange können es sich die relativ ordentlich wirtschaftenden EU-Mitgliedsländer leisten, mit Steuergeldern Steuerflüchtlingen und Steuerverweigerern in Griechenland, Spanien und Italien unter dei Arme zu greifen? Und was ist mit dem Offshore-Paradies Zypern, wo Milliarden Euro in Briefkastenfirmen und Scheinunternehmen gebunkert sind?

Die spanische Grippe hat bereits viel zu viele EU-Mitgliedsländer angesteckt. Denn wer sagt, dass nicht morgen bereits andere Pleitekandidaten für den Niedergang des Euro sorgen werden? Noch redet niemand von der Finanzkrise Frankreichs, noch wird der Mantel des Schweigens über die tatsächliche finanzielle Lage in Österreich gelegt.

Und aus der einst bejubelten Idee eines „Marshallplans“ für krisengeschüttelte Staaten ist inzwischen ein „Marshallplan“ für die Rettung der Banken geworden. Der Euro-Stabilitätspakt von Maastrich ist längst reine Makulatur – auch Österreich hält sich nicht mehr daran. Der nächste Streich aus Brüssel kündigt sich an: EU-Kommissionspräsident Barroso hält die Bankenunion bereits im kommenden Jahr für realistisch.

Spitzen der europäischen Institutionen arbeiten hinter den Kulissen von Brüssel heimlich an einem Masterplan für ein neues und angeblich stabileres Europain den nächsten fünf bis zehn Jahren.

English: The President of the European Council...
Sie wollen einen neuen Masterplan für ein besseres Europa: Herman Van Rompuy, Präsident des Europäischen Rates, und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso (Foto: Wikipedia)

Herman Van Rompuy, Präsident des Europäischen Rates, EU-Kommissionschef José Manuel Barroso,  Vorsitzender der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi werken an Strukturreformen, einer Banken-Union, eine Fiskalunion und eine politische Union.

„Schon jetzt zeichnet sich aber ab, dass man dafür einen hohen Preis zahlen könnte: eine weitere Spaltung zwischen den 17 Euro-Ländern und den restlichen zehn, mit Kroatien ab dem kommenden Jahr elf EU-Staaten. Schon als Merkel den Fiskalpakt durchdrückte, nahm sie in Kauf, dass sich mit Großbritannien und Tschechien zwei EU-Partner verweigerten“, kommentiert die Internetplattform „Weltonline“ die hektische Aktivitäten in der EU. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble bringt es auf den Punkt: „ Bevor wir uns über ein gemeinsames Schuldenmanagement unterhalten, brauchen wir eine richtige Fiskalunion.“

Und Österreichs Finanzministerin Maria Fekter ist felsenfest überzeiugt, dass sich „auch die österreichischen Steuerzahler an der Rettung spanischer Banken beteiligen müssen“, verkündete sie jetzt in der ZIB2. Fekter: „Alle Länder der Euro-Zone müssen gemeinsam gegen die Krise kämpfen.“

Als Retttungsanker denkt sie dabei an eine europäische Fiskalunion, die eine Änderung der Lissaboner Verträge erfordert. Ob es erforderlich ist, die großzügigen Steuerzahler in Österreich diesbezüglich in einer Volksabstimmung zu befragen, lässt sie offen: „Darüber müssen wir zuerst reden und diskutieren.“ Wer, bitte, ist wir?
GeKa

Reichensteuer für die Armen?

Reichensteuer ab 250.000 Euro Jahreseinkommen brutto? Zum besseren Verständnis und zum Vergleich: Die 3,85 Mio. unselbständig Erwerbstätigen haben ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 24.449 Euro. Rund 1,97 Mio. Pensionistinnen und Pensionisten mit Wohnsitz in Österreich beziehen ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 16.905 Euro.

Da stellt sich doch die Frage an unsere roten, schwarzen, grünen, blauen und orangen Politiker, die natürlich weit mehr im Geldbörserl haben als ihre Wähler: Wäre nicht eine höhere Einkommensteuer für Jahresgehälter ab 150.000 Euro brutto besser und eine stufenweise erhöhte Reichensteuer bis und über 250.000 Euro? Habe ich da was von mehr sozialer Gerechtigkeit aus der Löwelstraße gehört?

Die ÖVP will nun eine Solidaravgabe für Einkommen ab 500.000 Euro im Jahr. Ich frage mich, warum nicht schon ab 100.000? Weil die Politikergehälter und Politiker-Pensionen mehr ausmachen? Sicher ist das nur eine falsche Annahme, eine sozial ungerechte Unterstellung.
Georg Karp 

Italien: Nervosität vor Berlusconi-Rede

Nervöse Finanzmärkte, Verluste an der Mailänder Börse und Banken unter Druck prägen Italien vor einer morgen in Rom angesetzten Rede von Regierungschef Silvio Berlusconi zur Schuldenkrise.

Der Ministerpräsident will sich auf Druck der linken Opposition nach längerem Zögern am Nachmittag vor beiden Kammern des Parlaments zu den Wachstums- und Schuldenproblemen seines G8-Landes äußern.

Über das richtige Vorgehen in der Krise hatte Italiens Notenbankchef Mario Draghi heute erneut auch mit Staatspräsident Giorgio Napolitano beraten. In Rom hatte Wirtschafts-und Finanzminister Giulio Tremonti zudem den Ausschuss für Finanzstabilität zur Krisensitzung geladen. (Quelle: ORF.at)