Schlagwort-Archive: Umweltschutz

Business Travel. Keine Nachhaltigkeits-Strategie

Nur acht Prozent der deutschen Unternehmen berücksichtigen bei ihren Geschäftsreisen konsequent das Thema Nachhaltigkeit

Geschäftsreisen und Nachhaltigkeit
Geschäftsreisen und Nachhaltigkeit ist für deutsche Unternehmen kein Thema (Foto: iStock)

Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle in Unternehmen – nur bei Geschäftsreisen zumeist nicht: In nur acht Prozent der Firmen ist die Umweltverträglichkeit der Reisen fester Bestandteil der Geschäftsreisestrategie. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage „Chefsache Business Travel“ von Travel Management Companies im Deutschen ReiseVerband (DRV). Bei Geschäftsreisen legen die befragten Vorstände und Geschäftsführer vor allem Wert auf eine schnelle Verbindung (38 Prozent) und eine hohe Produktivität ihrer Mitarbeiter (32 Prozent). Das Thema Nachhaltigkeit spielt laut Studie mit nur acht Prozent eine lediglich untergeordnete Rolle. Business Travel. Keine Nachhaltigkeits-Strategie weiterlesen

Fliegen mit Verantwortung ist mehr als nur ein Slogan

Es tut sich was zwischen Himmel und Erde. Die finanziellen Turbulenzen in der Luftfahrtbranche halten an. Die Insolvenzgefahr für SAS und Iberia ist zwar etwas in die Ferne gerückt, doch Personalabbau und rigoroses Sparen bleiben auf der Tagesordnung des Managements. Beispielhaft verhalten sich die Mitarbeiter der skandinavischen Airline: Sie haben von sich aus Gehaltskürzungen angeboten, um das Überleben ihres Unternehmens zu sichern.

Deutsch: Nachhaltigkeit
Wirtschaft und Ökologie sowie Soziales sind der Kreis, in dem auch die Fluggesellschaften sich bewegen (Foto: Wikipedia)

Das kürzlich in Wien abgehaltene Luftfahrtsymposium des Österreichischen Luftfahrtverbandes hat gezeigt, in welchem Spannungsfeld sich die Luftfahrt bewegt. Auf der einen Seite fliegen die Airlines in tiefrote Zahlen, auf der anderen Seite investieren sie in Nachhaltigkeit und Technologie.

Um die Treibstoffkosten – der Sprit frisst ein Drittel aller Einnahmen – in den Griff zu bekommen, werden Fluggeräte einer neuen Generation angekauft, deren Treibstoffverbrauch unter dem eines modernen Kleinwagens liegt.

Die Luftfahrt hat insgesamt einen Anteil von 12 Prozent an den CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel auf der Erde, der Straßenverkehr hingegen 74 Prozent. Die „Green Aviation Mobility“, das Fliegen mit Verantwortung, ist mehr als nur das Motto eines Symposiums.Und was macht die Politik?

Tony Tyler, Generaldirektor des Weltluftfahrtverbandes IATA, beziffert die Verluste für Europas Fluglinien 2012 mit einer Milliarde Euro. Und er kritisiert harsch die Politik: „Das Umfeld für die Luftfahrt ist in Europa extrem unfreundlich.“
GEORG KARP

Bahn als Alternative zum Flugzeug

Auf Distanzen bis 500 Kilometer schlägt die Bahn das Flugzeug. Mit dem ICE vom Stadtzentrum zum Stadtzentrum langwieriges Einchecken und Umsteigen (Foto: Istockphoto)

Bahnreisende in die europäischen Nachbarländer profitieren von ökonomischen und ökologischen Vorteilen. Stellt sich also die Frage: Zug, Flugzeug oder Auto? 

Eins steht fest: Bei Reisen ins benachbarte Ausland ist die Reisezeit mit Zug, Flugzeug und Auto bei Strecken von bis zu 500 Kilometern beinahe gleich lang. Ein Beispiel ist die Verbindung WienMünchen. Die kürzeste Verbindung der Bahn benötigt 3:54 Stunden (ab Dezember 2012).

Die Gesamtreisezeit beim Flugzeug beinhaltet nicht nur die reine Flugzeit, sondern auch die An- bzw. Abreise, sowie die Zeit für den Check-in (Standardannahme 60 Minuten) und den Check-out (Standardannahme 30 Minuten), so kann man auch hier 4:27 Stunden einkalkulieren.

Die Pkw- Gesamtzeit wird auf Basis einer mittleren Fahrgeschwindigkeit inklusive Pausen (alle 3 Stunden 20 Minuten Pause) berechnet, so dass man auf eine Gesamtzeit von 4:30 Stunden kommt.

Was die Umweltbelastung und nutzbare Zeit angeht, ist die Bahn dem Pkw, aber auch dem Flugzeug überlegen. Reisende mit der Bahn steigen in der Innenstadt in den Zug ein und kommen nur wenige Stunden später, mitten im Herzen der ausländischen City an.

ICE 3 Baureihe 403 im Bereich München Hbf (Foto: DB)

Die Zugfahrt lässt sich von der ersten bis zur letzten Minute sinnvoll nutzen. Zumal komfortable Arbeitsbedingungen wie Einzelplätze, ausklappbare Tische und Laptop-Steckdosen in allen ICE-Zügen zum Standard gehören.

Dass Reisende mit der Bahn gegenüber dem Auto und dem Flugzeug weit weniger CO2 produzieren, ist hinreichend bekannt. Die jeweilige Umweltbelastung durch Zug, Flugzeug und Auto kann jeder bei der Online-Ticketbuchung durch ein paar Klicks einsehen. So kann jeder seine persönliche Klimabilanz ziehen. (Quelle: DB)

Erstes Öko-Hotel in der Slowakei

Kosice
Košice die zweitgrößte Metropole der Slowakei, wird 2013 neben Marseille zur Europäischen Kulturhauptstadt (Foto: Of/Wikipedia)

Košice, die Metropole der Ostslowakei und Europäische Kulturhauptstadt 2013, baut seine touristische Infrastruktur im Vorfeld des großen Ereignisses aus – und kann jetzt auf das erste Öko-Hotel des Landes stolz sein. Die Slowakische Umweltagentur hat das Hotel Dália mit dem Umweltzeichen der Europäischen Union „European Eco Label“ belohnt.

Das Hotel motiviert Mitarbeiter und Gäste zur aktiven Teilnahme am Umweltschutz. Direktorin Dagmar Amrichová: „Wir erkennen unsere Verantwortung für die Umwelt, minimieren die Abfallproduktion und haben neue innovative Technologien installiert, die Energie und Wasser sparen helfen.“

Im Vier-Sterne „Eco friendly Hotel Dália“, das in einer ruhigen Straße im Zentrum von Košice fünf Minuten zu Fuß von der Fußgängerzone Hlavná ulica entfernt liegt, werden Energiesparlampen und zu 100 Prozent Recyclingpapier benutzt, im Sommer wird das Wasser mit Solarenergie erhitzt. Kosmetik in Einwegverpackungen wurde durch eine mit dem EU Eco Label zertifizierte organische Kosmetikreihe ersetzt.

Hotel Dalia
Öko-Hotel Dalia in Kosice
Festlich illuminierter Hauptplatz in Kosice, der Europäischen Kulturhauptstadt 2013 (Foto: Štefan Kordoš)
Festlich illuminierter Hauptplatz in Kosice, der Europäischen Kulturhauptstadt 2013 (Foto: Štefan Kordoš)

Das Frühstücksangebot sowie das Menü des Restaurants wurden durch gesunde Biospezialitäten ergänzt, beim Einkauf von Obst und Gemüse werden regionale Zulieferer bevorzugt. Durch die Verteilung der Abfalleimer im Hotel werden die Gäste zur aktiven Mülltrennung motiviert. Zum Dália gehören 37 Zimmer der Drei- und Vier-4-Stern-Kategorie, vier Konferenzräume, ein Gourmetrestaurant für 60 Gäste, das stilvolle Café Savoy und ein Wellness-Zentrum.

Die 240.000-Einwohner-Stadt Košice, zweitgrößte in der Slowakeinach Bratislava, ist als Tourismusziel in Deutschland bislang wenig bekannt. Dabei verfügt sie über ein reiches kulturelles Erbe, zu dem Slowaken und Ungarn ebenso beigetragen haben wie Polen, Österreicher, Deutsche, Juden und Ruthenen.

The old and new architecture of Košice, Slovakia
Alte und neue Architektir in Košice (Photo: Wikipedia)
Das Wappen von Košice (Foto:Wikipedia)
Das Wappen von Košice (Foto:Wikipedia)

Außer der sehenswerten Altstadt gibt es im Umkreis von 150 Kilometern allein vier Nationalparks und sechs Unesco-Welterbestätten. Schon in diesem Jahr läuft sich Košice mit einem Kulturprogramm warm für den großen Auftritt 2013.

Zu den anstehenden Highlights in den nächsten Monaten zählen die Festtage der Stadt Košice mit historischen Umzügen und der „Nacht der Museen und Galerien“ (19. Mai), das Multi-Genre-Festival „Use the City“ den ganzen Monat über, die fünftägige Ballonfiesta (6. – 10. Juni) und das „Košice Gurmán Fest“ (22. – 24. Juni).

Umweltkatastrophe: Ölpest vor Neuseelands Küste

Tankerunfälle vor der Küste Neuseelands gefährden Meeressäuger und Seevögel (Foto: Jumbo)
Tankerunfälle vor der Küste Neuseelands gefährden Meeressäuger und Seevögel (Foto: Jumbo)

Keine guten Nachrichten vom Ende der Welt: Der WWF befürchtet massive Auswirkungen auf die Artenvielfalt in Neuseeland durch die Ölpest, die das Containerschiff Rena bei Tauranga verursacht hat.

Wenn 1.700 Tonnen Öl ins Meer gelangen, wäre das die größte Ölpest Neuseelands in den letzten Jahrzehnten. Die ersten toten Vögel wurden bereits neben dem Schiff gefunden. Besonders Sturmtaucher sind gefährdet.

„Das Schiff muss so schnell wie möglich gesichert und das Öl abgepumpt werden, sonst drohen katastrophale Folgen für die Umwelt“, so WWF-Meeresesxperte Georg Scattolin vom WWF Österreich. Der WWF fordert außerdem ein weltweites Verbot von Schweröl als Schiffstreibstoff.

Der WWF weist darauf hin, dass gerade diese Meeresregion die Heimat vieler Seevögel wie Küstenseeschwalben und Tölpel aber auch von Meeressäugern wie Walen und Delfinen ist.

Neuseelands einzigartige Naturlandschaft ist durch Tankerunfälle bedroht (Foto: Jumbo)
Neuseelands einzigartige Naturlandschaft ist durch Tankerunfälle bedroht (Foto: Jumbo)

Das Meer vor Neuseeland ist eine wichtige Migrationsroute vieler Walarten. Die Umweltorganisation schlägt vor, mechanische Barrieren einzusetzen um die Ausbreitung des Öls zu verhindern. Den Einsatz von chemischen Lösungsmitteln lehnt der WWF ab.

„Schon kleine Mengen Schweröl können große Schäden anrichten, deswegen darf Schweröl nicht länger als Treibstoff von Schiffen verwendet werden“, fordert WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter.

„Statt des Schweröls sollten nur noch schwefel- und stickstoffarme Treibstoffe eingesetzt werden dürfen, zunächst in bestimmten Sondergebieten, schließlich weltweit. Es würden zudem auch weniger Rückstände an Bord anfallen, so dass deren illegale Entsorgung auf See, die auch ein Problem darstellt, zurückgehen würde.“

Neben einem Verbot von Schweröl verlangt der WWF weitere Maßnahmen zum Ausbau der Schiffssicherheit, besonders in sensiblen Meeresgebieten. Unverzichtbar ist aus Sicht des WWF in diesem Zusammenhang eine Lotsenpflicht für sensible Gebiete wie das jetzt vor Neuseeland betroffene.

„Der zunehmende Schiffsverkehr, die wachsenden Schiffsgrößen, technische Mängel und schlecht ausgebildete Besatzungen bei Billigflaggen-Schiffen erhöhen die Unfallgefahr immer weiter“, so Stephan Lutter. „Durch eine Lotsenpflicht würde die Gefahr von Schiffshavarien schon deutlich reduziert werden.“

Welche Schäden bereits kleine Mengen Schweröl anrichten können, zeigt das Beispiel des vor 13 Jahren havarierten Tankers Pallas. Damals tötete eine vergleichsweise geringe Menge von etwa 100 Tonnen ausgelaufenen Schweröls über 16.000 Seevögel. Bei einem größeren Unglück könnte leicht die 100fache Menge Öl oder mehr austreten.

Die neue Tankerkatastrophe nimmt eine immer bedrohlichere Dimension an. Neue Ölflecken wurden an der Nordostküste gesichtet, die Angst vor einer Ölpest wird größer. (Quelle: WWF; GeKa)

Rumänien: Europas letzte Urwälder in Gefahr

Die rumänischen Behörden haben dem Bau der Nationalstraße 66A zugestimmt, die zwei der letzten europäischen Urwälder bedroht. Nach Fertigstellung würde die Straße durch zwei Nationalparks im Westen des Landes führen.

„Die staatliche Umweltschutzbehörde hat sich mit der Baugenehmigung darüber hinweggesetzt, dass es sich beim betroffenen Areal um ein strenges Schutzgebiet handelt“, kritisiert Andreas Beckmann, Leiter des WWF Donau-Karpaten-Programms.„Die Umweltverträglichkeitsprüfung war eine reine Farce und ist in fünf Tagen abgehandelt worden.“

Die Folgen der Straßenerrichtung auf das Ökosystem werden in der der Entscheidung zugrunde liegenden Gefälligkeitsstudie nicht einmal erwähnt. Außerdem wird – so der Vorwurf des WWF – bereits seit fünf Jahren illegal an Teilabschnitten gebaut.

Der bedrohte Schutzgebietskomplex umfasst den Domogled- und den Retezat-Nationalpark mit einer Gesamtfläche von rund 100.000 Hektar. In den größtenteils unberührten Wildnis-Arealen finden sich Jahrhunderte alte Bestände von Rotbuche und Schwarzkiefer.

Die Region bietet neben Wolf, Bär und Luchs auch anderen in Europa einst weit verbreitete Tierarten wie Fischotter, Auerhuhn oder Steinadler geeigneten Lebensraum. Der Retezat-Nationalpark ist zudem der älteste Rumäniens. Das bis zu 2.000 Meter hohe Massiv ist für seine zahlreichen Gletscherseen berühmt. Vergleichbare Urwälder finden sich in Europa nur noch im hohen Norden Finnlands und in Russland, so der WWF.

„Die EU hat bereits mehrere Verfahren gegen Rumänien angestrengt, da sich das Land nicht an Umwelt- und Naturschutzrecht hält“, kritisiert Beckmann. „Der Bau dieser Straße wird der nächste traurige Fall in einer langen Reihe sein.“

Die rumänische Naturschutzorganisation Agent Green wird, unterstützt vom WWF und anderen NGOs, eine Beschwerde gegen die rumänische Regierung bei der EU-Kommission einreichen. (Quelle: WWF; GeKa)

Wer bekommt die EcoTrophea?

Ab sofort nimmt der Deutsche ReiseVerband (DRV) Bewerbungen für die EcoTrophea 2011 entgegen: „Umweltschutz und soziale Verantwortung sind eine unverzichtbare Grundlage des weltweiten Tourismus“, betont Andreas Müseler, Vorsitzender des Ausschusses Nachhaltigkeit im Deutschen ReiseVerband (DRV).

„Daher setzt sich der DRV seit vielen Jahren für das Thema Nachhaltigkeit ein. Seit 25 Jahren verleiht der Verband die Internationale Umweltauszeichnung, die EcoTrophea. Damit wollen wir das Augenmerk auf die vielen kreativen und ideenreichen Projekte lenken, die sich um eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus verdient gemacht haben.“

Ziel der vom DRV ausgezeichneten Projekte ist es, Umwelt und Ressourcen zu schonen, Umweltbelastungen zu reduzieren und das Bewusstsein von Anbietern und Kunden zu Umwelt und sozialer Unternehmensverantwortung gleichermaßen zu fördern.“

„Mit der EcoTrophea wollen wir als der Branchenverband der Touristik dazu beitragen, die Kreativität und Ideenvielfalt auf diesem Gebiet zu fördern. Wir freuen uns auf innovative und beispielhafte Projekte“, ruft Andreas Müseler die Unternehmen zur Bewerbung für die EcoTrophea 2011 auf.

Alle Informationen zur Ausschreibung stehen auf der Website http://www.ecotrophea.de zur Verfügung. Der Wettbewerb um die EcoTrophea, so Müseler, berge für die Teilnehmer die Chance, auf ihr Engagement für den Umweltschutz und ihre soziale Unternehmensverantwortung im Tourismus aufmerksam zu machen.

„Auf unserer DRV-Website werden wir im Fachbereich Nachhaltigkeit wieder eine Liste der Bewerber platzieren und auf deren Internetseiten verlinken. Damit zeigen wir die Vielfalt der eingereichten Projekte und hoffen auf viele Nachahmer.“

Die Internationale Umweltauszeichnung wurde vom DRV bereits 1987 ins Leben gerufen. Die Auszeichnung für 2011 wird im Rahmen der 61. DRV-Jahrestagung verliehen, die vom 24. bis 27. November in Südkorea stattfindet.

Alle Informationen zur Ausschreibung sind im Internet unter http://www.EcoTrophea.de abrufbar. Interessenten können ihre Projektunterlagen sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache per E-Mail an EcoTrophea@drv.de senden.

Um die EcoTrophea bewerben können sich Personen, Gruppen, Organisationen, Unternehmen und Kommunen mit ihren Projekten aus aller Welt. Entscheidend für die Auszeichnung ist nicht die Größe der Maßnahme, sondern der vorbildliche und innovative Beitrag des Projekts zum nachhaltigen Tourismus.