Schlagwort-Archive: Umwelt

Klimawandel: Schützen Bäume vor Hunger?

Abgeholzte Wälder, ausgetrocknete Flüsse, Äcker ohne fruchtbare Erde: Der Klimawandel wirkt sich auf die Lebensbedingungen aller Menschen aus. „Die Veränderungen in der Natur haben aber besonders in Entwicklungsländern dramatische Folgen. Denn dort leben mehr als drei Viertel der Bevölkerung direkt von der Land- und Forstwirtschaft. Ist die Ernte zerstört oder der Boden ausgelaugt, wird das für einen Bauern in Burkina Faso zur Überlebensfrage“, sagt Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Klimawandel: Schützen Bäume vor Hunger? weiterlesen

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Business Travel. Keine Nachhaltigkeits-Strategie

Nur acht Prozent der deutschen Unternehmen berücksichtigen bei ihren Geschäftsreisen konsequent das Thema Nachhaltigkeit

Geschäftsreisen und Nachhaltigkeit
Geschäftsreisen und Nachhaltigkeit ist für deutsche Unternehmen kein Thema (Foto: iStock)

Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle in Unternehmen – nur bei Geschäftsreisen zumeist nicht: In nur acht Prozent der Firmen ist die Umweltverträglichkeit der Reisen fester Bestandteil der Geschäftsreisestrategie. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage „Chefsache Business Travel“ von Travel Management Companies im Deutschen ReiseVerband (DRV). Bei Geschäftsreisen legen die befragten Vorstände und Geschäftsführer vor allem Wert auf eine schnelle Verbindung (38 Prozent) und eine hohe Produktivität ihrer Mitarbeiter (32 Prozent). Das Thema Nachhaltigkeit spielt laut Studie mit nur acht Prozent eine lediglich untergeordnete Rolle. Business Travel. Keine Nachhaltigkeits-Strategie weiterlesen

Umwelt. Der lautlose Tod

Bäume sterben leise (Foto: Georg Karp)
Bäume sterben leise (Foto: Georg Karp)

Schwechat, Danubiastraße. Ein Kirschbaum liegt im Sterben. Er konnte die tägliche Berieselung mit Schadstoffen aus den metallenen Schloten der angrenzenden Raffinerieanlagen nicht mehr verkraften. Und auch nicht das Blei und die Stickoxide vorbeifahrender Autos. Gift von oben, Gift von unten, wer hält das schon aus.

Nach Zerstörung der einst Sauerstoff spendenden Wälder durch Sauren Regen, nach Bedrohung des fruchtbaren Ackerbodens durch die Umweltgifte der Zivilisationsgesellschaft, sind nun die Obstbäume an der Reihe. Auf dem Land, in der Stadt, überall die gleichen Bilder: Nackte Äste, verbrannte Blätter.

Getan wird wenig. Die Politiker schwafeln, die Industrie schwefelt, der Baum, eines der großen Sinnbilder des Lebens, vielleicht sein größtes, kapituliert. In der germanischen Mythologie heißt es: Wenn der Baum stirbt, stirbt die Welt.
(c) Georg Karp

Öko-Luxushotel Riu Palace Madeira ausgezeichnet

Luxushotel Riu Palace Madeira
Das Luxushotel Riu Palace Madeira wurde jetzt als umweltfreundlicher Betrieb ausgezeichnet (Foto: RIU)

Das Hotel Riu Palace Madeira wurde für sein striktes Engagement zur Nachhaltigkeit mit dem Preis ‚Umweltfreundlicher Betrieb‘ ausgezeichnet. Dieses Zertifikat wird vom Regionalsekretariat für Kultur, Tourismus und Transport von Madeira ausgestellt.

Die Auszeichnung für Umweltqualität ‚Estabelecimento Amigo do Meio Ambiente‘ zeichnet touristische Unternehmen aus, die Qualitäts- und Effizienzverfahren implementiert haben und damit zu einer größeren Differenzierung und besseren Wettbewerbsfähigkeit des Fremdenverkehrsangebots der autonomen Region von Madeira beitragen.

Diese Auszeichnung erkennt das Riu Palace Madeira wegen seiner Integrierung in die Natur und das soziale Umfeld der Insel, seiner Energie- und Wassersparmaßnahmen, seinem Umweltmanagement und seiner Innovation, sowie auch aufgrund seines exzellenten Service und seiner Fortbildungstätigkeiten, an.

Das Hotel Riu Palace Madeira in Caniço de Baixo verfügt über einen Standort nur wenige Meter vom Meer entfernt. Es bietet 327 elegante Zimmer und ein abwechslungsreiches gastronomisches Angebot in seinem Buffetrestaurant und in seinem Themenrestaurant ‚Rodizio‘ oder ‚Grill Palace‘.

Das Hotel verfügt über zwei Außenpools, ein Hallenbad, Sauna, Fitnesscenter und ein Gesundheits- und Schönheitscenter ‚River Stone‘ mit verschiedenen Behandlungen.

Ab der kommenden Sommersaison erweitert das Hotel sein Angebot mit All-Inklusive-Programmen von RIU. Das Hotel wird auch weiterhin mit Halbpension buchbar sein.

Luftfahrt: Rote Zahlen, grüne Ziele

Die Luftfahrtbranche steckt in einer schweren Krise: sinkende Margen, steigende Kosten. Ist Green Aviation Mobility die Lösung? Eine Analyse und ein Ausblick auf die Zukunft des Luftverkehrs
Startbereit: Airbus A330
Flugzeuge der neuen Generation von Airbus und Boeing haben ihren Treibstoffverbrauch und Ausstoß von Stickoxiden sowie den Lärmpegel der Turbinen bereits drastisch gesenkt (Foto: Airbus/Lufthansa)

Mobilität ist ein Grundbedürfnis unserer Gesellschaft. Jeden Tag sitzen weltweit 7,6 Millionen Passagiere im Flugzeug. Es ist das sicherste und effizienteste Verkehrsmittel der Erde. Die Weltbevölkerung wächst. Bis 2050 werden 70 Prozent der Menschen in Städten leben.

Auch der Lufttransport wird in den kommenden Jahren global um fünf Prozent jährlich wachsen. Das bedeutet, dass sich die Passagierzahl von heute 2,8 Milliarden in 20 Jahren auf das Doppelte erhöhen wird. Bis 2050 könnten es jährlich gar 16 Milliarden Passagiere sein.

Daher müssen in der Luftfahrt neueste Technologien, verbunden mit modernstem Verkehrsmanagement, eingesetzt werden, um Lösungen auf Basis intermodaler Vernetzung zu finden. Denn die Menschen sollen ihre Ziele rascher und umweltschonender erreichen.

Als die ersten Boeings 707 lautstark mit einer Rauchfahne abhoben, da hat sich der industrielle Fortschritt sehr exponiert gezeigt. Heute haben neue Flugzeuge einen um 70 Prozent geringeren Kraftstoffverbrauch als jene vor 40 Jahren.

Beim Treibstoff wurde in den letzten zehn Jahren die Effizienz um 24 Prozent verbessert, obwohl sich die Transportleistung mehr als verdoppelt hat und die Auslastung gestiegen ist.

Airbus A380
Airbus A380: Weniger Treibstoff, weniger Emissionen, weniger Lärm, aber mehr Sicherheit, mehr Leistung und mehr Komfort (Photo: Wikipedia)

Moderne Flugzeuge erzielen im Schnitt einen Kraftstoffverbrauch von drei Liter pro 100 Passagierkilometer.

Die Maschinen der nächsten Generation – Airbus A380, Airbus A 320 neo und Boeing –  kommen sogar unter die 3-Liter-Grenze und sind damit effizienter als jeder auf dem Markt neue Kleinwagen.

Die Luftfahrt ist stolz auf die hohe Auslastung ihrer Sitzkapazitäten von mehr als 75 Prozent, während die Auslastung im Schienenverkehr 40 bis 50 Prozent und im Straßenverkehr 30 Prozent beträgt. Flugzeug- und Triebwerkhersteller investieren gegenwärtig bis zu 15 Prozent ihres Umsatzes in Forschung.

Gleichzeitig wurde der Lärmpegel reduziert. Die heutigen Flugzeuge sind um 50 Prozent leiser als vor zehn Jahren, die Lärmentwicklung neuer Luftfahrzeuge ist um 20 Dezibel geringer als die vergleichbarer Modelle vor 40 Jahren. Und bis 2020 wird eine weitere Lärmminderung um 50 Prozent angepeilt.

Der Ausstoß von Stickoxiden – entscheidend für die lokale Luftqualität – konnte seit 1991 um 50 Prozent verringert werden. Die Luftqualität in Flughafenbereichen wird bis 2020 durch um 80 Prozent verminderte NOx-Emissionen verbessert.

Der Luftverkehr verursacht derzeit zwei Prozent der weltweiten Carbon Dioxid-Emissionen (CO2). Die Luftfahrt hat einen Anteil von 12 Prozent an den CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel des Globus – verglichen mit einem 74-prozentigen Anteil des Straßenverkehrs.

Der europäische Luftverkehr produziert 0,5 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Etwa 80 Prozent der Emissionen des Luftverkehrs stammen von Flügen auf Strecken von mehr als 1.500 km, für die es keine Alternative gibt.

Die Luftfahrtindustrie hat sich verpflichtet, bis 2020 jeweils 1,5 Prozent jährlich des globalen Ausstoßes zu reduzieren und bis 2050 die Emissionen auf Basis der Werte von 2005 zu halbieren.

Die Luftfahrt steht geschlossen hinter dieser Strategie zum Klimawandel. Da für die kommenden Jahrzehnte kein alternativer Antrieb für Flugzeuge in Sicht ist, bleibt die Luftfahrt vom fossilen Kerosin abhängig. Und oben am Himmel gibt es keinen Stecker, mit dem wir eventuell Energie zuführen könnten.

Werfen wir einen Blick auf den globalen Aspekt der Luftfahrt. Die IATA-Fluglinien setzten 2011 rund 598 Milliarden Dollar um, beförderten 2,8 Milliarden Passagiere und 48,2 Millionen Tonnen Güter, was einem Drittel des Wertes der Welthandelsgüter entspricht.

Weltweit gibt es 35 Millionen Landungen pro Jahr; jede Sekunde landet irgendwo ein Flugzeug; 40 Prozent der Touristen fliegen in den Urlaub; der Luftverkehr schafft global 57 Millionen Arbeitsplätze.
Derzeit steuern 2.000 Airlines etwa 3.800 Flughäfen an, 19.410 Jets sind im Einsatz.

Cockpit-Check in einer Airberlin-Maschine
Cockpit-Check in einer Airberlin-Maschine (Foto: Airberlin)

In den nächsten 20 Jahren werden 30.000 neue Flugzeuge angeschafft. Treibstoffkosten fallen 2012 bei den IATA-Airlines von mehr als 200 Milliarden Dollar an, die Margen sind gering.

Heuer werden 1,2 Milliarden mehr Menschen fliegen, aber zu welchen Preisen: Ein 22.000 Kilometer-Flug von New York nach Peking kostet rund 1.500 Dollar. Das sind 7 Cents pro Kilometer, das Taxi in New York kassiert 1,25 Dollar pro Kilometer.

Ein Viertel der 2,8 Milliarden Passagiere fliegen in, nach und aus Europa. Pro Tag gibt’s über 30.000 Flüge. Die Airlines in Europa rechnen für 2012 mit einem Verlust von 1,1 Milliarden Dollar. Die Beförderung pendelt sich global auf einen Zuwachs von fünf Prozent ein, der Ferne Osten, Brasilien und Afrika boomen, Europa stagniert, der Cargo hat negative Ergebnisse.

Die Luftverkehrswirtschaft deckt ihre Kosten größtenteils selbst und trägt mit großem finanziellen Entwicklungsaufwand dazu bei, sicheren Transport zu ermöglichen.

Die Luftfahrt zahlt überall faire Steuern. Nur in Europa errichten wir mit Emissionshandels- und Ticketsteuer ungleiche Wettbewerbshürden.

Ist unsere Umwelt mit Gibraltar und dem Schwarzen Meer begrenzt? Vor allem die Behörden und die Politik sollten auf Nachhaltigkeit achten: Wie wird das Umfeld für die europäische Luftfahrt in einigen Jahren aussehen?

Die Luftfahrt ist ein Wachstums-Motor für die Wirtschaft, sie sichert und schafft Arbeitsplätze und Wohlstand. Daher brauchen wir die enge Zusammenarbeit der Luftfahrt mit der Politik und unserer  Gesellschaft. <–––    Mario Rehulka

Prof. KR Mario Rehulka, langjähriger Vorstand der Austrian Airlines, ist Präsident des Österreichischen Luftfahrtverbandes (ÖLFV). Seit mehreren Jahren organisiert er ein internatiuonales Luftfahrtsymposium in Wien mit prominenten Experten aus der Luftverkehrswirtschaft und Luftfahrtindustrie

Fliegen mit Verantwortung ist mehr als nur ein Slogan

Es tut sich was zwischen Himmel und Erde. Die finanziellen Turbulenzen in der Luftfahrtbranche halten an. Die Insolvenzgefahr für SAS und Iberia ist zwar etwas in die Ferne gerückt, doch Personalabbau und rigoroses Sparen bleiben auf der Tagesordnung des Managements. Beispielhaft verhalten sich die Mitarbeiter der skandinavischen Airline: Sie haben von sich aus Gehaltskürzungen angeboten, um das Überleben ihres Unternehmens zu sichern.

Deutsch: Nachhaltigkeit
Wirtschaft und Ökologie sowie Soziales sind der Kreis, in dem auch die Fluggesellschaften sich bewegen (Foto: Wikipedia)

Das kürzlich in Wien abgehaltene Luftfahrtsymposium des Österreichischen Luftfahrtverbandes hat gezeigt, in welchem Spannungsfeld sich die Luftfahrt bewegt. Auf der einen Seite fliegen die Airlines in tiefrote Zahlen, auf der anderen Seite investieren sie in Nachhaltigkeit und Technologie.

Um die Treibstoffkosten – der Sprit frisst ein Drittel aller Einnahmen – in den Griff zu bekommen, werden Fluggeräte einer neuen Generation angekauft, deren Treibstoffverbrauch unter dem eines modernen Kleinwagens liegt.

Die Luftfahrt hat insgesamt einen Anteil von 12 Prozent an den CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel auf der Erde, der Straßenverkehr hingegen 74 Prozent. Die „Green Aviation Mobility“, das Fliegen mit Verantwortung, ist mehr als nur das Motto eines Symposiums.Und was macht die Politik?

Tony Tyler, Generaldirektor des Weltluftfahrtverbandes IATA, beziffert die Verluste für Europas Fluglinien 2012 mit einer Milliarde Euro. Und er kritisiert harsch die Politik: „Das Umfeld für die Luftfahrt ist in Europa extrem unfreundlich.“
GEORG KARP

Bahn als Alternative zum Flugzeug

Auf Distanzen bis 500 Kilometer schlägt die Bahn das Flugzeug. Mit dem ICE vom Stadtzentrum zum Stadtzentrum langwieriges Einchecken und Umsteigen (Foto: Istockphoto)

Bahnreisende in die europäischen Nachbarländer profitieren von ökonomischen und ökologischen Vorteilen. Stellt sich also die Frage: Zug, Flugzeug oder Auto? 

Eins steht fest: Bei Reisen ins benachbarte Ausland ist die Reisezeit mit Zug, Flugzeug und Auto bei Strecken von bis zu 500 Kilometern beinahe gleich lang. Ein Beispiel ist die Verbindung WienMünchen. Die kürzeste Verbindung der Bahn benötigt 3:54 Stunden (ab Dezember 2012).

Die Gesamtreisezeit beim Flugzeug beinhaltet nicht nur die reine Flugzeit, sondern auch die An- bzw. Abreise, sowie die Zeit für den Check-in (Standardannahme 60 Minuten) und den Check-out (Standardannahme 30 Minuten), so kann man auch hier 4:27 Stunden einkalkulieren.

Die Pkw- Gesamtzeit wird auf Basis einer mittleren Fahrgeschwindigkeit inklusive Pausen (alle 3 Stunden 20 Minuten Pause) berechnet, so dass man auf eine Gesamtzeit von 4:30 Stunden kommt.

Was die Umweltbelastung und nutzbare Zeit angeht, ist die Bahn dem Pkw, aber auch dem Flugzeug überlegen. Reisende mit der Bahn steigen in der Innenstadt in den Zug ein und kommen nur wenige Stunden später, mitten im Herzen der ausländischen City an.

ICE 3 Baureihe 403 im Bereich München Hbf (Foto: DB)

Die Zugfahrt lässt sich von der ersten bis zur letzten Minute sinnvoll nutzen. Zumal komfortable Arbeitsbedingungen wie Einzelplätze, ausklappbare Tische und Laptop-Steckdosen in allen ICE-Zügen zum Standard gehören.

Dass Reisende mit der Bahn gegenüber dem Auto und dem Flugzeug weit weniger CO2 produzieren, ist hinreichend bekannt. Die jeweilige Umweltbelastung durch Zug, Flugzeug und Auto kann jeder bei der Online-Ticketbuchung durch ein paar Klicks einsehen. So kann jeder seine persönliche Klimabilanz ziehen. (Quelle: DB)