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Was Geschäftsreisen tatsächlich kosten

Geschäftsreisen sind ein hoher Kostenfaktor für Unternehmen
Geschäftsreisen sind ein hoher Kostenfaktor für Unternehmen (Foto: iStock)

Die Kosten-Trends zeigen weiter nach oben: Die Gesamtausgaben für Geschäftsreisen sind global um zehn Prozent gestiegen. Das bestätigt eine Analyse der weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen im Jahr 2011.

Ausgewertet wurden die Daten von 15 Millionen Nutzer aus 100 Ländern, die 2011 ihr Travel Management über Concur abgewickelt und dabei an die 500 Millionen Transaktionen mit einem Ausgabenvolumen von rund 38 Milliarden Euro getätigt haben.

Die Kostentreiber sind die Ausgabe-Kategorien Flugkosten, Unterkunft, und Verpflegung. Sie machen über 60 Prozent der Gesamtausgaben aus und liegen zehn Prozent über den Werten von 2010.

Werden die Kategorien Unterhaltung und Bodenverkehr – Taxi, Bahn und Öffis – hinzugerechnet, so umfassen alle fünf Posten über 70 Prozent der Gesamkosten. Die Flugkosten sind 2011 um fünf Prozent gestiegen und liegen bei € 335 pro Reise. Die zehn teuersten Städte auf Basis der Transaktionskosten für Unterkunft, Verpflegung und Unterhaltung in Euro sind: Tokio (379,59), Kopenhagen (364,34), Perth (361,07), Sydney (360,05), Stockholm (349,82), London (336,89), Brisbane (328,80), Zürich (327,68), Melbourne (324,29) und Paris (316,53).
Georg Karp

Schlaflos in Tel Aviv

Stoßstange an Stoßstange quälen wir uns vorwärts. Zentimeterweise kommen die Jeeps und Cabrios, die Pickups und Limousinen weiter. Die Luft ist erfüllt von Abgasen, hysterischem Gehupe und subwooferverstärkter Musik. In den ineinander verkeilten Autos sitzen – gestikulierend und für alle hörbar am Handy te­lefonierend – Sabres, junge Israelis.

Für hundert Me­ter auf der Promeniermeile Dizengoff Street brau­chen wir eine halbe Stunde. Unser Fahrer, ein Stu­dent, lacht: „So ist das zur Rush hour in Tel Aviv.“ Es ist zwei Uhr morgens und wir sind unterwegs, um das Nachtleben von Tel Aviv kennenzulernen. Vor mehr als hundert Jah­ren war’s hier totenstill, nur einige Häuser euro­pä­i­scher jüdischer Immigranten standen in den Dünen nördlich der biblischen Hafenstadt Jaffa.

Heute ist Tel Aviv das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des etwas mehr als ein halbes Jahrhundert jungen isarelischen Staates. Eine moderne Metropole mit kilometerlangen, goldfarbenen Sandstränden, Hotelburgen, neoklassizistischen Neubauten und ver­stopf­ten Straßen. Täglich pendeln mehr als 700.000 Israelis mit dem Auto nach Tel Aviv, der zweitgrößten Stadt Israels, ein, wo 400.000 Menschen leben.

Tel Aviv, der „Frühlingshügel“, ist eine Stadt ohne Konzeption. Mu­seen, Kirchen, Moscheen und Synagogen stehen im Schatten riesiger Betonklötze. Shops, Restaurants, Kneipen, Ca­fés, Bars und Discos säumen die breiten Boulevards. Sperrstunde ist hier unbekannt. Po­litik und Religion sind in der multikulturellen Stadt Ne­ben­­sa­che, nicht einmal die Schabbat-Gebote werden beachtet.

Hier herrscht die pure Lebenslust, von einem Sonnenaufgang bis zum nächsten. Das Wochenende beginnt am Freitag und endet Samstagnacht. Sonntag ist für die Israelis ein Montag, ein Arbeitstag.  Dazwischen wird gelacht, gesungen, gestöhnt, geflucht und auf den Boden gespuckt.  Mazel tov (מזל טוב), viel Glück.
(c) Georg Karp