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Demokratie oder Populismus?

„Das ist ein demokratisches, zusätzliches Instrument zwischen den Wahlen. Die letzte Volksbefragung war 1978. Und war das schlecht? Ich finde, das Volk hat recht gehabt. Das Volk hat immer recht.“

Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann in den ORF-Sommergesprächen 2011über Volksabstimmung, Volksbefragung und Volksbegehren.

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Sommergespräche 2011: Der totale ORF-Flop!

Die Sommergespräche 2011 sind ein katastrophaler ORF-Flop. Das ermüdende Frage- und Antwortspiel von Ingrid Thurnher mit ihrem letzten Gesprächspartner, Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzenden Werner Faymann, konnte nur 437.000 Zuseher mühevoll wach halten. Mit diesem Ergebnis liegt der SPÖ-Regierungschef weit unter der Einschaltquote von 2010. Damals konnte er immerhin noch 567.000 Gebührenzahler im Doppelinterview mit Armin Wolf und Ingrid Thurnher erreichen.

Am zweiten Platz der diesjährigen Sommer-Fragestunde liegt der rechte Strahlemann H.C. Strache mit 411.000 Gebührenzahlern – um mehr als 200.000 Zuseher weniger als im Vorjahr. Auch seine blauen Augen und seine verkrampfte Zurückhaltung konnten am diesjährigen mageren Ergebnis nichts ändern.

An dritter Stelle der Sommergespräche 2011 liegt der BZÖ-Chef Josef Bucher mit 318.000 Zusehern – 2010 waren es 315.000 – vor der Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnigg. Sie hielt nur nur 306.000 Gebührenzahler mit ihren Antworten wach.

Das absolute Schlusslicht der Sommergespräche 2011 ist der Vizekanzler und Jung-ÖVP-Chef Michael Spindelegger, der trotz seinem charmanten Lächeln und höflichen Antworten nur 271.000 Österreicher zum Aufbleiben überreden konnte. Sein ehemaliger Parteichef Josef Pröll lockte im Vorjahr noch 638.000 vor die TV-Bildschirme.

Die Gründe für den totalen ORF-Flop Sommergespräche 2011 sind klar: Die gestellten Fragen von Ingrid Thurnher waren Allerweltsfragen, sie hatte keinen Biss und ihre Fragetechnik war abgehackt und nicht fernsehtauglich. Dazu kommen die langweiligen Kameraeinstellungen und der allzu pompöse Ausblick.

Aber auch die Antworten der Politik-Gäste waren in ihrer Wirkung einschläfernder als Valium. Warum der TV-Profi und kantige ZIB2-Fragensteller Armin Wolf die Sommergespräche 2011 nicht moderieren durfte, bleibt ein Geheimnis des Küniglbergs.
Georg Karp

ORF-Sommergespräche: Wird Faymann Quotenkönig?

Den ORF-Sommergesprächen 2011 waren bisher kein Erfolg beschieden. Absolutes Quotentief war das Frage-Antwort-Spiel von Moderatorin Ingrid Thurnher mit Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger am Freitag, dem 26. Juli: Nur rund 271.000 Gebührenzahler hatten den Nerv, die Sendung  zu verfolgen. Das entspricht einem Marktanteil von 14 Prozent.

Mit dieser Einschaltquote ist der Vizekanzler vorläufig das Schlusslicht. Grünen-Chefin Eva Glawischnig konnte noch 306.000 Zuseher wach halten, während BZÖ-Chef Josef Bucher – er war der erste Gast – es immerhin auf 318.000 nicht eingeschlafene Zuseher brachte.

Beim Sommergespräch mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache waren im Durchschnitt 411.000 Gebührenzahler hellwach dabei – um mehr als 200.000 Zuseher weniger als im Vorjahr. Auch seine blauen Augen und seine verkrampfte Zurückhaltung konnten am mageren Ergebnis nichts ändern.

Ob das Sommergespräch mit Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann am Dienstag, dem 30. August, mehr Zuseher vor die Mattscheibe locken oder ein totaler Flop wird, hängt von den Fragen der Moderatorin Ingrid Thurnher ab.

Zwei Themenkreise stehen auch schon fest: Die im Wiener Wahlkampf losgetretene Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht. Und die Wiedereinführung der Vermögens- und Erbschaftssteuer.

Die Positionen von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und BZÖ dazu sind durchgekaut – also zusehen, oder abschalten und dafür ein gutes Buch lesen. Zum Beispiel: Die Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität von Markus Metz und Georg Seeßlein (edition suhrkamp).

Wetten, dass es spannender ist als das ORF-Frage-Antwortspiel? Nach der Lektüre wird Ihnen klar werden, warum wir für dumm verkauft und für dumm gehalten werden. 
Georg Karp
 

Sommergespräche: Viel heiße Luft und öde Fadesse

Die ORF-Sommergespräche entwickeln sich immer mehr zu einem langweiligen Ladenhüter. Bis zu 476.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen am Dienstag, dem 23. August 2011, das ORF-„Sommergespräch“ mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Im Durchschnitt waren 411.000 Gebührenzahler bei einem Marktanteil von 19 Prozent bei dem Gespräch mit der ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher dabei.

Gegenüber dem Vorjahr musste der blauäugige Strache Zuschauer- und Marktanteilseinbußen hinnehmen. Damals verfolgten 617.000 (26 Prozent nationaler Marktanteil) das Gespräch des FPÖ-Obmanns mit Ingrid Thurnher und DiTech-Gesellschafterin Aleksandra Izdebska.

Auch das Sommergespräch zwischen Ingrid Thurnher und Grünen-Chefin Eva Glawischnig stieß auf sehr mäßiges Zuschauerinteresse: Durchschnittlich 306.000 Zuseher hielten es bei den gebetsmühlenartigen wiederholten Worthülsen der Grünen-Chefin aus. Das entspricht einem Marktanteil von 15 Prozent. Im Vorjahr kam der Talk noch auf 557.000 Zuschauer.

Und das erste Sommergespräch in diesem Jahr mit BZÖ-Chef Josef Bucher verfolgten im Schnitt nur 318.000 Leute. Auch dieses langweilte die Zuseher, weil nichts Neues gefragt und viel Altes gesudert wurde.

Lag das nun am etwas abgehackten – man ist sogar geneigt zu sagen stotternden –  Fragestil der ORF-Moderatorin oder haben die bisher eingeladenen Gesprächspartner wirklich nichts mehr zu sagen?

Was wird der ÖVP-Bundesparteiobmann und Vizekanzler Michael Spindelegger am 26. August zu vermelden haben, was wird die ORF-Talkerin Thurnher am 30. August den SPÖ-Vorsitzenden Bundeskanzler Werner Faymann Neues fragen, was wir Bürger und Gebührenzahler ohnehin noch nicht wissen?

Sorry, sorry, aber mit diesen abgedroschenen und zahnlosen Fragen kann man die Bürger nicht vor dem Bildschirm locken. Es fehlt der ORF-Lady Ingrid Thurnher leider der Biss.
Georg Karp

Die seltsame Wandlung eines Sozialisten

Alfred Gusenbauer - SPÖ Politker lachend, Schn...
Dr. Alfred Gusenbauer, Ex-Rotweinkanzler und Kurzzeit-SPÖ-Vorsitzender, hat gut lachen: Er berät u.a. den autoritär regierenden Präsidenten von Kasachstan und steigt nun auch ins Risiko-Kapitalgeschäft ein (Foto: Hans Barte)

Na da schau her: Ex-Bundeskanzler und ehemalige SPÖ-Chef Dr. Alfred Gusenbauer macht einen erstaunlichen ideologischen Salto nach rückwärts und steigt ins kapitalistische Risiko-Kapitalgeschäft ein.

Der einst stramme Sozialist und Kreisky-Fan mit dem Faible für den italienischen Edelrotwein Barolo hat mit drei Freunden die Cudos-Gruppe gegründet, um in das lukrative Geschäft mit Risikokapital einzusteigen, berichtet die Tageszeitung Kurier. 25-Prozent-Eigentümer sind neben Gusenbauer der Wirtschaftsanwalt Leopold Specht, der Finanzmann Alon Shklarek und der Unternehmensberater mit Schwerpunkt IT und Ex-Miteigentümer der inzwischen insolventen SkyEurope Andreas Frech.

„Wir werden nicht nur investieren, sondern auch beraten, in die Aufsichtsräte gehen und auch ins Management“, erklärte Frech, der die Geschäftsführung über hat, wie sie sich von anderen Equity Fonds unterscheiden wollen.

Im Fokus sollen Sanierungskandidaten, Firmen, die für weiteres Wachstum Finanzierungen benötigen, sowie Unternehmen, deren Eigentümer Nachfolger suchen, stehen. Der Fokus liege im mittelgroßen Industriebereich in Österreich und Zentral- und Osteuropa. Fünf Mio. Euro Kapital hat die Cudos-Truppe schon beisammen, heißt es in dem Bericht.

Der Rotwein-Kanzler Alfred Gusenbauer ist seit über einem Jahr auch Berater der kasachischen Regierung und des Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajew. Dass sich Kasachstans autoritär regierender Präsident 2010 zum „Führer der Nation“ auf Lebenszeit ausrufen ließ, berührt den sich vom Sozialisten zum Kapitalisten wandelnden Ex-SPÖ-Chef nicht. In einem Profil-Interview meinte er: „Ist das bei Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi nicht genauso?“

Naja, Geld stinkt nicht. Und politische Moral ist ohnehin eine abgedroschene Floskel. Dass der ehemalige Kanzler seine früheren politischen Beziehungen in ein gewinnbringendes Netzwerk integriert, ist beachtenswert. Da kann man nur sagen: „Freundschaft, Genosse Kapitalist!“
GeKa (Quellen: news.ORF.at; Kurier; Profil)