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Tourismus: Notruf 112 soll Standard in Europa werden

Die Europäische Kommission und der europäische Dachverband der nationalen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbände (ECTAA) wollen, dass Reiseveranstalter und Reisebüros die europaweite Notrufnummer 112 über ihre Websites und e-Tickets sowie an beliebten Reisezielen bekannt machen.

NOG Brussel: Neelie Kroes
EU-Vizepräsidentin Neelie Kroes: Reiseverstanstalter und Reisebüros sollen für europaweiten Notruf 112 werben (Photo: Wikipedia)

„Die Verkehrsunternehmen informieren schon über den Notruf 112. Nun sollen sich auch Reiseveranstalter und Reisebüros beteiligen. Die europäischen Bürger sollten wissen, dass sie – gleichgültig, wo sie sich in Europa befinden – mit einem einzigen Anruf Hilfe herbeiholen können“, sagt Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und zuständig für die Digitale Agenda.

Und ECTAA-Präsident Boris Zgomba sagt: „Wir unterstützen die Kampagne der Kommission zur Bekanntmachung des Notrufs 112. Eine einzige Notrufnummer in der gesamten EU ist für Reisende – unsere Kunden – sehr nützlich, denn sie kennen nicht unbedingt die lokalen Notrufnummern, wenn sie außerhalb ihres Heimatlandes unterwegs sind.“

Die 112 ist die europaweite Notrufnummer, die aus dem Fest- und Mobilfunknetz von jedem Ort der EU gebührenfrei erreichbar ist. Sie verbindet den Anrufer mit dem zuständigen Notrufdienst (örtliche Polizei, Feuerwehr oder Notarzt), dessen Mitarbeiter Anrufe in verschiedenen europäischen Sprachen entgegennehmen.

Die Nummer ist ganzjährig rund um die Uhr erreichbar. Der Notruf 112 funktioniert in allen EU-Mitgliedstaaten neben etwaigen sonstigen nationalen Notrufnummern (wie 999 oder 110).

Dänemark, Finnland, Malta, die Niederlande, Portugal, Rumänien und Schweden haben sogar beschlossen, die 112 zu ihrer landesweit einzigen oder Haupt-Notrufnummer zu machen. Darüber hinaus wird die 112 auch außerhalb der EU verwendet, z. B. in der Schweiz, Kroatien, Montenegro und der Türkei. Aus einer kürzlich durchgeführten Eurobarometer-Umfrage geht hervor, dass etwa 5 Millionen EU-Bürger mehr den Notruf 112 kennen als vor einem Jahr.

Background: Vor einem Jahr riefen die Kommissionsvizepräsidenten Neelie Kroes und Siim Kallas die Verkehrsunternehmen auf, sich einer Initiative zur besseren Bekanntmachung der Notrufnummer 112 bei den Reisenden anzuschließen. Über 30 Unternehmen und Verbände haben an der Kampagne teilgenommen. Informationen über die Notrufnummer wurden auf e-Tickets und in Bordmagazinen der teilnehmenden Unternehmen abgedruckt, auf ihren Websites bekannt gemacht und von den Mitarbeitern persönlich an die Reisenden weitergegeben. Nachstehend ein Beispiel, wie über die Nummer informiert werden kann.

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EU: Mehr Rechte und Schutz für Schiffspassagiere

Mehr Rechte für EU-Schiffspassagiere
Mehr Rechte und mehr Schutz für EU-Schiffspassagiere ab 31.12.2012 (Foto: Archiv)

Ab 31. Dezember 2012 haben Passagiere im Seeverkehr bei Verlust oder Beschädigung von Eigentum infolge eines Unfalls Anspruch auf Schadensersatz. Passagiere im See- und Binnenschiffsverkehr in der EU, insbesondere behinderte Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität, genießen ab heute ähnliche Rechte wie Fahrgäste im Luft- oder Eisenbahnverkehr.

Zu diesen neuen Rechten gehören

  • angemessene und zugängliche Informationen für alle Fahrgäste, sowohl vor als auch während der Reise, sowie allgemeine Unterrichtung über die Rechte der Fahrgäste an den Terminals und an Bord der Schiffe;
  • angemessene Unterstützung (durch Bereitstellung von Snacks, Mahlzeiten, Erfrischungen und erforderlichenfalls Unterkunftsmöglichkeiten für bis zu drei Nächte mit einer Kostenerstattung von bis zu 80 EUR pro Nacht), falls das Schiff ausfällt oder mit mehr als 90 Minuten Verspätung abfährt;
  • die Möglichkeit, zwischen Fahrpreiserstattung und anderweitiger Beförderung wählen zu können, falls das Schiff ausfällt oder mit mehr als 90 Minuten Verspätung abfährt;
  • Entschädigung durch Fahrpreisnachlass (zwischen 25 % und 50 %) bei verspäteter Ankunft;
  • nichtdiskriminierende Behandlung und kostenlose bedarfsgerechte Hilfe für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität, sowohl an den Hafenterminals als auch an Bord der Schiffe, sowie finanzielle Entschädigung bei Verlust oder Beschädigung ihrer Mobilitätshilfen;
  • die Verpflichtung von Beförderern und Terminalbetreibern, Systeme zur Bearbeitung von Fahrgastbeschwerden einzurichten;
    die Benennung unabhängiger nationaler Stellen, die für die Durchsetzung der Verordnung zuständig sind und dazu gegebenenfalls auch Sanktionen verhängen.
  • Nach den Rechtsvorschriften der EU haben Fahrgäste, die von einem Unfall auf See betroffen sind, ab dem 31. Dezember 2012 darüber hinaus Anspruch auf finanzielle Entschädigung bei Tod oder Körperverletzung sowie bei Verlust oder Beschädigung von Gepäck, Fahrzeugen oder Mobilitätshilfen oder anderer Spezialausrüstung;
  • Vorschusszahlung (innerhalb von 15 Tagen) zur Deckung der unmittelbaren wirtschaftlichen Bedürfnisse bei Tod oder Körperverletzung;
    direkte Inanspruchnahme des Versicherers des Beförderers bei Tod oder Körperverletzung;
  • Anspruch auf angemessene und verständliche Information über diese Rechte vor oder spätestens bei der Abfahrt.

Alle Informationen zu Fahrgastrechten im Boden-, Luft- und Schiffsverkehr können über eine kostenlose Anwendung auf Smartphones heruntergeladen werden. Diese App funktioniert in allen Betriebssystemen.

Die Fahrgastrechte im Seeverkehr können ab Januar 2013 zunächst in Englisch, später in allen übrigen Sprachen der EU abgerufen werden.

Die Europäische Kommission wird 2013 eine erste Zusammenkunft mit den von den EU-Mitgliedstaaten benannten nationalen Behörden organisieren, um die effektive Anwendung der Rechtsvorschriften in Bezug auf Fahrgastrechte im Seeverkehr zu koordinieren.

Am 3. März 2013 wird mit der Verabschiedung neuer Rechtsvorschriften für Fahrgastrechte im Busverkehr der Binnenmarkt für Fahrgastrechte in Europa vollendet sein.

English: Siim Kallas in Big Slam Eesti: Siim K...
Siim Kallas, Vizepräsident der EU-Kommission (Foto: Wikipedia)

Dazu der für Verkehr zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission Siim Kallas: „Wir halten unser Versprechen. Das Projekt, das wir vor einigen Jahren eingeleitet haben, ist so gut wie abgeschlossen – in Europa gibt es eine kohärente Politik in Bezug auf Fahrgastrechte, in die alle Verkehrsträger einbezogen sind. Ab jetzt können die 200 Millionen Menschen, die jedes Jahr mit dem Schiff reisen, den Schutz dieser neuen Bestimmungen in Anspruch nehmen.“