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Was haben wir zu verbergen?

Donaueschingen Narren
Wenn die Narren in Donaueschingen aufmarschieren (Photo: Krossbow/Wikipedia)

Wir haben einen Narren daran gefressen, andere Narren zum Narren zu halten. Aber die Maske, die wir uns dabei aufsetzen, demaskiert unser Innenleben und stellt uns bloß. Dann ist’s vorbei mit der närrischen Freude. Ein Essay von Georg Karp

Einmal im Jahr machen wir bewusst Narren aus uns. Wir verkleiden und vermummen uns. Wir setzen Masken auf und machen uns unkenntlich. Wir geben uns für etwas aus, das wir nicht sind, nicht sein dürfen, nicht sein können, aber schon immer gewünscht haben, es zu sein.

Wir verwandeln uns für Tage in Wunschwesen, schlüpfen für Stunden in Traumfiguren, von denen wir als Kinder oft geträumt und als Erwachsene nicht einmal im Traum zu träumen wagen, vielleicht aus Scham oder Furcht, ausgelacht, verspottet, für einen Narren gehalten zu werden, vielleicht aber auch aus anerzogener Unfähigkeit, die Alltagsmaske abzunehmen und unser wahres Gesicht zu zeigen.

Wir freuen uns närrisch, weil wir uns wenigstens einmal im Jahr hinter einer bunten Larve verstecken dürfen, die uns aber entlarvt, demaskiert, verrät. Wir blicken in den Narrenspiegel, werden für Narren gehalten und haben einen Narren gefressen, andere Narren zum Narren zu halten. Fürwahr ein närrisches Treiben.

Aber, was wollen wir maskierte Narren mit dieser Maskerade verstecken, verheimlichen, verbergen? Ist es unser wahres Ich, unser zweites Ich, das Über-Ich, das sich irgendwo im Innersten unseres abgrundtiefen Innenlebens verkrochen hat und lauernd dahinschlummert, um jeden Augenblick des Lebens an die Oberfläche unseres Scheins zu treten?

Wollen wir vielleicht die andere Maske, die wir alle wie ein böses Kainszeichen tragen und nicht abnehmen können, hinter der neuen Larve verbergen? Masken verkörpern bei Naturvölkern jenseits unserer Denkweise und Mentalität eine geheimnisvolle Kraft, durch die sie Kontakt zur Innenwelt des Menschen, vielleicht zur Seele, aufrechterhalten.

Warum verstecken wir uns hinter Masken?
Warum verstecken wir uns hinter Masken? (Foto: istock)

In unseren Breitengraden hat die Maskerade, dieses närrische Versteckspiel mit Hintersinn, eine tiefenpsychologische Funktion: Sie hilft uns, frühkindliche und traumatische Wünsche und Ängste wenigstens einmal im Leben ans Tageslicht zu bringen, weil wir ohnehin das ganze Leben gezwungen sind, unsere irrationalen, infantilen und individuellen Erlebnisse zu verdrängen.

Wir verdrängen das Wissen von der Wirklichkeit, das Wissen von dem, was wahr ist oder uns wahr erscheint. Aber, was ist schon wahr, was ist Wirklichkeit?

„Wir verwenden einen großen Teil unserer Energie darauf, vor uns selbst zu verbergen, was wir wissen“, schrieb einmal der Psychoanalytiker Erich Fromm.

Brauchen wir deshalb die närrische Maskerade, um so unsere geheimen Wünsche leichter arrangieren zu können, um ihnen – mit der Maske vor der Maske – leichter nachlaufen zu können? Oder suchen wir am Ende doch nur uns selbst, weil wir eben zwei Gesichter haben – unser natürliches und die Maske? Aber die Frage bleibt nur wieder: Welches ist das wahre Gesicht?
© Georg Karp

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Abrechnung

„Dein Gefühlskonto steht im Soll.
Dein Toleranzkredit ist überzogen.
Deine Vertrauenswechsel sind geplatzt.
Du kannst jetzt Konkurs anmelden.“

GeKa

Depression und Diabetes: Zwei-Fragen-Test zur Diagnose!

Jeder vierte Diabetespatient leidet oder litt zumindest einmal in seinem Leben an einer Depression. Das ist eine große Anzahl unter den geschätzten 600.000 Diabeteserkrankten in Österreich. Bei vielen Diabeteserkrankten bleibt die Depression jedoch unerkannt.

Die wahre Zahl der Doppelt-Erkrankten liegt im Dunkeln, ist jedoch vermutlich hoch. Wie die neuesten Zahlen, präsentiert von der Amerikanischen Diabetesgesellschaft im Juni 2011 in San Diego, zeigen, steigt auch bei diabetischen Jugendlichen die Häufigkeit der Depression.

Die Symptome werden falsch eingeschätzt

Wie viele Depressionskranke erkennen Diabetes Patienten ihre „Symptome“ häufig nicht als Depression, sondern klagen über allgemeine Beschwerden, wie Erschöpfung, Schlaf­störun­gen, Gewichtsveränderungen, Sexualfunktionsstörungen, Freud- und Interesselosigkeit und vieles mehr.

Aussprüche von betroffenen Patienten sind: „Ich kann mich für nichts mehr begeistern“, „Alles ist mir zu anstrengend“, „Ich habe keine rechte Freude mehr an Dingen, die mir früher sehr viel Spaß bereitet haben.“

Depression verschlechtert Diabeteseinstellung

Menschen, die an Diabetes mellitus und an einer Depression erkranken, leiden an mehr diabetischen Spätschäden  im Vergleich zu Menschen mit Diabetes ohne psychische Erkrankung. Je mehr Symptome der Depression vorhanden sind, und je schwerer diese ausgeprägt sind, desto schlechter ist die Diabeteseinstellung.

Depressive Patienten können sich zudem schlechter motivieren, ihren Diabetes in den Griff zu bekommen. Die Selbstfürsorge nimmt ab, und die Versorgungs-Anforderungen werden für einen depressiv diabetischen Patienten immer mühsamer, wie die Durchführung regelmäßiger körperlicher Bewegung, Beachtung genauer Ernährungsvorschriften, konsequente Tabletteneinnahme oder Insulininjektionen, Blutzucker testen, etc.

Prim. Dr. Heidemarie Abrahamian, ÖDG (Foto: H. Abrahamian)
Prim. Dr. Heidemarie Abrahamian, ÖDG (Foto: H. Abrahamian)

Über Depressionen zu reden fällt vielen schwer. Denn oft wird Depression als Gefühlsschwäche oder als persönliches Versagen interpretiert. ‰Frauen sprechen über derartige Probleme grundsätzlich leichter als Männer, bei denen sich die Depression häufig in ungeduldigem und aggressivem Verhalten zeigt“, weiß Prim. Dr. Heidemarie Abrahamian.

Der Zwei-Fragen-Test zur Diagnose

Im ersten Schritt kann eine einfache Diagnose der Depression mit dem 2-Fragen Test erfolgen:

  • 1. Gab es in den letzten vier Wochen eine Zeitspanne, während der Sie sich nahezu jeden Tag niedergeschlagen, traurig oder hoffnungslos fühlten?
  • 2. Oder eine Zeitspanne, während der Sie das Interesse an Tätigkeiten verloren haben, die Ihnen sonst Freude machten?

Werden beide Fragen bejaht und wird ein Zeitraum von mindestens zwei Wochen angegeben, spricht dies für das Vorliegen einer behandlungsbedürftigen Depression. Therapeutisch empfiehlt sich neben psychotherapeutischen Maßnahmen die Verordnung von antidepressiver Medikation.

„Bitte scheuen Sie nicht den vertrauensvollen Gang zum Arzt, wenn Sie diesen Test positiv beantworten“, empfiehlt Univ. Prof. Dr. Hermann Toplak von der Österreichischen Diabetes Gesellschaft. „Eine Depression lässt sich heute gut behandeln. Im gemeinsamen Auftreten mit anderen Krankheiten – vor allem bei Diabetes – kann sie jedoch besonders gefährlich werden.“

Univ. Prof. Dr. Hermann Toplak, ÖDG (Foto: Moritz Wurstinger)
Univ. Prof. Dr. Hermann Toplak, ÖDG (Foto: Moritz Wurstinger)

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-ExpertInnen. Ihre zentrale Aufgabe ist die Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Austausches aller auf dem Gebiet der Diabetologie tätigen ForscherInnen und ÄrztInnen sowie die Sicherstellung einer der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechenden Betreuung der DiabetikerInnen in Österreich. (Quelle: Martschin & Partner; GeKa)

Charisma kann man lernen

Tipps und Tricks von Gabi Joham und Pepi Adelmann, wie Sie noch mehr aus Ihrer Persönlichkeit herausholen.

Es geht oftmals darum, nicht nur zu denken, sondern zu machen. Wenn Sie etwas verbessern oder verändern wollen, dann probieren Sie das Neue bitte. Und zwar mehrmals.

Sich in Bewegung zu setzen, tatkräftig zu sein, für eine Sache einzustehen, neugierig zu sein und sich wahrhaftig zu interessieren — auch für andere Menschen — etwas zu wollen und bei seinem Tun ein Profi zu werden.

Dazu ist es natürlich nötig, sich selbst gut zu kennen, sich zu mögen, sich anzunehmen wie man ist, mit seinen Stärken und Schwächen und dem Mut, an sich selbst zu arbeiten und Feedback zu empfangen, damit die Verbindung des eigenen Handelns mit der Umwelt stattfinden kann.

Der zweite Tipp für mehr Ausstrahlung: Seine Einzigartigkeit unter allen Menschen anzunehmen und diese zur Verfügung zu stellen. In dieser Einzigartigkeit liegt auch die Chance, den Sinn des eigenen Lebens zu erkennen, da liegt es auch gleich auf der Hand, dafür dankbar zu sein.

Mit diesen Grundlagen geht es daran, sich selbst und seine Gefühle authentisch zum Ausdruck zu bringen. Es geht um die Verpackung des jeweils zu transportierenden Inhalts. Diesen sehen wir als wertvolles Gut, das unbeschadet und nutzbringend beim Empfänger ankommen soll. Im Hintergrund geht es darum, sich neu in seinen Selbstverständnissen zu entdecken.

Was braucht es um wirksam zu kommunizieren oder vorzutragen?
  • Ehrlichkeit oder innere Überzeugung, damit das Gesagte mit dem beim Empfänger entstehenden Gesamtbild übereinstimmt.
  • Wertschätzung für den Empfänger der Nachricht. Dazu gehört auch nachzufragen, ob alles verstanden wurde und sich selbst fragen zu lassen. Wer gefragt wird, der hat Aufmerksamkeit und damit die bessere Chance, sich verständlich zu machen.
  • Den Mut, sich kurz zu halten, sich interessant auszudrücken, seinen Körper sprechen zu lassen, etwas aufzuzeichnen oder herzuzeigen. Zuhörer sind vor allem Zuseher.
  • Struktur, die es dem Zuhörer erleichtert, den Inhalt in appetitlichen Happen konsumieren zu können. Es gibt nichts Angenehmeres für den Empfänger einer Nachricht, als diese verstanden zu haben und richtig reagieren zu können.

Authentisch vorzutragen kann jede Person lernen. Am einfachsten ist es für die Begabten — für jene, die Charisma besitzen (Charisma heißt aus dem Griechischen übersetzt: Gnadengabe der Götter). Jene, die ehrlich, wertschätzend, mutig und strukturiert ans Werk gehen, haben es am „zweitleichtesten“ und für alle anderen gilt, sich noch besser vorzubereiten. […]

Neugierig auf den kompletten Artikel von Gabi Joham und Pepi Adelmann?
Die ganze Story lesen Sie in der Ausgabe des eMagazins BILDUNGaktuell (07/2011)

(c) BILDUNGaktuell