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Ohrfeigen für Schüler, Stockhiebe für Politiker?

Der politisch blaue Kärntner Landeshauptmann-Vize Uwe Scheuch fordert mehr Durchgriffsrechte für Pädagogen. Er will wie einst Kinder wieder züchtigen lassen.

„Es wäre oft sinnvoll und auch gut, wenn der Lehrer … hin und wieder eine kleine Tetschn geben könnte.“ Denn für Lehrer sei es nicht leicht, „mit den pubertierenden Damen und Herren umzugehen.“

Scheuch, auch Bildungsreferent des Landes Kärnten ist, hält „Tetschn“  in der Schule für „Part of the game“. Und ist erstaunt über die negativen Reaktionen. „A Tetschn und a Watschen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Ich habe nur Erziehungsmaßnahmen gemeint, mit denen sich Lehrer wirkungsvoller gegenüber Schülern durchsetzen können.“

Wenn also der Politiker Scheuch nichts gegen „Tetschn“ in der Schule hat, dann hat er auch sicher nichts dagegen, dass für Politiker, die mauscheln, lügen und betrügen, die Bastonade eingeführt wird.

Zum Beispiel für jedes gebrochene Wahlversprechen gibt’s zehn Stockhiebe auf  beiden Fußsohlen. Korrupte Politiker müssen zusätzlich je nach der Höhe des Bestechungsgeldes ein Jahr lang jeden Tag fünf Stunden auf Kieselsteinen knien und die Zehn Gebote auswendig lernen. Könnte vor allem in Kärnten sehr wirkungs- und sinnvoll sein. Oder nicht?

Übrigens: Der blaue Kärntner Politiker Uwe Scheuch wurde in Klagenfurt wegen „Korruption“ zu 18 Monaten Haft – davon sechs Monate unbedingt – verurteilt. Aus formalen Gründen wurde das Urteil aufgehoben.
GeKa 

Fünf Fünfer für die ÖVP!

Schluss mit Sitzenbleiben hieß noch vor kurzem das Credo der SPÖ-Ministerin Claudia Schmied und des ÖVP-Bildungssprechers Werner Amon. Mit bis zu drei Fünfer sollten künftig Schüler in der Oberstufe aufsteigen dürfen.

Doch jetzt wird wieder um „ein Detail“ gestritten, jetzt bekommt die schwarze Reichshälfte kalte Füße, das Herz rutscht in die Hose und der Mut gibt Fersengeld.

Handschlagqualität, was ist das? Getreu dem Adenauer-Ausspruch „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ geht das koalitionäre Gezänk weiter.

Der kleine Schwarze an der Spitze der ÖVP wittert Morgenluft, will sich profilieren, will zeigen, wer was in der ÖVP zu sagen hat und haut intern auf den Putz, dass sogar die steirischen Eichen wackeln.

Da fragt sich das staunende Wahlvolk angesichts des ÖVP-Saltos nach rückwärts: Wissen die da oben denn nicht, was sie gestern noch besprochen haben? Hat Werner Amon vielleicht seinem Parteichef die Show gestohlen, wird hier ein parteipolitischer provinzieller Länderkampf auf dem Rücken der Schüler und Eltern ausgetragen?

Sitzen bleiben! Fünf Fünfer für die ÖVP und ein Genügend für die Koaltion!
Georg Karp