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Tourismus und Nachhaltigkeit

El Gouna ist das umweltfreundlichste Resort in Ägypten (Foto: El Gouna/Liebl)
El Gouna ist das umweltfreundlichste Resort in Ägypten (Foto: El Gouna/Liebl)

Globaler Umweltschutz liegt in der Reiseindustrie im Trend. Beliebte Urlaubsdestinationen haben heute bei der Entwicklung der Touristikregionen den nachhaltigen Schutz der Umwelt im Blick: Das Unternehmen Orascom Development mit seinem ägyptischen Urlaubsort El Gouna am Roten Meer veröffentlicht beispielsweise im neuen Orascom Sustainability Blogweltweite Nachhaltigkeitsprojekte.

Der kanadische Rocky Mountaineer setzt sich mit seinem Caretakers Programm dafür ein, die unberührte Natur im Kanadischen Westen zu erhalten. Die weltweiten Umweltschutzmaßnahmen von Marriott International beinhalten „grüne Baustandards“ bei der Neugestaltung der Hotels. Und die Singita Pamushana Lodge im Malilangwe Wildlife Reserve, Simbabwe, gewinnt mit ihrem Engagement für den Erhalt des Reservats den Tourism for Tomorrow Award in der Kategorie Nachhaltigkeit.

Perfekter Umweltschutz: Das Arena Inn Hotel in El Gouna (Foto: El Gouna/Liebl)
Perfekter Umweltschutz: Das Arena Inn Hotel in El Gouna (Foto: El Gouna/Liebl)

Der neue Blog von Orascom Development listet weltweit relevante Umweltprojekte, darunter auch das Prestigeobjekt  El Gouna am Roten Meer. Der renommierte ägyptische Urlaubsort wartet mit einem erfolgreichen Umweltprogramm, der Green Gouna Initiative, auf. Dazu gehören die Errichtung von Recycling- und Wasseraufbereitungsanlagen, sowie landwirtschaftliche Projekte zur Produktion von einheimischen und organischen Lebensmitteln.

Naturschutzprogramme, die sich an Mitarbeiter, Einwohner und Gäste richten, wie der Aufruf zur Nutzung wieder verwertbarer Einkaufstüten oder die Einführung eines Mülltrennungssystems, sind ebenfalls Teil der Umweltinitiative. Dank der 2002 gegründeten „Green Gouna Initiative“ gilt El Gouna heute als umweltfreundlichste Destination Ägyptens.

Mit dem Rocky Mountaineer die Langsamkeit des Reisens entdecken und die Schönheit des grandiosen Naturschauspiels erleben (Foto: Armstrong Group)
Mit dem Rocky Mountaineer die Langsamkeit des Reisens entdecken und die Schönheit des grandiosen Naturschauspiels erleben (Foto: Armstrong Group)

Ein anderes Beispiel für Umweltschutz ist der kanadische Rocky Mounteneer, der seinen Erfolg der unberührten Natur und der reichhaltigen Tierwelt im Westen Kanadas verdankt. Um diese Natur zu schützen, wurde 2003 ein Caretakers Programm ins Leben gerufen, das die Entwicklung des nachhaltigen Tourismus fördert.

Ein zentraler Punkt des Nachhaltigkeitskonzeptes ist, auf der Rocky Mountaineer-Strecke den Energieverbrauch zu senken und die Emmissionsausschüttung wie Abgase und Lärm zu reduzieren. Auch setzt sich das Unternehmen zum Ziel, weniger Müll zu produzieren und mehr zu recyceln. Entlang der gefragten Rocky Mountaineer-Route verlaufen einige der wichtigsten Lebensräume der Lachse. Was liegt da näher, als eine Partnerschaft mit der Pacific Salmon Foundation einzugehen, um den gefährdeten Lachsbestand zu erhalten.

Executive Lounge im JW Marriott Hotel Grosvenor House (Foto: JW Marriott/Liebl)
Executive Lounge im JW Marriott Hotel Grosvenor House (Foto: JW Marriott/Liebl)

Auch in der internationalen Hotellerie ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. Bei Marriott International beinhalten globale Umweltschutzkonzepte die Schaffung ökologischer Baustandards: Mit möglichst geringem Eingriff in die Natur und hoher Energieeinsparung setzt Marriott International bei den „Green Hotels“ neue Akzente. Eine Grünbedachung, energiearme Stromversorgung und Beleuchtung mit Solar- oder Windenergie sind einige der Punkte, die ein „Green Hotel“ ausmachen.

Bis 2017 plant die internationale Hotelgruppe in jedem Hotelzimmer 25 Prozent des Energie- und Wasserverbrauchs einzusparen. Die Gäste von Marriott International können sich ebenfalls am Umweltschutz beteiligen und mit einer Spende über ihre Hotelrechnung Marriotts Regenwaldprojekt im Amazonas unterstützen.

Singita Pamushana in Zimbabwe (Foto: Singita Game Reserves/Liebl)
Singita Pamushana in Zimbabwe (Foto: Singita Game Reserves/Liebl)

Die engagierten Umweltinitiativen von Singita Game Reserves haben der Singita Pamushana Lodge im Malilangwe Wildlife Reserve in Simbabwe einen Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit eingebracht: Der World Travel and Tourism Council (WTTC) hat die Lodge mit dem „Tourism for Tomorrow Award“ ausgezeichnet.

Lounge in der Öko-Singita Pamushana Villa in Zimbabwe (Foto: Singita Game Reserves/Liebl)
Lounge in der Öko-Singita Pamushana Villa in Zimbabwe (Foto: Singita Game Reserves/Liebl)

Mithilfe ihrer Einnahmen leistet die Singita Pamushana Lodge einen nennenswerten finanziellen Beitrag zur Erhaltung des 40.000 Hektar großen Malilangwe Wildlife Reserves in Süd-Ost-Simbabwe. Eigentümer des Reservats ist die Malilangwe Stiftung, die mit Hilfe von Spendengeldern und Einkünften aus dem Tourismus Naturschutzprojekte und soziale Initiativen finanziert. Der natürliche Lebensraum des Malilangwe Wildlife Reserve macht Singita Pamushana zu einem der besten Plätze für erstklassige Wildbeobachtungen in Simbabwe. (Quelle: Uschi Liebl PR; GeKa)

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Reisetipps für Langstreckenziele

City Guide New York im redguide von Austrian (Foto: Austrian Airlines)
City Guide New York im redguide von Austrian (Foto: Austrian Airlines)

Erstmals bieten Austrian Airlines Reisetipps zu drei ihrer Langstreckendestinationen in ihrem virtuellen Reiseführer – dem redguide. Ab sofort finden dort User Basisinformationen und Insidertipps für New York, Bangkok und Dubai. Damit können Passagiere der Austrian Airlines wertvolle Reiseinformationen zu insgesamt 25 Städten abrufen. Die vier Kategorien Stay, Eat, See und Shop unterstützen den User bei der Suche von Unterkünften, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmöglichkeiten.

Praktisch und informativ: Die Apps für redguide von Austrian (Foto: Austrian Airlines)
Praktisch und informativ: Die Apps für redguide von Austrian (Foto: Austrian Airlines)

Neu ist auch eine verbesserte und überarbeitete App fürs iPhone: Das gesamte Repertoire von www.redguide.at können User nun auch mobil von unterwegs nutzen. Schon beim ersten Download der App im iTunes App Store stehen alle Destinationen inklusive Startpaket an Informationen zur Verfügung.

Sobald der Reisende eine Stadt auswählt, kann er per Download alle restlichen Redaktions- und Community-Tipps ergänzen. Diese sind jederzeit auch offline verfügbar, so dass keine teuren Roamingkosten anfallen.

User können sich außerdem ihren ganz persönlichen Reiseführer zusammenstellen: Kommt er beim Stadtbummel in die Nähe eines markierten Tipps, erhält er automatisch eine Benachrichtigung. Wer will, kann sich die Tipps in der Umgebung, sortiert nach Entfernung zum Standort, auch auf Google Maps anzeigen lassen. Städtebummler können neu entdeckte Hotspots auch gleich von unterwegs mit der Community teilen. (Quelle: Austrian; GeKa)

Qatar Airways: Hallo Montreal!

Mit einer weiteren Verbindung nach Nordamerika treibt Qatar Airways die internationale Expansion weiter voran. Die von Skytrax zur Airline des Jahres 2011 gekürte Fluggesellschaft fliegt ab sofort zwischen Doha und Montreal.

Die neue Strecke in die zweitgrößte Stadt Kanadas wird dreimal pro Woche vom Drehkreuz der Airline in Doha aus bedient. Als einzige Airline aus der Golfregion bietet Qatar Airways Flüge in die französischsprachige Metropole im Osten des Landes an. Montreal wird nach New York, Washington DC und Houston das vierte Ziel der Fluggesellschaft in Nordamerika.

Qatar Airways: Mit der Boeing 777-200 Long Range von Doha nach Montreal
Qatar Airways: Mit der Boeing 777-200 Long Range von Doha nach Montreal

Auf der Verbindung von Doha nach Montreal kommt das Flagschiff der Airline – eine Boeing 777-200 Long Range – zum Einsatz, die 42 Passagieren in der Business Class und 217 Fluggästen in der Economy Class Platz bietet.

Neben Montreal hat Qatar Airways in 2011 bereits sieben neue Strecken zum internationalen Netzwerk hinzugefügt – Bukarest, Budapest, Brüssel, Stuttgart, Aleppo, Schiraz und Venedig – und bereitet sich auf einen weiteren Expansionsschub in der zweiten Jahreshälfte vor.

Qatar Airways ist eine der am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften weltweit. Die Airline mit Sitz in Doha bietet mit einer modernen Flotte von 98 Flugzeugen weltweite Verbindungen zu über 100 Urlaubs- und Geschäftsreisezielen in Europa, dem Nahen Osten, Afrika, auf dem Indischen Subkontinent, im Fernen Osten, Australien und Amerika. Bis 2013 soll die Flotte auf über 120 Flugzeuge aufgestockt und mehr als 120 Ziele im weltweiten Streckennetz von Qatar Airways bedient werden.

Die Airline hat 80 Airbus A350, 60 Boeing 787 und 46 Boeing 777 bestellt sowie fünf der Airbus A380 Super Jumbos. Die Auslieferung letzterer ist pünktlich zur Eröffnung des New Doha International Airports 2012 geplant.

Im renommierten „Skytrax“-Ranking, das auf den Erfahrungen von mehr als 18 Millionen Passagieren basiert, wurde Qatar Airways kürzlich zur besten Fluggesellschaft der Welt gewählt.

Die Airline ist eine von wenigen Fluggesellschaften, die im Rahmen der „Skytrax“-Umfrage für Qualität und Service mit fünf Sternen ausgezeichnet wurden und damit die Maximalbewertung erhielten.

Außerdem wurde die Airline in der Wertung 2011 zum sechsten Mal in Folge als beste aus dem Nahen Osten ausgezeichnet. Mit dem Award in der Kategorie Best First Class Lounge im Premium Terminal in Doha konnte Qatar Airways zudem ihren erstklassigen Service am Boden unter Beweis stellen.

In Österreich bietet Qatar Airways tägliche Verbindungen nach Doha ab Wien an. Informationen zu Qatar Airways gibt es im Internet auf qatarairways.com – und unter qatarairways.com/360 erleben Fluggäste die Produkte von Qatar Airways bereits vor dem Flug in faszinierenden 360-Grad-Panoramavideos. (GeKa/Quelle: Qatar Airways)

Osteuropas Metropolen sind in

Baku azerbaijan old City
Baku ist die Hauptstadt Aserbaidschans. Mit zwei Millionen Einwohnern in der Stadtprovinz ist Baku die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes und des gesamten Kaukasus. Besonders sehenswert ist die Altstadt von Baku (Foto: Gulustan; Wikimedia.org/wiki)

Osteuropas Metropolen von Baku bis Warschau ziehen immer mehr Gäste an. Die steigende Nachfrage nach Städtetrips in Richtung Osteuropa wirkt sich auf den Hotelmarkt aus. Zu diesem Ergebnis kommt Europas führendes Hotelportal HRS in seinem aktuellen Hotelpreisradar.

Obwohl sich die Preise in einigen Metropolen im Vergleich zum Vorjahr stetig nach oben entwickelten, locken viele sehenswerte Städte nach wie vor mit echten Hotel-Schnäppchen. Relativ günstig reisen Urlauber und Geschäftsreisende etwa in die Hauptstädte des Baltikums.

Mit durchschnittlichen Zimmerpreisen um die 60 Euro schonen Aufenthalte in Riga, Vilnius und Tallinn den Geldbeutel. Im Gegensatz zu seinen baltischen Nachbarn zieht das Preisniveau in der estischen Hauptstadt jedoch kräftig an. In Tallinn, neben dem finnischen Turku Kulturhauptstadt Europas 2011, stieg der durchschnittliche Zimmerpreis im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 Prozent auf 66 Euro.

Auf mittlerem Preisniveau pendelten sich in der aktuellen Preis-Studie dagegen zwei der beliebtesten Städteziele in Osteuropa ein. Mit einem Budget von rund 70 Euro pro Hotelübernachtung lässt es sich in Prag und Budapest recht günstig wohnen. Auch das bulgarische Sofia sowie das rumänische Bukarest locken mit moderaten Preisen zu einem Städtebesuch.

Am deutlichsten gestiegen sind die Preise im Vergleich zu Mai 2010 in Warschau. Die polnische Hauptstadt verzeichnet mit einem Plus von mehr als 19 Prozent die höchste Preissteigerung der verglichenen Städte. Knapp 88 Euro verlangen Hoteliers in der Stadt an der Weichsel für eine Übernachtung.

Unangefochten an der Spitze des Preis-Rankings liegt jedoch Moskau. Mit knapp 153 Euro pro Nacht schlägt eine Übernachtung in der russischen Hauptstadt mit Abstand am stärksten zu Buche.

Erstmals in den Hotelpreisradar einbezogen wurde Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans und Austragungsort des Eurovision Song Contest 2012. Zwar sanken die Preise pro Hotelübernachtung gegenüber dem Vorjahresmonat um 12 Prozent, gut 112 Euro pro Nacht verhelfen Baku dennoch auf Platz zwei der teuersten Hauptstädte in Osteuropa.

Auch das slowenische Ljubljana und das slowakische Bratislava präsentieren sich relativ hochpreisig und fallen teurer aus als im Vorjahr. Günstiger als im Vorjahr zeigt sich Belgrad. Bei einem Städtetrip in die serbische Hauptstadt können Reisende im Vergleich zum Frühsommer 2010 annähernd zehn Prozent sparen. Die Metropole am Zusammenfluss von Donau und Save weist derzeit einen durchschnittlichen Zimmerpreis pro Nacht von etwa 82 Euro auf.

Trotz einer überwiegenden Preissteigerung gestaltet sich eine Reise in die Metropolen im Osten Europas nach wie vor verhältnismäßig günstig. Mit Ausnahme von Moskau und Baku liegen alle Durchschnittspreise unter 100 Euro pro Nacht und präsentieren sich somit deutlich preiswerter als viele Metropolen im restlichen Europa.

Background: HRS betreibt ein weltweites Hotelportal für Privat- und Geschäftsreisende mit über 250.000 Hotels aller Kategorien in 180 Ländern und hat durchschnittlich 5,5 Millionen Nutzer pro Monat. Damit verfügt das Unternehmen über die größte Hotelauswahl weltweit mit zehntausenden Individualhotels und hunderten Hotelketten. Der kostenlose Reservierungsservice ermöglicht Online-Hotelbuchungen zu den günstigsten Preisen – mit Bestpreis-Garantie. (Quelle: HRS)

Tunesien: Touristen erwünscht!

„Die Tunesier sind stolz auf ihre friedliche Revolution und genießen die neu gewonnene Freiheit“, schildert Jürgen Büchy, Präsident des Deutschen ReiseVerbands (DRV), seinen Eindruck vom Besuch in dem nordafrikanischen Land – einem bei österreichischen und deutschen Urlaubern beliebten Reiseziel.

„Nachdem sich das Wirtschaftsleben in allen anderen Bereichen weitgehend normalisiert hat, wünscht sich Tunesien jetzt auch das Vertrauen und die Unterstützung der deutschen Urlauber.“

Im Rahmen eines offiziellen Besuchs von Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), in der vergangenen Woche in Tunesien führte DRV-Präsident Jürgen Büchy eine hochkarätige Delegation der deutschen Tourismuswirtschaft an.

Zu den Repräsentanten der Tourismuswirtschaft zählten auch DRV-Vizepräsident Johannes Zurnieden, Professor Harald Zeiss (Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit des Reiseveranstalters TUI) und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Thomas Cook, Manfred Weis.

Gemeinsam mit DRV-Präsident Jürgen Büchy führten sie Gespräche mit dem tunesischen Tourismusminister, Mehdi Houas, und erörterten mit Vertretern der tunesischen Tourismusindustrie die derzeitige Lage und die Perspektiven für eine anhaltende Belebung des Reiseverkehrs aus Deutschland.

Dabei wurden sowohl Stärken als auch Schwächen des tunesischen Tourismusprodukts offen angesprochen und angeboten, die Weiterentwicklung des Tourismus aktiv durch Zusammenarbeit mit dem Auslandsauschuss des DRV zu unterstützen. In diesem Gremium sind sowohl Reiseveranstalter als auch Reisemittler vertreten, die sich für eine reibungslose Abwicklung des touristischen Reiseverkehrs in den Zielgebieten einsetzen.

„Wir haben außerdem angeregt, einer möglichst großen Zahl von Reiseverkäufern durch Inforeisen einen eigenen Eindruck von der ungestörten Lage in den touristischen Zielgebieten zu ermöglichen und damit noch bestehende Vorbehalte und Verunsicherung bei den Kunden abzubauen“, sagte Büchy.

„Hier können Reisebüromitarbeiter durch ihre Überzeugungskraft einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der jungen tunesischen Demokratie leisten.“ Doch dafür müssen sie auch laufend geschult werden. (GeKa)

Zelturlaub ist wieder in!

Campen liegt im Trend: Lieber ins Zelt als ins Hotel (Foto: simply-network.de)
Campen liegt im Trend: Lieber ins Zelt als ins Hotel (Foto: simply-network.de)

Die Campingbranche boomt: nach den starken Übernachtungszahlen in den vergangenen Jahren zeichnet sich für 2011 ein neuer Rekord auf deutschen Campingplätzen ab. Lieber im eigenen Zelt übernachten als im Hotel.

Für die Sommerferien liegen die Buchungen auf den meisten Plätzen deutlich über dem Stand der vergangenen Jahre. Dies ergab eine Blitz-Umfrage des Camping-Portals Camping in Deutschland, bei der mehr als 50 Campingplätze befragt wurden.

Entsprechend zufrieden zeigen sich die meisten Campingplatz-Betreiber. „Die Mund-zu-Mund-Propaganda zufriedener Gäste hat sich dieses Jahr besonders bemerkbar gemacht. Wir mussten so vielen Interessenten wie noch nie absagen, insbesondere die Mietobjekte sind jeweils schon sehr früh ausgebucht.“, so Astrid Trulson vom Hegau-Familien-Camping nahe des Bodensees.

Ähnlich sieht es Malte Röders vom Röders‘ Park in Soltau: „Kurzfristige Buchungen über die Feiertage konnten wir leider gar nicht mehr annehmen, das schöne Wetter zu den Feiertagen war natürlich ideal. Viele Gäste haben ihren Urlaub spontan verlängert.“ Besonders freut ihn, dass neben Stammgästen auch Campingfreunde ihren Sommer- oder Herbsturlaub auf dem Röders‘ Park buchen, die die Lüneburger Heide bislang nicht kannten.

Die positive Entwicklung der Camping-Branche allein auf die spät liegenden Feiertage und das gute Wetter im Frühjahr zu schieben wäre zu einfach. Die Gründe für den Boom sind vielmehr in einem Image-Wandel der Branche zu finden. So gehören moderne, komfortable Sanitärgebäude, großzügig geschnittene Stellplätze, Wellness-Bereich und ein buntes Programm mittlerweile zum Standard auf vielen Anlagen. Campinghütten, Mobilheime und Ferienhäuser ergänzen das Stellplatz-Angebot und locken neue Zielgruppen.

Ernst Lüttgau vom Eifel-Camp am Freilinger See in der Nordeifel bringt es auf den Punkt: „Die Camping-Gäste sind deutlich anspruchsvoller geworden und haben konkrete Erwartungen an den Campingplatz.“ Er bewertet das Service-Angebot als besonders wichtig: „Wir bieten z.B. für die Reisemobilisten die Möglichkeit, für nur 19 Euro am Tag einen Smart für Ausflüge oder Einkäufe zu mieten – solcher Service kommt gut an“.  Erkennbar ist zudem der Trend, dass wieder vermehrt junge Leute und Familien mit Kindern Camping machen – gerne auch wieder im Zelt.

Wer für’s Wochenende oder einen (Kurz-)Urlaub noch einen passenden Campingplatz sucht, wird schnell im Camping-Portal Camping in Deutschland fündig. Dort findet er mit zielgruppenspezifischen Suchfunktionen leicht die passende Unterkunft (Quelle: www.simply-network.de)

Genever, Bier und wilde Geschichten

Der Bellemann kündigt unser Kom­men an: Zweimal schüttelt er kräftig die kiloschwere Glocke in seiner Hand, dann drängeln wir uns durch die schmale Tür in den „Gepoeierden Ezel“, eine urige Kneipe in der Schuddevisstraat. Der Wirt im „Gepuderten Esel“ zapft wie am Fließband dunkles Bier in riesige Gläser. Da­zu reicht er uns kühlen Genever in fingerhohen Stamperln, einen Wa­­chol­­­der-schnaps, der berauschend köst­­lich schmeckt.

„Alcol, Alcol, we leven op alcol“, sagt der Fließbandarbeiter hinter der Theke und zapft lächelnd schon das nächste Bier. Ja, die flämische Metropole Gent lebt ganz gut vom Alkohol, schließlich gibt’s hier 600 Kneipen, wo mehr als 150 Schnapsarten und an die 350 Bier­sorten die Wahl zur Qual und mächtigen Durst machen.

Der Bellemann läutete ein zur feuchtfröhlichen Genevertour durch Gents urige Kneipen (Foto: Weichselbaum/Toerisme Vlaanderen; Tourismuswerbung Flandern-Brüssel)
Der Bellemann läutete ein zur feuchtfröhlichen Genevertour durch Gents urige Kneipen (Foto: Weichselbaum/Toerisme Vlaanderen; Tourismuswerbung Flandern-Brüssel)

Unser Begleiter in der hoch zu­geknöpften blauen Uniform eines ehemaligen Stadtausrufers, mit rotweißen Bordüren auf den Ärmeln, einer dicken roten Kordel über der linken Schulter und einer topfartigen Schirmmütze auf dem bulligen Kopf, schwingt wieder zweimal die furchtbar laute Glocke. Er mahnt uns zum Aufbruch, es wird Zeit, auszutrinken.

Auf dem Programm der nächtlichen Kroegentocht, einem für Touristen organisierten Rundgang durch Gents Kneipen, stehen zehn Lokale zum Verkosten. Das erfordert neben einer trinkfesten Leber auch viel Stehvermögen.

Aber Gent, die alte Hauptstadt der Grafschaft Flandern, die ewig stolze Rivalin der Schwesterstadt Brügge, hat außer dem Belleman, hochprozentigem Genever und obergärigem Bier, na­türlich mehr zu bieten – eine zauberhafte Szenerie, die ihresgleichen sucht: mittelalterliche Bauwerke, barockisierte romanisch-gotische Kirchen, alte Patrizierhäuser, Zunfthäuser mit atemberaubenden Giebeldächern und bunte Märkte. Und freiheitsliebende Bürger, die stets gegen die Obrigkeit rebelliert hatten, weil sie ihr Schicksal selbst bestimmen wollten.

Wer nach Gent kommt, begibt sich unweigerlich auf eine Wan­derung durch die bewegte und oft auch blutige Geschichte dieses flä­mischen Juwels. Wo die Flüsse Schel­de und Leie zusammenfließen, hatten sich schon die Kelten, Wikinger und Römer angesiedelt. Um 650 kam der heilige Amandus mit seinen Anhängern und gründete die Abtei St. Baafs, sein Freund Jan errichtete auf dem höchsten Platz in Gent, den Blandinusberg, die Abtei St. Pieters.

Das schmeckte den Bürgern wieder nicht und sie warfen Amandus in die Leie. Im Hundertjährigen Krieg schlugen sich die Genter Bürger auf die englische Seite und erklärten 1488 Philipp dem Gu­ten einfach den Krieg, weil dieser die Steuern für Salz und Getreide erhöht hatte.

Die Rebellen an der Leie wurden noch rebellischer, als Kaiser Karl V., ein gebürtiger Genter, die Privilegien der Stadt mißachtete und eine Kriegssteuer für seinen Feldzug gegen Frankreich einhob. Die Genter verweigerten sich, der Kaiser beschuldigte sie der Illoyalität und des Aufruhrs, erklärte die Privilegien für nichtig, ließ die große Glocke, das Symbol der Freiheit, aus dem Belfort entfernen und die Grachten zuschütten. Außerdem mußten die Stadtväter mit einer Schlinge um den Hals ihn reumütig um Vergebung bitten.

Kein Wunder, daß in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Gent gegen Spanien aufmuckte, der Protestantismus und Calvinusmus Aufwind bekamen. Aber 1584 besetzten die Spanier Gent, die Bewohner mußten zum katholischen Glauben konvertieren, viele flüchteten in die Niederlande. Gent, das im 14. Jahrhundert nach Paris die größte Stadt nördlich der Alpen war, versank in die Bedeutungslosigkeit. „Es wuchs Gras in den Straßen von Gent“, vermerkte der Stadtschreiber.

Erst mit dem Aufkommen der Flachsindustrie im 18. Jahrhundert entwickelte sich das nun von den Franzosen beherrschte Gent zu einer der führenden französischen In­du­strie­städte. Spä­ter, im unabhängigen Bel­gien, wur­de Gent zur Hochburg der belgischen Ar­beiterbewegung und flämischen Unabhängigkeit.

Heute ist Gent die viertgrößte Stadt Belgiens und der zweit­­größte Hafen. Wir spazieren über die St. Michaelsbrücke. Hier haben wir die bedeutendsten Baudenkmäler mit den berühmten drei Türmen von Gent im Visier: Da ist der Belfort, 95 m hoch, das Machtsymbol der Zünfte, dessen Rolandsglocke einst die Bürger zu den Waffen gerufen hatte; da ist die Sint-Niklaaskerk mit dem von vier Ecktürmen flankierten Vierungsturm, einem klassischen Beispiel für die Scheldegotik.

Und da ist auch die St. Baafskathedraal, in de­ren Taufkapelle sich das Meisterwerk der flämischen Brüder Hubert und Jan van Eyck befindet – der aus 22 Tafeln bestehende Flügelalter mit der Anbetung des Lamm Gottes. Meterhohes Panzerglas schützt das Polyptychon vor den transpirierenden Touristen aus alller Welt, die sich gegenseitig vorwärts schieben.

Abends, nach der Genter Waterzooi, einer Fischsuppe, und einigen Gläsern Himbeerbier, Trapistenbier und Kirschbier, machen wir eine Bootspartie durchs nächtliche Gent und hören dabei Geschichten über die dunklen Seiten der Stadtchronik: Vom Ritter Gereraard, dem Teufel, der die Leiche seiner Frau in der Krypta aufgegessen habe und spä­ter wegen eines Mädchens seinen Sohn ertränken wollte. Als wir dabei an der Teufelsburg vorbeigleiten, heitert uns der Kapi­tän auf – mit einem Schluck Genever.
(c) Georg Karp