Schlagwort-Archive: Reiselust

Schon mal nachgedacht, warum wir verreisen?

Vom Glück des Reisens und der Magie des Ankommens.

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ITB Berlin. Positive Zwischenbilanz.

Mehr Einkäufer aus den USA, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika ♦ Enorm gestiegene Teilnehmerzahlen bei ITB Berlin Kongress und eTravel World zu Mobile und Social Media Themen ♦ Umsätze von rund sechs Milliarden Euro erwartet

ITB Berlin 2013: Positive Bilanz
Die ITB Berlin 2013 signalisiert, dass der Tourismus wieder auf Hochtouren läuft (Foto: ITB/Tom Maelsa)

Die ITB Berlin verzeichnete an den drei Fachbesuchertagen leichte Besucherzuwächse bei Einkäufern aus den USA, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika. Das ergaben erste Analysen der Leitmesse der internationalen Touristik, die vom 6. bis 10. März 2013 stattfindet. ITB Berlin. Positive Zwischenbilanz. weiterlesen

Urlaub 2013: Wohin soll die Reise gehen?

Ein österreichischer Tourismusexperte und Reiseprofi beantwortet die wichtigsten Fragen der Sommerurlauber

Die Reiselust kennt keine Grenzen
Auf dem Deck einer Luxusyacht die Sonne der Malediven genießen oder lieber am Neusiedler See urlauben? (Foto: Sultans of the Seas)

Es wird Zeit, den nächsten Urlaub zu planen. Aber wohin soll die Reise gehen? Tourismusmessen locken mit Traumbildern von Traumstränden für einen Traumurlaub. Tonnenweise werden Reisebüros mit Katalogen der Veranstalter bestückt, die Counterkräfte mit Fragen bestürmt: Wo ist es am günstigsten zu urlauben? Welches Hotel wird empfohlen? Welche Destination ist sicher, wo macht sich der Urlaub bezahlt?

Die Qual der Wahl der Urlaubsdestination bleibt dem Kunden nicht erspart. Reise-Experte, ÖRV-Präsident und TUI-Konzernsprecher Dr. Josef Peterleithner gibt auf einige wichtige Fragen der Reisebürokunden konkrete Antworten.

TUI-Konzernsprecher Dr. Josef Peterleithner
TUI-Konzernsprecher Dr. Josef Peterleithner ist für die Sommersaison 2013 zuversichtlich (Foto: Friedrich Jansenberger)

Wie entwickeln sich die Reisepreise 2013? Trotz weiter steigender Kerosin- und Energiekosten konnte TUI Österreich mit den Veranstaltermarken TUI und Gulet vergleichsweise günstige Einkaufskonditionen erzielen. So sind die Preise gegenüber dem Vorjahr nahezu gleichgeblieben. Die Preise für Flugpauschalreisen steigen im Sommer 2013 im Durchschnitt um nur ein Prozent. Die Preise für die Türkei und Spanien steigen um etwa zwei Prozent, in Tunesien und Zypern um nur ein Prozent. Griechenland und Ägypten bewegen sich preislich hingegen auf Vorjahresniveau. Der Preisanstieg bei den Fernreisen beträgt wechselkursbedingt etwa drei Prozent. Besonders attraktiv sind im Sommer 2013 Flugreisen nach Südafrika und Namibia mit einem Preisrückgang um jeweils fünf Prozent.

Welche Unterkunftskategorien sind gefragt? Wohnen im Urlaub wird anspruchsvoller. 4- und 5-Sterne Hotels gewinnen deutlich Marktanteile. Der Buchungsanteil liegt hier bei über 80 Prozent, Tendenz steigend. Die Buchungszahlen zeigen außerdem einen deutlichen Trend zu zielgruppenspezifischen Hotels wie Club Magic Life, Robinson, Gulet Holiday Clubs, Sensimar, Puravida oder Viverde.

Gewinnen Zweit- und Drittreisen wieder an Bedeutung? Die Nachfrage nach Wellnessaufenthalten, Städtereisen und Kurzaufenthalten nimmt wieder deutlich zu. ‚Kürzer, aber öfter‘ ist die Devise. Gerade im Sommer 2013 wird es durch die Feiertagskonstellation zu einer zusätzlichen Buchungsnachfrage kommen. Hier profitieren neben Italien, Kroatien, Slowenien und Österreich auch Länder auf der Flugmittelstrecke, wie die Türkei und Spanien mit täglichen Anreisemöglichkeiten.

Ändert sich die Reisedauer? Die Tendenz zur kürzeren Urlaubsreise ist klar erkennbar. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Die Flexibilität der Anreise zählt mittlerweile zu den strategischen Ansätzen der Veranstalter. So verreist derzeit knapp ein Drittel zwischen fünf und acht Tagen, etwas über ein Drittel 13 bis 15 Tage. Der Anteil jener, die mehr als 22 Tage verreisen spielt nur mehr eine untergeordnete Rolle. Die durchschnittliche Reisedauer bei Autoreisen bleibt relativ unverändert. In Ferienwohnungen bleiben die Gäste im Schnitt 7,7 Tage, bei Hotelbuchungen sind es 6,3 Tage, der Wellnessurlaub dauert durchschnittlich 3,5 Tage, der Städtetrip rund 2,8 Tage.

Schiffsreisen haben an Bedeutung gewonnen. Hält der Trend an? Die starke Nachfrage ist ungebrochen und wird begünstigt durch ein größeres Produktangebot und ein noch besseren Preis-Leistungsverhältnis. Das Schiffsunglück 2012 hat nur kurzfristig zu einer Buchungsverzögerung geführt. Machten im Jahr 2011 an die 120.000 ÖsterreicherInnen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff, waren es 2012 bereits etwa 130.000. Auch für 2013 ist mit einer weiteren Steigerung im zweistelligen Prozentbereich zu rechnen.

Sind Autoreisen wieder auf der Überholspur? Die Entwicklung ist klar auf Wachstum gerichtet. Trends wie flexible Anreise, kurzfristige Buchungsmöglichkeiten oder Frühbucherrabatte wurden von den Veranstaltern wie TUI und Terra Reisen rechtzeitig erkannt und spiegeln sich in den Buchungserfolgen wider.

Wie wirken sich politische Krisen auf das Reiseverhalten aus? Die ÖsterreicherInnen haben gelernt, mit Krisen umzugehen und sich anzupassen. Der Tourismus hat sich nach jeder Krise wieder erholt – Tsunami, Vogelgrippe, Unruhen in Thailand oder Kenia, Waldbrände in Griechenland, Bombenexplosionen in Spanien, Unruhen in Ägypten und Tunesien. Oft ist nach Wochen vieles vergessen und die Reiselust wieder ungebrochen. Die Sicherheit, die nur ein Veranstalter hier bieten kann, gewinnt bei der Buchungsentscheidung aber immer mehr an Bedeutung.

Kleines Lexikon der Reise-Irrtümer
Skurrilitäten und Überraschendes aus der Welt des Reisens von Nele-Marie Brüdgam

Buchtipp: Was Sie schon immer über Irrtümer und Halbwahrheiten zum Thema Reisen wissen wollten, erfahren Sie in dem Travelguide Kleines Lexikon der Reise-Irrtümer von Nele-Marie Brüdgam. Sie stellt die skurrilsten, folgenreichsten und überraschendsten Fakten vor. Das Buch ist im Verlach Eichborn erschienen. (GeKa)

Reisen, um zurückzukehren

Unterwegs nach Bratislava. Wir verreisen, um später wieder zurückzukehren (Foto: Bratislava.Sk)
Unterwegs nach Bratislava. Wir verreisen, um später wieder zurückzukehren (Foto: Bratislava.Sk)

Wozu eigentlich noch ankommen, wenn’s unterwegs so schön ist? Die wahre Kunst des Reisens besteht nicht nur im Erreichen eines Zieles, sondern im bewussten Erleben der augenblicklichen Schönheiten, jener lustvoller Momente, die uns später bis zum Ende unserer endgültig letzten Reise in der Erinnerung begleiten. „Nur Reisen“, so Jean Paul, der literarische Wanderer zwischen Klassik und Romantik, „ist das Leben, wie umgekehrt das Reisen Leben ist.“

Warum verreisen wir überhaupt, warum nehmen wir oft Strapazen auf uns, um nur ein Ziel zu erreichen und dann wieder zum Ausgangspunkt unserer Reise zurückzukehren? Für Jost Krippendorf, den 2003 verstorbenen Schweizer  Tourismusforscher, der als einer der Vordenker eines sozial- und umweltverträglichen Tourismus gilt, lag die Antwort auf der Hand: „Der Alltag lässt sich auf Dauer nur ertragen, wenn es Möglichkeiten gibt, ihm zu entrinnen; anders kippt der Mensch aus dem Gleichgewicht und wir krank. Die Freizeit und vor allem das Reisen sollen Farbtupfer in diese kahle Lebenswelt malen.“

Anhänger der Tiefenpsychologie und Sozialforscher kommen zu einer ähnlichen Erkenntnis: Das Verreisen ist Flucht. Wir sehen die moderne Industriewelt, die komplex vernetzte Hi-Tech-Gesellschaft, als Gefängnis, das zum Ausbrechen reizt. Und weil im Grunde auch das Arbeitsleben anstrengend und hässlich ist, die Umgebung oft unangenehm, genormt und von Krisen, Kriegen sowie Klima- und Naturkatastrophen permanent bedroht, taucht das Bedürfnis nach Befreiung auf, der Wunsch nach Flucht ist vorprogrammiert und unvermeidlich.

Wir flüchten daher aus der Enge der Realität in ein imaginäres Reich der Freiheit. Und wenn uns das Abschalten gelingt, entwickeln wir das Bedürfnis, nach der Flüchtigkeit des Reisens wieder in die gewohnte Umgebung, in die Alltagswelt, heimzukehren. Ja, wir reisen, um zurückzukehren.
Georg Karp