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ORF-Sommergespräche: Endlich ein kompetenter Moderator

Das Sommergespräche-Debakel vom Vorjahr hat endlich den ORF zum Nachdenken bewogen. Jetzt wird Armin Wolf die Sommergespräche mit den Politikern  führen und Imgrid Thurnher darf zuschauen. Ihre Gesprächsführung im vergangenen Jahr war ein journalistischer Flop, dementsprechend stürzten die Einschaltquoten ab. Zu simpel, zu butterweich waren ihre Fragen, jedes Gespräch war handzahm und zahnlos, hatte keinen Biss.

Mit Armin Wolf kommt wieder ein Frage-Profi zum Zug, der es versteht, die Politiker in die Enge zu treiben und zu entlarven. Wenn er fragt, dann lässt er sich nicht von der Fragestellung abbringen, beharrt auf eine Antwort. Und wenn er keine bekommt, versucht er es wieder, bis der Gsprächspartner nervös wird und zuletzt doch eine Antwort gibt, die für sich spricht. So sollen Sommergespräche im ORF sein – offensiv, direkt und enthüllend. 

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ORF-Sommergespräche: Wird Faymann Quotenkönig?

Den ORF-Sommergesprächen 2011 waren bisher kein Erfolg beschieden. Absolutes Quotentief war das Frage-Antwort-Spiel von Moderatorin Ingrid Thurnher mit Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger am Freitag, dem 26. Juli: Nur rund 271.000 Gebührenzahler hatten den Nerv, die Sendung  zu verfolgen. Das entspricht einem Marktanteil von 14 Prozent.

Mit dieser Einschaltquote ist der Vizekanzler vorläufig das Schlusslicht. Grünen-Chefin Eva Glawischnig konnte noch 306.000 Zuseher wach halten, während BZÖ-Chef Josef Bucher – er war der erste Gast – es immerhin auf 318.000 nicht eingeschlafene Zuseher brachte.

Beim Sommergespräch mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache waren im Durchschnitt 411.000 Gebührenzahler hellwach dabei – um mehr als 200.000 Zuseher weniger als im Vorjahr. Auch seine blauen Augen und seine verkrampfte Zurückhaltung konnten am mageren Ergebnis nichts ändern.

Ob das Sommergespräch mit Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann am Dienstag, dem 30. August, mehr Zuseher vor die Mattscheibe locken oder ein totaler Flop wird, hängt von den Fragen der Moderatorin Ingrid Thurnher ab.

Zwei Themenkreise stehen auch schon fest: Die im Wiener Wahlkampf losgetretene Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht. Und die Wiedereinführung der Vermögens- und Erbschaftssteuer.

Die Positionen von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und BZÖ dazu sind durchgekaut – also zusehen, oder abschalten und dafür ein gutes Buch lesen. Zum Beispiel: Die Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität von Markus Metz und Georg Seeßlein (edition suhrkamp).

Wetten, dass es spannender ist als das ORF-Frage-Antwortspiel? Nach der Lektüre wird Ihnen klar werden, warum wir für dumm verkauft und für dumm gehalten werden. 
Georg Karp