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Die seltsame Wandlung eines Sozialisten

Alfred Gusenbauer - SPÖ Politker lachend, Schn...
Dr. Alfred Gusenbauer, Ex-Rotweinkanzler und Kurzzeit-SPÖ-Vorsitzender, hat gut lachen: Er berät u.a. den autoritär regierenden Präsidenten von Kasachstan und steigt nun auch ins Risiko-Kapitalgeschäft ein (Foto: Hans Barte)

Na da schau her: Ex-Bundeskanzler und ehemalige SPÖ-Chef Dr. Alfred Gusenbauer macht einen erstaunlichen ideologischen Salto nach rückwärts und steigt ins kapitalistische Risiko-Kapitalgeschäft ein.

Der einst stramme Sozialist und Kreisky-Fan mit dem Faible für den italienischen Edelrotwein Barolo hat mit drei Freunden die Cudos-Gruppe gegründet, um in das lukrative Geschäft mit Risikokapital einzusteigen, berichtet die Tageszeitung Kurier. 25-Prozent-Eigentümer sind neben Gusenbauer der Wirtschaftsanwalt Leopold Specht, der Finanzmann Alon Shklarek und der Unternehmensberater mit Schwerpunkt IT und Ex-Miteigentümer der inzwischen insolventen SkyEurope Andreas Frech.

„Wir werden nicht nur investieren, sondern auch beraten, in die Aufsichtsräte gehen und auch ins Management“, erklärte Frech, der die Geschäftsführung über hat, wie sie sich von anderen Equity Fonds unterscheiden wollen.

Im Fokus sollen Sanierungskandidaten, Firmen, die für weiteres Wachstum Finanzierungen benötigen, sowie Unternehmen, deren Eigentümer Nachfolger suchen, stehen. Der Fokus liege im mittelgroßen Industriebereich in Österreich und Zentral- und Osteuropa. Fünf Mio. Euro Kapital hat die Cudos-Truppe schon beisammen, heißt es in dem Bericht.

Der Rotwein-Kanzler Alfred Gusenbauer ist seit über einem Jahr auch Berater der kasachischen Regierung und des Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajew. Dass sich Kasachstans autoritär regierender Präsident 2010 zum „Führer der Nation“ auf Lebenszeit ausrufen ließ, berührt den sich vom Sozialisten zum Kapitalisten wandelnden Ex-SPÖ-Chef nicht. In einem Profil-Interview meinte er: „Ist das bei Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi nicht genauso?“

Naja, Geld stinkt nicht. Und politische Moral ist ohnehin eine abgedroschene Floskel. Dass der ehemalige Kanzler seine früheren politischen Beziehungen in ein gewinnbringendes Netzwerk integriert, ist beachtenswert. Da kann man nur sagen: „Freundschaft, Genosse Kapitalist!“
GeKa (Quellen: news.ORF.at; Kurier; Profil)

Arnies Liebeserklärung

Die Schlagzeilen des Boulevards in dieser Woche verheißen nichts Gutes. „Das erste Arnie-Busserl auf heimischem Boden“ vermeldete das kleinformatige Populistenblatt auf einer Doppelseite.

Das ihm familiär nahestehende U-Bahn-Gratisblatt zeigte den strahlenden schauspielernden Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger mit dem säuerlich lächelnden Kanzler Werner Faymann beim Shakehands nach einem 70 Minuten dauernden „Arbeitsgespräch“ – was da wohl beredet wurde, bleibt Männersache, versteht sich.

„Liebe Österreicher, EUCH bin ich treu!“ verspricht der „Heimkehrer“ zum Abschied treuherzig dem Kanzler in die Hand.

Da muss auch der Dritte  im Bunde des Boulevards auf Seite eins im Kampf um Leser und Sensationen mithalten. „Ich komme zurück!“ verspricht der wegen seiner erfolgreichen Seitensprungpolitik vom „Terminator zum Sperminator“ von der amerikanischen Öffentlichkeit degradierte Ex-Governator dem österreichischen Regierungschef.

Spätestens im Herbst zur Eröffnung des Schwarzeneggers Museum in seiner steirischen Heimatgemeinde Thal will er wieder in die Alpenrepublik jetten, weil ihm dort Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn so gut schmecken: „I’ll be back. Ich komme zurück.“

Und schon beflügelt das die Fantasie des rot-weiß-roten Boulevardblattes: „Will er jetzt Präsident werden?“ Die Frage steht neben einem Foto auf Seite eins, das den amtierenden Bundespräsidenten Heinz Fischer mit dem abgewählten Gouverneur von Kalifornien zeigt. Ja, sensationelle Zeiten brechen für Österreich an. Wer setzt dem Terminator die Krone auf?
Georg Karp