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Affäre Golowatow: Das Schweigen der Geheimdienste

Emblem of the KGB
Image via Wikipedia

Die angekündigte zweite Gesprächsrunde zwischen Vertretern der österreichischen und der litauischen Justiz im Fall des ehemaligen sowjetischen KGB-Offiziers Michail Golowatow ist für Donnerstag, den 8. September,  in Wien geplant.

In der Affäre geht es um die Festnahme und die ungewöhnlich rasche Freilassung des von Litauen als mutmaßlicher Kriegsverbrecher gesuchten Michail Golowatow.Vilnius wirft Österreich mangelnde Solidarität und übereilte Vorgangsweise unter Druck der russischen Regierung vor.

Die Affäre um den Ex-KGB-Offiziers Mikhail Golowatow sorgt aber auch für einen etwas anderen Erklärungsbedarf. Denn zahlreiche Fragen haben die Verantwortlichen bisher unter den Tisch fallen lassen – wie zum Beispiel:

  • Warum hat der Ex-KGBler von Finnland ein Schengenvisum erhalten?
  • Warum war er mehrmals in Finnland und Zypern, was hat er dort getan, wen hat er getroffen?
  • Wo hat er überall im Schengenraum übernachtet, wen hat er ausser „russische Skisportler“ sonst noch getroffen?
  • Hat er als Ex-KGB-Offizier vielleicht auch heimliche Kontakte zu westlichen Nachrichtendiensten?
  • Was weiß der BND über seine Reisen im Schengenland und warum hüllt er sich in Schweigen?
  • War er vielleicht auf dem Weg nach Pullach? Der Weg von Salzburg nach Pullach ist nur ein Katzensprung.
  • Warum schweigt auch der österreichische Staatsschutz?
  • Was weiss er über die Vergangenheit des Ex-KGB-Offiziers und seine Aktivitäten als Alpha-Security-Agent?
  • Was weiß die CIA über den Ex-KGB-Mann und war sie über seine Reiseaktivitäten informiert?
  • Wurde Mikhail Golowatow bei seinen Reisen kreuz und quer durch Europa von den Agenten deds BND und der CIA beschattet, vielleicht auch kontaktiert, zu einem informativen Gedankenaustausch im Kampf gegen russische Terroristen bei einer Melange eingeladen?
  • Wurde Mikhail Golowatow bei seinen Aufenthalten in Finnland, Österreich, Zypern und Deutschland im Hotel belauscht und gefilmt?
  • Was weiß der der israelische Geheimdienst Mossad über die Reiseaktivitäten des Ex-KGB-Offiziers?
  • Haben die militärischen Abschirmdienste seine Spuren verfolgt, seine Aktivitäten beobchtet?

Zur Erinnerung: Zu den Höhepunkten seiner Karriere bei der zum KGB gehörenden Spezialeinheit „Alpha“ zählen Einsätze während des sowjetischen Krieges in Afghanistan. Der KGB-Offizier Golowatow wirkte auch bei Geiselbefreiungen mit. Als stellvertretender Kommandant leitete er den Einsatz der „Alpha“-Truppe am 13. Jänner 1991 in Vilnius. Litauen wirft ihm deshalb Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Seit Oktober 2010 existiert deshalb ein europäischer Haftbefehl gehen ihn.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wechselte der Ex-KGB-Offizier Golowatow in die Privatwirtschaft und führt bis heute mehrere Firmen im Security-Bereich, ist Präsident der Moskauer Langlaufföderation und der offiziellen Langlaufföderation Russlands.

In einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ sagte der ehemalige KGB-Offizier: „Ich bin seit 1992 in Pension. Zwischen 1994 und 2003/2004 war ich etwa 80-mal in London, 30-mal in den USA. Dazu in allen EU-Ländern. Ich hatte gemeinsame Firmen mit Briten, war GUS-Direktor einer amerikanischen Firma und bin in Oxford aufgetreten. Ich hatte nirgends Probleme. Ich fahre seit 1992 nach Finnland. Ich hatte einen Freund, der bei Aeroflot arbeitete.“

Und er gibt auch an, dass er in der VErgangenheit oft nach Österreich gekommen war. „Ich habe zum Beispiel ein Unternehmen, das sich mit humanitärer Entminung beschäftigt und war in diesem Zusammenhang in Ex-Jugoslawien und bin immer über Wien geflogen. Erstaunlich, dass seine Wien-Flüge dem österreichischen Staatsschutz nicht aufgefallen sind.

Der ehemalige ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek hat die Freilassung des Ex-KGB-Offiziers Golowatow scharf kritisiert. Und auch die EU hat die Vorgangsweise Österreichs bekrittelt. Die rotschwarze Bundesregierung hingegen findet, dass alles seinen gesetzeskonformen Gang gegangen ist.
GeKa

Medizintourismus: Bustransfer zum Zahnarzt

Medizintourismus ist der große Gesundheitstrend des neuen Jahrhunderts. Diese Entwicklung ist jeoch mit erheblichen logistischen Herausforderungen verbunden. Um Patienten hierbei einen Rundum-Service aus einer Hand anbieten zu können, sind SanaGlobe und die Deutsche Touring GmbH  eine Kooperation eingegangen. Kunden von SanaGlobe können damit nun den bequem Bustransfer zur Behandlung zubuchen.

Ob eine Zahnbehandlung in Ungarn, Augenlasern in Polen oder eine Schönheitsoperation in Tschechien – rund 300.000 Deutsche reisen nach Angaben der Kassenverbände jedes Jahr ins Ausland, um sich medizinisch versorgen zu lassen.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Neben beträchtlichen Kosteneinsparungen von 40 bis 70 Prozent schätzen deutsche Patienten die ausgesprochene Serviceorientierung und Behandlungsqualität spezialisierter Kliniken. Zusätzlich lässt sich eine Behandlung noch mit einem Erholungsurlaub verbinden.

Die Deutsche Touring/Eurolines Germany – größter deutsche Anbieter im internationalen Linienbusverkehr – bietet mit 80 Abfahrtsorten in Deutschland und 700 Destinationen in 32 Ländern Europas ein äußerst vielfältiges Angebot für Medizintouristen.

SanaGlobe ist die führende unabhängige Plattform für Patienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich im Ausland behandeln lassen wollen. Das Unternehmen berät bei allen Fragen rund um medizinische Angebote im Ausland und vermittelt auf Wunsch ausgewählte deutsch-sprachige Fachärzte, die einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen wurden.

Die Deutsche Touring GmbH/Eurolines Germany hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1948 zu einem der leistungsfähigsten und bedeutendsten Busgesellschaften Europas entwickelt. Mit Ihrem neu-sten Projekt; der Business Class, kann man z.B. von München nach Prag oder nach Wien fahren.

Der Fahrgast erhält durch hochwertigen Sitzen mehr Beinfreiheit und somit einen höhe-ren Reisekomfort. Freies Internet durch kostenlosen WiFi-Anschluss, gratis Zeitungen und Zeitschriften sowie einem elektronischen Unterhaltungs-System, sollen die Reise so angenehm wie möglich gestalten. (Quelle: Deutsche Touring; GeKa)

Russeninvasion in Baden

Die Geldquelle sprudelt in Baden bei Wien: Russische Touristen lassen die Kassen laut klingeln (Foto: Tourismusbüro Baden)
Die Geldquelle sprudelt in Baden bei Wien: Russische Touristen lassen die Kassen laut kligneln (Foto: Tourismusbüro Baden)

Der Rubel rollt im Euroland Österreich. Immer mehr russische Gäste lassen in der Alpenrepublik die Klassen klingeln – zum Beispiel in der Kurstadt Baden bei Wien. Der Tourismusdirektor Klaus Lorenz erwartet für 2011 sogar ein Rekordjahr, das deutlich über dem Umsatz von 1,7 Millionen Euro im letzten Jahr liegen soll.

Grund für diesen „Russensturm“ sieht Lorenz in der intensiven Bearbeitung des russischen Marktes seit über zehn Jahren, wobei er seine Überzeugung äussert, dass das Potenzial noch größer sei.

„Während ein deutscher Gast mit durchschnittlichen Tagesausgaben von 100 Euro bewertet wird, sind es bei den russischen Gästen 300 Euro“, sagt der Tourismuschef von Baden.

Laut dem Mehrwertsteuerrückerstatter Global Bluegibt der russische Gast sogar mehr als 430 Euro pro Einkauf aus. Besonders interessiert zeigen sich die ausgabenfreudigen Gäste aus Osteuropa an teuren Markenprodukten in den Handelsgeschäften, an exklusiven

Grand Casino Baden: Wo die Russen ihr Glück suchen (Foto: Casinos Austria)
Grand Casino Baden: Wo die Russen ihr Glück suchen (Foto: Casinos Austria)

Gesundheitsdienstleistungen und am Glückspiel im Grand Casino Baden.

„Um den russischen Gästen das breite Angebot der Badener Wirtschaft näher zu bringen, haben wir gemeinsam mit 20 Badener Unternehmen im Jänner dieses Jahres einen speziellen Einkaufsführer in russischer Sprache aufgelegt“, sagt Sabine Hauger, Leiterin des Badener Wirtschaftsservice.

In einigen Gastrobetrieben gibt es bereits Speisekarten in russischer Sprache und in etlichen Geschäften Produktbeschreibungen auf Russisch. Besonders engagierte Unternehmer haben sich mit ihren Mitarbeitern darüber hinaus russische Sprachkenntnisse angeeignet.

„Mit den angebotenen Serviceleistungen wollen wir den Aufenthalt der russischsprachigen Gäste so angenehm wie möglich gestalten“, sagt Lorenz. Dies sei auch ein Grund der Beliebtheit Badens bei den russischen Gästen.

„Die größte Herausforderung ist die Sprache, daher wird in Baden jeder russische Gast von einem unserer russischsprachigen Guides begrüßt und über die Möglichkeiten in der Stadt und in der Region in seiner Sprache informiert“, meint der Badener Tourismusboss Lorenz. Auch eine eigene 24-Stunden-Hotline für Notfälle habe man eingerichtet, „die so manchen verirrten Russen wieder ins Hotel zurück geleitet hat.“

Im Tourismusjahr 2009/10 sind 1.475 russische Gäste nach Baden bei Wiengekommen. Sie buchten 7.890 Übernachtungen. Für heuer zeichnet sich ab, dass der Vorjahresumsatz des „Russengeschäftes“ in der Größenordnung von 1,7 Millionen Euro übertroffen werden wird. Für das Tourismusjahr 2010/11 wird mit einer Steigerung der Übernachtungen von rund 20 Prozent auf 9.500 gerechnet.

Dem Kaiser Franz Jopseph bleibt nichts erspart: Die Russen erobern wieder Baden bei Wien (Foto: Tourismusbüro Baden)
Dem Kaiser Franz Jopseph bleibt nichts erspart: Die Russen erobern wieder Baden bei Wien (Foto: Tourismusbüro Baden)

Ähnliche starke Zuwächse aus Russland sieht auch Rudolf Kadanka, Eigentümer des Reisebüros Mondial, die sich zum größten Incoming-Unternehmen aus Russland entwickelt hat: „Erst im Jänner haben wir die Besitzer der größten russischen Reiseveranstalter nach Baden eingeladen und konnten sie für Baden begeistern. Mit diesem Konzept wollen wir die Zahl der Übernachtungen in den nächsten Jahren auf mehr als 15.000 pro Jahr steigern.” (Quelle: Nö.WPD; GeKa)

Abgesang auf einen Alt-Nazi

Eigenartig, eigenartig: Da stirbt der „Doyen der Neonazi-Szene in Österreich und Deutschland“ (sic!) und die Steiermark-Online-Redaktion des öffentlich-rechtlichen Meinungsmonopols ORF widmet dem Tod des „Untersturmführers der ersten Waffen-SS-Division“ mehr als 35 Zeilen im Internet – sozusagen als einen Quasi-Nachruf in einem informativen Nachrichtenkleid.

Aufstand im Warschauer Ghetto – Fotografie von Jürgen Stroop. Aus dem Stroop-Bericht von 1943 an Heinrich Himmler von Mai 1943. Die originale Bildunterschrift lautet „Mit Gewalt aus Bunkern hervorgeholt“. Es ist eines der bekanntesten Fotos aus dem zweiten Weltkrieg. Erstmals veröffentlicht in „Sprawozdanie Juergena Stroopa“ (1948) von Stanisław Piotrowski

Hallo, hallo, haben wir wirklich nichts anderes, nichts besseres zu berichten? Trauert da vielleicht jemand um die „Integrationsfigur des Rechtsextremismus“? Weint jemand dem Altnazi nach? Wäre es nicht zeitgeschichtlich wesentlich wichtiger, über den Tod der letzten Überlebenden des Holocaust zu informieren?

Der Abgang der „grauen Eminenz der deutsch-österreichischen Neonazi-Szene“, so das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), ist in Anbetracht der Vergangenheit dieses Mannes nicht einmal eine Marginale wert. Wem also nützt dieser Abgesang? Ist der Tod eines Unverbesserlichen wirklich vermeldenswert und noch dazu in dieser Breite? Oder gibt es da vielleicht noch braune Flecken in der grünen Mark?

Warten wir mal ab, wer zum Begräbnis antanzt, welcher Rechte die Rechte zum letzten Gruß erhebt. Vielleicht schickt die Steiermark-Redaktion des ORF auch einen Kranz? Wer weiß, wer weiß.
GeKa