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London calling!

Die britische Hauptstadt rüstet sich für die Olympischen Spiele (Foto: JP Masclet/visit Britain)
Die britische Hauptstadt rüstet sich für die Olympischen Spiele (Foto: JP Masclet/Visit Britain)

Die britische Hauptstadt wird für die Dauer der Olympischen Spiele aus Angst vor Terroranschlägen zu einer militärischen Festung. Seit Monaten üben die Militärs in der Millionenmetropole für die Eröffnung der Olympischen Spiele: Scharfschützen und Luftabwehrraketen auf Dächern, Typhoon-Jäger und Hubschrauber am Himmel, Schnellboote auf der Themse.

London zum Einlesen und Nachlesen: Biographien einer Metropole (Merian)
London zum Einlesen und Nachlesen: Biographien einer Metropole (Merian)

An die  40.000 Sicherheitskräfte werden von 27. Juli bis 12. August die Spiele und Spieler aus aller Welt vor möglichen Terroranschlägen beschützen. Aber auch andere Ängste plagen London: Politiker und Airlines befürchten ein Olympia-Chaos am Flughafen Heathrow, Warteschleifen am Himmel, lange Schlangen bei der Einreise und endlose Verspätungen. Für diesen Fall empfiehlt sich dann die Lektüre von „London“ mit 20 ausgewählten Biographien, die einen tieferen Einblick in Vergangenheit und Gegenwart, Kultur und Lebensgefühl von London geben (Merian).

Anreisen & Ankommen

Das Flugangebot ab Wien nach London ist umfangreich. So fliegen unter anderem Austrian, American Airlines, Air Canada, British Airways, British Midland, Easyjet und Lufthansa. Im Online-Flugplan des Flughafens Wien (www.viennaairport.at) können alle verfügbaren Flüge abgerufen werden. Bei der Ein- und Ausreise und beim Transfer ist mit län-geren Wartezeiten zu rechnen.

Übernachten & Rasten

Wer noble Eleganz liebt, steigt am besten im The Stafford’s London Kempinski ab. Zu den legendären Grandhotels gehören Claridge’s, Dorchester, Ritz, Savoy und das Renaissance Chancery Court. Mehr als 120.000 von den Olympia-Verantwortlichen reservierte Betten in 200 Londoner Hotels sind jetzt wieder buchbar. Eine große Hotelauswahl bietet die Online-Plattform www.hotelinfo.de

The-Cube-by-Electrolux: Dinner auf hohem Niveau mit grandiosem Ausblick auf London
The Cube Electrolux: Dinner auf hohem Niveau mit grandiosem Ausblick auf London

Essen & Trinken

Das mobile Show-Restaurant The Cube von Electrolux macht auf seiner Europatour von 1. Juni bis 30. September halt in London. Sechs preisgekrönte Köche verwöhnen dann im 140 qm großen Restaurantpavillon, der auf dem Dach der Royal Festival Hall aufgebaut wird, die 18 Gäste bei atemberaubendem Blick auf den Big Ben. Buchungen nur bis 24.6. unter Tel. +44 207 288 6450 möglich.

Besuchen & Besichtigen

Sehenswert ist das Musical „The Lion King“ von Tim Rice und Elton John im Lyceum Theatre. Die Schau „British Design 1948–2012“ im Victoria and Albert Museum in London zeigt 60 Jahre britisches Design und dessen Wandel seit den Nachkriegsjahren. Zum 60. Thronjubiläum von Queen Elizabeth stellt der Buckingham Palace ihre Diamanten aus. Infos: www.visitbritain.com/de

Orban provoziert durch Großprojekte

Theater schließen, die Filmindustrie steht still, Museen und Bibliotheken arbeiten auf Sparflamme: 2011 hat die ungarische Regierung die staatlich finanzierten Kultureinrichtungen durch massive Kürzungen bereits in eine prekäre bis existenzbedrohende Situation gebracht. 2012 wird weiter gespart.

Ministerpräsident Orban provoziert indes mit propagandistischen Großprojekten und schwer kritisierten Personalentscheidungen, wie der Berufung eines bekennenden Antisemiten an die Spitze des Budapester Neuen Theaters. Mehr Infos auf der ORF-News-Webseite.

Ist Österreichs Tourismus ein Stiefkind der Politik?

Schloß Schönbrunn in Wien: Aushängeschild für den Tourismus und wichtiger Geldbringer (Foto: ÖW)
Schloß Schönbrunn in Wien: Aushängeschild für den Tourismus und wichtiger Geldbringer (Foto: ÖW)

Wie steht der Tourismus in der österreichischen Öffentlichkeit da? Welchen Stellenwert räumt die Politik dieser Branche ein? Wie bringt der Tourismus die unterschiedlichen Interessen in den eigenen Reihen unter einen Hut? Existenzielle Fragen, die Gegenwart und Zukunft einer erfolgreichen Branche, die von der vergangenen und derzeitigen Politik stiefmütterlich behandelt wird, betreffen – der Tourismus.

Mittwochabend, traf sich die Tourismus Community Austria zum dritten Mal, um in der Aula der Wissenschaften den Stellenwert der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Österreich und die Herausforderungen für die Zukunft zu diskutieren.

Rund 80 Gäste verfolgten das von APA-Wirtschaftsressortleiter Thomas Karabaczek moderierte Gespräch mit Renate Danler (Hofburg Vienna, Kongresszentrum), Helmut Peter (Romantikhotel Im Weissen Rössl) und Christopher Norden (T.A.I. – Tourismuswirtschaft Austria & International).

Helmut Peter, Altwirt im Weissen Rössl am Wolfgangsee, ließ in seinem einleitenden Statement keinen Zweifel darüber aufkommen, wie wichtig die Bedeutung des Tourismus für die österreichische Wirtschaft ist: „Mit Ausnahme der Jahre 2007 und 2008 hat der Tourismus die negative Handelsbilanz immer ins Positive gedreht!
Deshalb ist der Tourismus eine Erfolgsstory, allerdings haben wir zurzeit, wie in anderen Branchen auch, eine Art Reformverweigerung. Wir müssen darüber reden, wie dieses Land touristisch effizienter werden kann.“

Hohe Steuerquoten, schwierige Arbeitsbedingungen, die Herausforderung der Internationalisierung – das sind laut Helmut Peter die vorrangigen Aufgaben der Lobbyisten im österreichischen Tourismus.

„Wenn Österreich eine international bekannte Kernkompetenz hat, dann sind das der Tourismus und die Kultur“, betonte Hofburg-Direktorin Renate Danler. Für sie steht der Mensch im Mittelpunkt: „Ich würde mir viel mehr junge Menschen wünschen, die mit Herz und Engagement im Tourismus tätig sind. Heute ist es viel
schwieriger, motivierte Mitarbeiter im Tourismus zu finden als Gäste!“

Christopher Norden, Herausgeber der Fachzeitschrift T.A.I. – Tourismuswirtschaft Austria & International, hielt es für besonders wichtig, die Freizeitwirtschaft gesamthaft und mit ihren mannigfaltigen Vernetzungen mit anderen Branchen zu sehen: „Dies müssen wir in der Öffentlichkeit noch stärker herausstreichen. Es gibt Regionen in Österreich, die ohne den Tourismus nicht überlebensfähig wären.“

Die künftige Entwicklung des Tourismus in Österreich aber auch international wurde generell positiv beurteilt. „Der Österreich-Tourismus wird langfristig wachsen“, zeigte sich Christopher Norden überzeugt, „Österreich darf daher nicht locker lassen, was die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes oder andere steuerlichen Rahmenbedingungen für Betriebe betrifft. Nur dann bleiben wir im Vergleich zu den alten und neuen Mitbewerbern konkurrenzfähig.“

Renate Danler ließ keine Zweifel darüber offen, dass es einerseits zu einer Marktbereinigung kommen wird, andererseits Kooperationen und Allianzen immer wichtiger werden: „Das Personal ist und bleibt daher ein Schlüsselfaktor. Wir müssen schauen, dass junge Menschen aus dem Ausland nach Österreich kommen, um hier eine professionelle Ausbildung zu bekommen.“ Helmut Peter brachte in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer Aufwertung der Tourismuswissenschaft und Forschung in Österreich ins Spiel.

Die Runde war sich dahingehend einig, dass die Rahmenbedingungen für den Tourismus in Österreich schwieriger werden. „Lassen Sie die Zinsen auf fünf Prozent steigen und gleichzeitig die Übernachtungen um fünf Prozent sinken“, konkretisierte Helmut Peter ein Beispiel, „dann sinken die Preise um zehn Prozent – und das ist für eine Vielzahl der Betriebe aus heutiger Sicht nicht verkraftbar“.

Christopher Norden betonte allerdings, dass sich der österreichische Tourismus in den letzten Jahren als überraschend krisenresistent erwiesen habe: „Viel kritischer wirkt sich die Wirtschafts- und Finanzkrise beispielsweise auf die Mittelmeerländer aus!“ Zusammenfassend einigte sich das Podium auf das Resümee, dass der Tourismus zweifellos eine Schlüsselbranche ist und „ein Kind mit vielen Talenten“, wie Christopher Norden es auf den Punkt brachte. (Quelle: pro.media)

Lieben Sie es, wenn Touristen durch Ihr Haus marschieren?

Reisen bildet, er­holt, schafft Völkerverständigung, bringt Geld in die Zielgebiete und macht tolerant. Alljährlich verreisen über 700 Mil­lionen Menschen, allein davon ein Viertel in Entwicklungsländer, für die der Tourismus eine wichtige und oft auch nur die einzige Zukunftshoffnung darstellt.

Aber der Tourismus kann auch, was viele übersehen, soziale Ungleichheiten verstärken, lo­kale Kulturen überfordern und große ökologische Probleme mit sich bringen. Da­her sollten wir, die satten All-inclusive-Urlauber und mit Videokameras be­waffneten Weltenbummler, mit Respekt vor fremden Kulturen verreisen.

Unsere Gastgeber – egal ob in Spanien, in der Türkei oder in Südafrika – erwarten von uns keine Almosen, sondern Verständnis für ihr Leben, das unter völlig anderen Um­ständen verläuft, als wir es in unseren Breitengraden gewohnt sind.

Deshalb ist höf­liches Herantasten an fremde Le­bens­ge­­wohnheiten angesagt, kein wildes Drauf­losfoto­gra­fie­ren oder ungefragtes Besichtigen von Tempeln, Moscheen, Palästen und Armeleutehütten. Vergessen wir für zwei Wochen unsere Arroganz und unseren Geldbeutel, versuchen wir, uns wie Gäste in dem fremden Land zu bewegen und die dort üblichen Gebräuche und Sitten zu beachten.

Dann wird man auch uns gegenüber mit Respekt und Toleranz entgegentreten, uns und unsere Einstellungen zu verstehen ver­suchen, selbst wenn diese manchmal nicht zu verstehen sind.

Tragen Sie mit Ihrem Verhalten dazu bei, dass der Tourismus im neuen Jahrtausend kein Privileg der Wohlstandsurlauber ist, sondern ei­ne Chance für ein friedliches und respektvolles Kennenlernen von Menschen verschiedener Kulturen und Haut­farben.

Seien Sie einfach Mensch, wenn Sie demnächst Urlaub machen, und nicht irgendein Pauschaltourist, der alles für sein Geld haben will.
(c) Georg Karp