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Quergedacht oder doch richtig?

„Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat.“
Albert Einstein über die Weltwirtschaftskrise 1929

Die verlorene Ehre der Zweiten Republik

Die korrumpierte Republik. Die betrogenen Wähler. Staatliche Einrichtung als Selbstbedienungsladen. Gerechtigkeit als Worthülse. Die ewige Unschuldsvermutung. Moral ist keine politische Kategorie mehr. Ethik ist nur ein Fremdwort. Mündige Bürger sind ein Reizwort. Die Ohnmacht der Wähler ist das Fundament für die Macht der Mächtigen.

Sie lügen, betrügen und zocken die Bürger ab. Sie verschwenden Steuergelder. Sie lassen sich von Lobbyisten kaufen. Sie kassieren. Sie schmieren und wir blechen. Sie haben schamlos die Ehre der Republik besudelt. Sie haben das Ansehen dieses aus Trümmern wieder aufgebauten Staates beschädigt.

Sie haben zugelassen, dass aus der Zweiten Republik eine korrupte Bananenrepublik geworden ist. Ihr Name ist Hase und sie wissen von nichts. Sie sind immer überrascht, wie tief der Sumpf ist, in dem sie selbst bis zum Hals stecken. Die Wut im Bauch der Bürger wird größer. Aber das interessiert die da oben nicht. Sie denken an ihre Pfründe. Sie stecken ihre Claims ab. Und sie predigen soziale Gerechtigkeit.

Aber wer sagt, was soziale Gerechtigkeit wirklich ist? Wer hat Anspruch auf soziale Gerechtigkeit? Die Banken, die Milliardäre, die Millionäre, der Mittelstand, die Beamten, die Gewerkschafter, die Lohnabhängigen, die Pensionisten, die Obdachlosen und Armen? Wer hat das Sagen in dieser Republik der Populisten, Opportunisten, Nationalisten und Chauvinisten?

Die Boulevardmedien, die sich um die  mit Steuergeldern finanzierten Inserate der Politiker und Parteibonzen raufen und zugleich nach Transparenz schreien, aber selbst sich hinter Stiftungen und kartellrechtlich bedenklichen Firmenkonstruktionen verstecken?

Wer vertritt die Interessen der Bürger tatsächlich, wer kümmert sich um die wahren Probleme, um die realen Existenzängste der Menschen? Wem können wir noch trauen und vertrauen, ohne belogen und betrogen zu werden? Und wer wird die Ehre der Zweiten Republik wiederherstellen?

Die Roten, die Schwarzen, die Grünen, die Blauen oder die Orangen? Die Politikverdrossenheit schreitet dramatisch voran, die Politik und ihre Repräsentanten verheddern sich in kleinkarierte Debatten, und das Stimmvolk erhebt nicht die Stimme, weil es ohnehin schon lange nicht gehört wird. Österreichs Zukunft wird immer mehr zur Vergangenheit. Aber, was kommt dann? Gute Nacht, Österreich.
GeKa

Reisen, um zurückzukehren

Unterwegs nach Bratislava. Wir verreisen, um später wieder zurückzukehren (Foto: Bratislava.Sk)
Unterwegs nach Bratislava. Wir verreisen, um später wieder zurückzukehren (Foto: Bratislava.Sk)

Wozu eigentlich noch ankommen, wenn’s unterwegs so schön ist? Die wahre Kunst des Reisens besteht nicht nur im Erreichen eines Zieles, sondern im bewussten Erleben der augenblicklichen Schönheiten, jener lustvoller Momente, die uns später bis zum Ende unserer endgültig letzten Reise in der Erinnerung begleiten. „Nur Reisen“, so Jean Paul, der literarische Wanderer zwischen Klassik und Romantik, „ist das Leben, wie umgekehrt das Reisen Leben ist.“

Warum verreisen wir überhaupt, warum nehmen wir oft Strapazen auf uns, um nur ein Ziel zu erreichen und dann wieder zum Ausgangspunkt unserer Reise zurückzukehren? Für Jost Krippendorf, den 2003 verstorbenen Schweizer  Tourismusforscher, der als einer der Vordenker eines sozial- und umweltverträglichen Tourismus gilt, lag die Antwort auf der Hand: „Der Alltag lässt sich auf Dauer nur ertragen, wenn es Möglichkeiten gibt, ihm zu entrinnen; anders kippt der Mensch aus dem Gleichgewicht und wir krank. Die Freizeit und vor allem das Reisen sollen Farbtupfer in diese kahle Lebenswelt malen.“

Anhänger der Tiefenpsychologie und Sozialforscher kommen zu einer ähnlichen Erkenntnis: Das Verreisen ist Flucht. Wir sehen die moderne Industriewelt, die komplex vernetzte Hi-Tech-Gesellschaft, als Gefängnis, das zum Ausbrechen reizt. Und weil im Grunde auch das Arbeitsleben anstrengend und hässlich ist, die Umgebung oft unangenehm, genormt und von Krisen, Kriegen sowie Klima- und Naturkatastrophen permanent bedroht, taucht das Bedürfnis nach Befreiung auf, der Wunsch nach Flucht ist vorprogrammiert und unvermeidlich.

Wir flüchten daher aus der Enge der Realität in ein imaginäres Reich der Freiheit. Und wenn uns das Abschalten gelingt, entwickeln wir das Bedürfnis, nach der Flüchtigkeit des Reisens wieder in die gewohnte Umgebung, in die Alltagswelt, heimzukehren. Ja, wir reisen, um zurückzukehren.
Georg Karp 

So erobern Sie Ihr Leben zurück!

Laut einer IfAP®-Umfrage wünschen sich 96 Prozent eine Veränderung in ihrem Leben. Sie hätten gerne mehr Zeit, mehr Ruhe, mehr Geborgenheit und hauptsächlich mehr Selbstbestimmtheit. 81 Prozent sind durch die Arbeit überlastet, vor allem durch die Doppelbelastung von Beruf und Familie. 79 Prozent fühlen sich unter ständigem Leistungsdruck, 53 Prozent sind sogar von ihrer Freizeit gestresst, weil sie den Eindruck haben, auch hier perfekt sein und „funktionieren“ zu müssen.

Das Autorenduo Volker Kitz und Manuel Tusch zeigen in ihrem Bestseller, wie jeder wieder Kontrolle über sein Leben gewinnen kann (Foto: Campus)
Das Autorenduo Volker Kitz und Manuel Tusch zeigen in ihrem Bestseller, wie jeder wieder Kontrolle über sein Leben gewinnen kann (Foto: Campus)

Volker Kitz und Manuel Tusch gehen diesen Erscheinungen in ihrem neuen Buch Ich will so werden, wie ich bin (Campus) nach und bieten Hilfe. Sie identifizieren die sechs Zwänge der modernen Gesellschaft: Leistungszwang, Stresszwang, Sinnstiftungszwang, Perfektionszwang, Balancezwang und Selbstverwirklichungszwang.

Unterhaltsam leiten sie dazu an, „sich einmal eine Tüte Popcorn zu schnappen und den Zirkus des eigenen Lebens aus der Distanz zu betrachten“. So kann sich jeder von den modernen äußeren Zwängen befreien. Das ebnet den Weg dazu, die eigenen Bedürfnisse wieder zu spüren und zu verwirklichen. Hierfür entwickeln Kitz & Tusch in ihrem Buch ein neues psychologisches „Modell der Bedürfniskompensation“.

Ratgeber für alle, die wieder Kontrolle über ihr Leben haben wollen: Ich will so werden wie ich bin (Verlag Campus)
Ratgeber für alle, die wieder Kontrolle über ihr Leben haben wollen: Ich will so werden wie ich bin (Verlag Campus)

Mit diesem Selbstcoaching-Programm kann jeder seine Lebensrollen entdecken und analysieren. „Viele sind überrascht, wenn sie dann ihre Rollen mit ihren Bedürfnissen abgleichen“, so Manuel Tusch. „Plötzlich liegen ungeahnte Selbstverwirklichungsmöglichkeiten vor ihnen.“

Denn alle Menschen haben zwar ähnliche Bedürfnisse, zum Beispiel nach Anerkennung, Kontakt, Ruhe oder Harmonie. Doch kann jeder Mensch seine individuellen Lebensrollen – wie z.B. Angestellte, Familienvater, beste Freundin – so aufeinander abstimmen, dass sich die Bedürfnisse am Ende gegenseitig befriedigen. Damit findet jeder seinen ganz persönlichen Lebensentwurf. Einen Auszug aus dem Buch lesen Sie im eMagazin BILDUNGaktuell (Ausgabe 03/2011) lesen. Sie können dort das eMagazin kostenlos downloaden.

Dr. Volker Kitz hat Jura und Psychologie studiert, danach Erfahrungen als Wissenschaftler, TV-Journalist, Drehbuchautor und Lobbyist gesammelt. Heute arbeitet er als Anwalt und Coach in Köln.

Dr. Manuel Tusch hat Psychologie und Erwachsenenbildung studiert. Er hat eine psychologische Praxis in Köln und leitet dort das Institut für Angewandte Psychologie (IfAP), ein seit 2003 bestehendes Forschungs- und Ausbildungsinstitut. Er konzipierte und leitete die aktuelle IfAP-Studie. Bekannt wurde das Autorenduo durch den internationalen Bestseller „Das Frustjobkillerbuch – Warum es egal ist, für wen Sie arbeiten“.

Zur Studie „Zwänge der modernen Gesellschaft“: Befragt wurden 4.378 Menschen im Zeitraum von Oktober 2010 bis Januar 2011. Die Auswertung erfolgte quantitativ und qualitativ mittels Inhaltsanalyse.