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Klimawandel: Schützen Bäume vor Hunger?

Abgeholzte Wälder, ausgetrocknete Flüsse, Äcker ohne fruchtbare Erde: Der Klimawandel wirkt sich auf die Lebensbedingungen aller Menschen aus. „Die Veränderungen in der Natur haben aber besonders in Entwicklungsländern dramatische Folgen. Denn dort leben mehr als drei Viertel der Bevölkerung direkt von der Land- und Forstwirtschaft. Ist die Ernte zerstört oder der Boden ausgelaugt, wird das für einen Bauern in Burkina Faso zur Überlebensfrage“, sagt Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Klimawandel: Schützen Bäume vor Hunger? weiterlesen

Wandelt sich das Klima zur Katastrophe?

„Heiße Luft nach Kopenhagen“ von Reinhard Böhm heizt die Diskussion um das Reizthema Klimawandel auf. Ein Buch zur Information und Provokation
„Heiße Luft nach Kopenhagen“ von Reinhard Böhm heizt die Diskussion um das Reizthema Klimawandel auf. Ein Buch zur Information und Provokation (Edition Va Bene)

Der Hurrikan Sandy hat New York und die halbe Ostküste Amerikas lahmgelegt und wirbelt auch wieder das Thema Klimawandel und seine Auswirkung auf: schmelzende Gletscher, Jahrhundertfluten und monströse Murenabgänge wie im Sommer in der Steiermark – extreme Wetterereignisse sind auch in Österreich keine Seltenheit mehr.

Hat die große Klima-Apokalypse schon begonnen? Wandelt sich das Klima zur Katastrophe? Ein brisantes und heißes Thema, das keinen kalt lässt. Dazu einen Buchtipp für alle, die zu diesem Thema mehr wissen möchten, sollten und müssten: „Heiße Luft nach Kopenhagen“ von Reinhard Böhm, eine überaus kritische Analyse aus der renommierten Edition Va Bene (ISBN 978-3-85167-243-5).

Der Autor Dr. Reinhard Böhm, Klimatologe und Leiter diverser internationaler Forschungsprojekte zur Variabilität des Klimas in Österreich und im Großraum Alpen, setzt sich kritisch und provokant mit dem Dauer-Reizthema Klimawandel auseinander. Allgemeinverständlich erklärt er den heutigen Stand der Wissenschaft und zeigt deren vorhandenen Unsicherheiten auf – basierend auf objektive Daten und Fakten.

Watergate, Climategate, Kopenhagengate: Was nun, wie geht’s weiter? Ist alles normal, abnormal oder postnormal? Ist der Klimawandel nur eine künstliche mediale Aufregung oder müssen wir uns schon bald warm anziehen, weil die nächste Eiszeit kommt?

Reisen, um zurückzukehren

Unterwegs nach Bratislava. Wir verreisen, um später wieder zurückzukehren (Foto: Bratislava.Sk)
Unterwegs nach Bratislava. Wir verreisen, um später wieder zurückzukehren (Foto: Bratislava.Sk)

Wozu eigentlich noch ankommen, wenn’s unterwegs so schön ist? Die wahre Kunst des Reisens besteht nicht nur im Erreichen eines Zieles, sondern im bewussten Erleben der augenblicklichen Schönheiten, jener lustvoller Momente, die uns später bis zum Ende unserer endgültig letzten Reise in der Erinnerung begleiten. „Nur Reisen“, so Jean Paul, der literarische Wanderer zwischen Klassik und Romantik, „ist das Leben, wie umgekehrt das Reisen Leben ist.“

Warum verreisen wir überhaupt, warum nehmen wir oft Strapazen auf uns, um nur ein Ziel zu erreichen und dann wieder zum Ausgangspunkt unserer Reise zurückzukehren? Für Jost Krippendorf, den 2003 verstorbenen Schweizer  Tourismusforscher, der als einer der Vordenker eines sozial- und umweltverträglichen Tourismus gilt, lag die Antwort auf der Hand: „Der Alltag lässt sich auf Dauer nur ertragen, wenn es Möglichkeiten gibt, ihm zu entrinnen; anders kippt der Mensch aus dem Gleichgewicht und wir krank. Die Freizeit und vor allem das Reisen sollen Farbtupfer in diese kahle Lebenswelt malen.“

Anhänger der Tiefenpsychologie und Sozialforscher kommen zu einer ähnlichen Erkenntnis: Das Verreisen ist Flucht. Wir sehen die moderne Industriewelt, die komplex vernetzte Hi-Tech-Gesellschaft, als Gefängnis, das zum Ausbrechen reizt. Und weil im Grunde auch das Arbeitsleben anstrengend und hässlich ist, die Umgebung oft unangenehm, genormt und von Krisen, Kriegen sowie Klima- und Naturkatastrophen permanent bedroht, taucht das Bedürfnis nach Befreiung auf, der Wunsch nach Flucht ist vorprogrammiert und unvermeidlich.

Wir flüchten daher aus der Enge der Realität in ein imaginäres Reich der Freiheit. Und wenn uns das Abschalten gelingt, entwickeln wir das Bedürfnis, nach der Flüchtigkeit des Reisens wieder in die gewohnte Umgebung, in die Alltagswelt, heimzukehren. Ja, wir reisen, um zurückzukehren.
Georg Karp 

Ist der Treibhauseffekt eine Lüge?

Im Jahre 1950 wurde an der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt das „Institut für Sozialforschung“ wiederbegründet. Leiter wurde Max Horkheimer (1895-1973), sein Vertreter Theodor W. Adorno (1903-1969). Sie riefen die „Frankfurter Schule“ ins Leben und lehrten die „Kritische Theorie“, die 1968 die „Kulturrevolution“ auslöste.

Emanzipation war eines der Schlagworte, ebenso die Umwertung aller Werte durch gezielten Tabubruch. Doch die damals so kritische Jugend scheint in totale Kritiklosigkeit verfallen. Widerspruchs- und kritiklos akzeptiert und glaubt sie nahezu alles, was von der Politik gebildete „Expertenräte“ als Mehrheitsmeinung von sich geben.

Ein solcher weltweit agierender und 1988 nach nicht offengelegten Kriterien von den Vereinten Nationen  eingesetzter „Expertenrat“ ist das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC). Es wird nicht müde, über die Wissenschaft, die Politik wie die Medien der Menschheit einzuhämmern, die Erde sei ein „Treibhaus“ und der „natürliche Treibhauseffekt“ eine unstrittige Tatsache.

Doch ein Beweis wurde nicht vorgelegt und wird auch nie vorgelegt werden können. Es ist schon ein Rätsel, warum ausgerechnet die kritische Generation sich so unkritisch zeigt und keine Warum-Fragen mehr stellt.

Warum fragt die sonst so auf ihre Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung bedachte „Jugend“ nicht, ob das Modell von der Erde als „Treibhaus“ überhaupt mit der Wirklichkeit verglichen werden kann.

Ein Vergleich wäre dann und nur dann statthaft, wenn eine Ähnlichkeit bestünde. Ein Gewächshaus ist ein künstlich vom Menschen errichtetes Gebäude.

Die Natur hat keine Gewächshäuser gebaut, sondern die Erde mit einer beweglichen Gashülle, der Atmosphäre, umgeben und nicht in ein Glashaus gesteckt. Warum ist die gebildete „Jugend“ so fragemüde und expertenhörig? Merkt sie nicht, in welche Richtung die Klimapolitik zielt?

Leichter wie heute hat es keine frühere Generation, sich Wissen zu verschaffen und sich damit aus jeglicher obrigkeitlichen Bevormundung zu befreien. Sie braucht nur Wikipedia anzuklicken, das Wort Gewächshaus eingeben und erhält als Auskunft: „Ein Gewächshaus, Glashaus oder Treibhaus ist eine lichtdurchlässige Konstruktion, die das geschützte und kontrollierte Kultivieren von Pflanzen ermöglicht.“

Dabei unterscheidet man Kalthäuser, temperierte Häuser und Warmhäuser (engl. Hothouse) für tropische Pflanzen mit Temperaturen ständig oberhalb von 18 Grad Celsius.

Wie jedes Wohnhaus ist auch ein Gewächshaus ein vom Menschen konstruiertes und gebautes, mithin kein natürliches Gebäude. Alle Gebäude haben eine Funktion und dienen ausschließlich den Bedürfnissen der Spezies Mensch. Durch sie will sich der Mensch vom Wetter unabhängig machen.

Als „nackter Affe“ könnte der weder mit einem bunten Federkleid geschmückte noch mit einem Fell geschützte Mensch auf der Erde unter freiem Himmel nicht ungeschützt überleben.

Doch als ein mit Verstand ausgerüstetes Wesen lernte er sehr schnell, sich mit Kleidung vor nächtlicher Unterkühlung zu schützen und für seine Familien zuerst in Höhlen Schutz zu suchen und dann Behausungen zu bauen. Gewächshäuser erfüllen dieselbe Funktion für Pflanzen.

Mit Treibhäusern kann man die Vegetationsperiode verlängern, im Frühjahr die „Eisheiligen“ unschädlich machen oder ganzjährig in kalten Klimazonen „Palmengärten“ betreiben. Man kann Unterglasgemüsebau betreiben und über Spargelfelder Kunststofffolien ausbreiten. Bekannt ist das „Mar del Plástico“ bei El Ejido in Spanien.

Um einen Gewächs- oder Treibhauseffekt erzielen zu können, muss also zuerst ein Gewächshaus gebaut werden. Messbare Tatsache ist, dass es bei Sonneneinstrahlung in einem Gewächshaus zu einer rascheren Erhöhung der Lufttemperatur als außerhalb des Gewächshauses kommt.

Dies passiert, obgleich an der Ober- und Unterkante des Glases Teile der Sonnenstrahlung reflektiert werden und gar nicht ins Treibhaus eindringen. Der Boden außerhalb des Gewächshauses erhält etwa 15 Prozent mehr Strahlung als der drinnen und die Luft darüber ist trotzdem kälter. Was also verursacht den Wärmestau im Glashaus?

IPCC sagt, dass die Wärmestrahlung von der Glashülle des Gewächshauses zurückgehalten werde. Warum wird dies unkritisch geglaubt und nicht gefragt: Gibt es nicht eine weitaus einfachere und plausiblere Erklärung? Man denke nur an nächtliche Lagerfeuer. Man kann sich im Nahbereich des Feuerscheins erwärmen, aber nur einseitig. Am Rücken friert man. Die meiste Wärme steigt nutzlos auf und verschwindet.

Will man diese aufsteigende Wärme (engl. „hot air rises“) nutzen, muss man einen geschlossenen Raum, sozusagen ein Gefängnis für erwärmte Luft schaffen, damit diese nicht aufsteigen oder seitwärts vom Winde verweht werden kann.

Schon die „nackten Affen“ gewannen die Erkenntnis: Nur in geschlossenen Räumen, ob Höhlen, Gewächshäuser oder Wohnhäuser, kann man Luft einsperren und erwärmen. Doch kaum öffnet man ein Fenster, so entweicht die erwärmte Luft wieder.

Auch bei geschlossenen Fenstern wird es im Gewächshaus schnell kalt, wenn die Heizung ausfällt. Dies liegt einfach daran, dass alle Materie Wärme leitet, auch Glas. Und Glas ist, im Gegensatz zu stillgestellter Luft, ein guter Wärmeleiter.

Bevor es doppelt verglaste Fenster mit Lufteinschluss gab, konnte man im Winter häufig Eisblumen am Fenster beobachten. Diese entstehen wohl kaum dadurch, dass sich Wärmestrahlung an einer Glasscheibe staut. Die Glasscheibe müsste wärmer als der Boden sein, wenn ihre „Gegenstrahlung“ den Boden erwärmen, einen „natürlichen Treibhauseffekt“ von 33 Grad Celsius bewirken soll.

Weil Glas gut Wärme leitet, können Personen in einem Auto erfrieren, wenn es in Schneewehen stecken bleibt, der Tank leer ist und die Heizung ausgeht.

Selbst in einer perfekt isolierten Kaffeekanne wird mit der Zeit der Kaffee kalt, denn es gibt drei Arten von Wärmetransport: den durch elektromagnetische Strahlung, den durch atomare Leitung und den durch Massentransport, horizontal als Advektion oder vertikal als Konvektion bezeichnet.

Alle drei Arten treten immer gleichzeitig in der Natur auf. Bei der theoretischen Modell-Konstruktion von der Erde als „Treibhaus“ sollte einem kritischen Geist mit naturwissenschaftlicher Bildung auffallen, dass der Wärmetransport durch Leitung und durch Konvektion, der allen Kumuluswolken am Himmel zugrunde liegt, völlig verschwiegen und vernachlässigt.

Berücksichtigt man die Wärmeleitung und den Wärmetransport durch Konvektion, dann sieht man leicht, dass es von Natur aus keinen „natürlichen Treibhauseffekt“ geben kann.

Unstrittig ist zudem, dass die Erde durch ein „offenes Strahlungsfenster“ in der Atmosphäre von der Sonne mit Energie in Form elektromagnetischer Strahlung versorgt wird. Etwa 50 Prozent davon sind sichtbares Licht und 50 Prozent unsichtbare Wärmestrahlung, die von jedem nichtglühenden Körper ausgesendet wird. Felsen und Steine erwärmen sich am Tage durch Aufnahme von Energie durch die Sonne Diese wird von der Erdoberfläche absorbiert, was zu deren Erwärmung führt.

Die Erde strahlt aber immer, so dass bei Nacht die tagsüber absorbierte Energie als unsichtbare Wärme- oder Temperaturstrahlung wieder ins Weltall entweicht.

Der  rhythmische Wechsel zwischen tagesperiodischer Einstrahlung und immerwährender Ausstrahlung bewirkt den Tagesgang der Temperatur. Er ist ein Ausdruck für die Bilanz von Energiezufuhr und Energieabgabe. Bei wolkenlosem Himmel mit starker Einstrahlung aber auch ungehinderter nächtlicher Ausstrahlung sind die Unterschiede zwischen den Maximum- und Minimumtemperaturen besonders groß.

Noch nie wurde bei windstillen Wetter und sternklarem Himmel eine Temperaturerhöhung durch „Gegenstrahlung“ beobachtet oder gemessen. Im Gegenteil, der ausstrahlende Erdboden kühlt sich ab und überträgt diese Abkühlung auf die aufliegenden Luftschichten, so dass eine Bodeninversion entsteht.

Infolge der Sonnenstrahlung ist der Boden am Tage die „Heizfläche“ für die aufliegende Luft und in der Nacht ist er die „Kühlfläche“. Dies liegt an der physikalischen Tatsache, dass nicht nur im Bereich des Sonnenlichts zwischen 0,38 und etwa 3 Mikrometern ein „stets offenes Strahlungs-Fenster“ in der Atmosphäre existiert, sondern auch im Bereich der Infrarotstrahlung der Erde zwischen 7 und 13 Mikrometern.

Dieses stets offenes Infrarot-Strahlungsfenster kann nicht durch Strahlungsabsorption der „Treibhausgase“ geschlossen werden. Dies gilt insbesondere für das Kohlenstoffdioxid, weil es nur Strahlung von 15 Mikrometer Wellenlänge absorbieren kann.

Der Vergleich der Erde mit einem „Treibhaus“ ist folglich unstatthaft, weil er zwei wesentliche natürliche Wärmeübertragungsprozesse, die Strahlung und die Konvektion, unberücksichtigt lässt. Außerdem wird die Existenz des stets offenen atmosphärischen IR-Strahlungsfensters verschwiegen und damit unterschlagen.

Wie wichtig die Konvektion zur Kühlung der Erde ist, zeigt das Flimmern der Luft im Sommer über heißen Asphaltflächen bei intensivem Strahlungswetter. Die Erde entsorgt die aufgeheizte Luft flugs in große Höhen und schützt sich, vor allem aber die Pflanzen, vor zu starker Überhitzung. Bei solch einem Wetter müssen insbesondere die Gewächshäuser weit geöffnet, belüftet und beschattet werden, damit die Pflanzen vor Hitze nicht absterben.

Die Erde mit ihrer Atmosphäre ist von Natur ein „offenes Ökosystem“, in das praktisch ungehindert lebensnotwendige Sonnenstrahlung eindringen und absorbiert werden kann, aus dem aber auch, soll es nicht zu einem Hitzestau kommen, ebenso ungehindert nicht mehr biologisch nutzbare Abwärme abgestrahlt und als Infrarotstrahlung ins Weltall entsorgt werden kann.

Die Erde ist kein „Treibhaus“! Vergleichen kann man nur gleiche „Dinge“. Man kann nur Äpfel mit Äpfeln vergleichen, aber nicht Äpfel mit Birnen. Man kann auch Häuser miteinander vergleichen, aber nicht ein Haus mit einem Roggenfeld oder Gemüseacker.

Die Erde mit ihren Kontinenten und Ozeanen trägt keine Bebauung. Dies ist Menschenwerk. Die Natur trägt zwar ein „grünes Kleid“ bestehend aus Gräsern, Sträuchern und Bäumen, das der Mensch unentwegt dezimiert, aber sie lässt keine gläsernen Gewächshäuser wachsen. In diesen züchtet der Mensch Pflanzen, wenn’s sein muss auch Ananas in Grönland. Ist das „Treibhaus“ auch so ein Zuchthaus, allerdings für die Menschheit?

Diese Idee zwingt sich auf, wenn zunehmend von der „Weltherrschaft“, von „global Governance“  geredet wird. Warum fragt die Jugend nicht und fordert Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz?

Der „natürliche Treibhauseffekt“ ist eine Erfindung von „Klimaexperten“, die ganz im Dienste macht- und wirtschaftspolitischer Partialinteressen stehen und bewusst die wahren physikalischen Vorgänge zwischen „Erde und Himmel“ verfälschen.
(c) Dr. Wolfgang Thüne

Wettervorhersage oder Kaffeesudorakel?

„Von dem Wesen des Menschen weiß man nur eines mit Bestimmtheit: dass es ewig unbestimmt, wechselvoll ist.“ Diese täglich bestätigte und nicht widerlegbare Erkenntnis stammt von dem irischen Schriftsteller Oskar Wilde (1854-1900). Sie lässt sich ohne Einschränkungen auf das Wetter übertragen, ganz besonders in den mittleren Breiten, den Westwindzonen mit ihrem unbeständigen Wetter.

Das Wesen des Wetters ist seine gänzliche Unbestimmtheit, seine Wechselhaftigkeit. Es ist nur für kurze Zeitspannen vorhersagbar, seine exakte Vorhersagbarkeit eine gern gepflegte Illusion. Was ist an der Pauschalaussage „heiter bis wolkig, gelegentlich Schauer oder Gewitter, von denen einige Unwetterpotential besitzen“ exakt?

Die moderne Meteorologie ist jüngeren Datums. Sie begann erst, nachdem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die mess- wie übertragungstechnischen Voraussetzungen zur raschen Übermittlung von Wetterdaten gegeben waren.

Zu dieser Zeit wurden die nationalen Wetterdienste gegründet, etablierte sich der Zweig der Synoptischen, der Zusammenschauenden Meteorologie. Man konstruierte Wetterkarten und lernte Luft-druckfelder zu identifizieren wie deren Bewegungen zu studieren.

Nachdem 1837 von Samuel Morse (1791-1872) der Telegraph wie das Morse-Alphabet erfunden waren, wurde 1848 der erste telegraphische Wetterbericht in der Londoner Zeitung ‚Daily News‘ veröffentlicht.

Der englische Marineoffizier Robert FitzRoy (1805-1865) gründete 1854 den britischen Wetterdienst als Teil des ‚Board of Trade‘. Als Meteorologe war er überzeugt, dass er das zukünftige Wetter vorhersagen könne.

Er veranlasste auch, dass die Wettervorhersagen in der nationalen Presse veröffentlicht würden. Am 1. August 1861 erschien die erste ‚amtliche‘ Wettervorhersage in der ‚Times‘. Dies war vor genau 150 Jahren.

Gelegentlich wird Robert FitzRoy als ‚erster Meteorologe‘ bezeichnet. Auf ihn geht der Ausdruck Wettervorhersage (‚forecasting the weather‘) zurück. FitzRoy wurde im Jahr 1854 als Meteorologischer Statistiker in den ‚Board of Trade‘ berufen, woraus später der britische Wetterdienst entstand.

FitzRoy führte das Barometer und das Sturmglas auf den britischen Schiffen ein. Als Reaktion auf eine Schiffshavarie gab er ab 1861 Sturmwarnungen und einfache Wettervorhersagen heraus. Diese waren jedoch meistens falsch und trugen ihm viel Spott ein.

Wenn auch die Vorhersagen heute besser sind, so läuft dennoch jeder Meteorologe Gefahr, sich der Lächerlichkeit preiszugeben, wenn er sich zu kühn in die Zukunft vorwagt. Dies gilt umso mehr für die staatlichen Wetterdienste.

Noch vor Großbritannien wurde 1851 in Wien, im damaligen Kaiserreich Österreich-Ungarn die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gegründet. Frankreich begann 1855 mit der Herausgabe täglicher Wetterkarten, bevor es 1865 den staatlichen Wetterdienst begründete.

Die Anfänge des Deutschen Wetterdienstes, der erst seit 1952 diesen Namen trägt, sind auf das Jahr 1871 zurückzuführen mit Gründung der deutschen Seewetterwarte in Hamburg.

Mit dem Aufkommen des Luftverkehrs entstand 1921 in Nürnberg die erste Flugwetterwarte Europas. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und untersteht als Bundesoberbehörde dem Verkehrsministerium.

Bereits 1873 kam es anlässlich eines Internationalen Kongresses der Meteorologen zur Gründung der Internationalen Meteorologischen Organisation (IMO). Ihre Aufgabe übernimmt 1951 die ‚World Meteorological Organization‘ (WMO) mit Sitz in Genf. Die WMO ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen (UN), die 1945 in San Francisco ins Leben gerufen wurden.

Der Beginn der wissenschaftlichen Wetterkunde ist auf das Jahr 1643 zu datieren, der Erfindung des Barometers von Evangelista Torricelli (1608-1647). Er hat nicht nur den Luftdruck messbar gemacht, sondern auch die Entstehung der Winde als Folge von Temperatur- und Luftdruckunterschieden richtig erklärt.

Das erste geeichte und damit vergleichbare Ergebnisse liefernde Thermometer wurde 1714 von Daniel Fahrenheit (1686-1736) entwickelt. Aus Barometerbeobachtungen sagte 1660 erstmals Otto von Guericke (1602-1686) „Unwetter“ voraus.

Im 18. Jahrhundert beginnen regelmäßige Wetterbeobachtungen, zuerst 1755 in Österreich. 1780 gründete Kurfürst Karl Theodor (1724-1799) die Mannheimer Meteorologische Gesellschaft und richtete ein erstes 39 Stationen umfassendes überregionales Wetterbeobachtungsnetz ein. Dies war mit einheitlichen Instrumenten ausgestattet und die Beobachtungszeiten waren auch festgelegt.

Bis heute sind vielfach die „Mannheimer Stunden“ 7, 14 und 21 Uhr zur Berechnung der Tagesmitteltemperatur gebräuchlich. 1820 fertigte im Nachhinein Heinrich Wilhelm Brandes (1777-1834) die ersten Wetterkarten an. Er gilt als Begründer der „Synoptischen Meteorologie“. Erst der Telegraph erlaubte die Erstellung von aktuellen Wetterkarten.

Langsam etablierte sich die Meteorologie als Wissenschaft und eigenständiger Zweig der Physik. Dazu trug auch die Erkenntnis von Hermann von Helmholtz (1821-1894) bei, dass die hydrodynamischen Flüssigkeitsgleichungen auch auf die gasförmigen Luftströmungen anwendbar und damit zur Strömungsvorhersage nutzbar sind.

Im Jahre 1904 äußerte Vilhelm Bjerknes (1862-1951) die Überzeugung, dass für eine numerische Wetterprognose eine genaue Kenntnis des atmosphärischen Anfangszustandes wie der physikalischen Prozesse erforderlich ist.

Dieses versuchte 1920 Lewis Richardson (1881-1953). Für die erste numerische Wettervorhersagenberechnung von Hand benötigte er fünf Jahre. Wenn auch das Ergebnis sehr weit vom tatsächlichen Wettergeschehen abwich, so ist diese Pionierarbeit zu würdigen.

Mit Hilfe der zuerst von Konrad Zuse (1910-1995) im Jahre 1936 entwickelten elektronischen Schnellrechner gelang es 1950 John von Neumann (1903-1957), eine numerische Wettervorhersage in immerhin 24 Stunden zu erstellen. Über die Qualität ist nichts bekannt.

Doch nicht die Geschwindigkeit ist das entscheidende Kriterium bei der Wettervorhersage sondern die Genauigkeit und die Reichweite. Beiden Zielen sind relativ enge Grenzen gesetzt. Die Genauigkeit hängt ganz entscheidend von der Dichte der meteorologischen wie aerologischen Beobachtungsnetze ab.

Die Vorhersagedauer ist mathematischer Natur. Bei der iterativen Lösung von Differentialgleichungen summieren sich auch winzigste Fehler bei der gigantischen Zahl von Rechenoperationen zur großen Fehlern, die eine weitere Vorhersage unmöglich machen.

Die mögliche theoretische Reichweite bei den numerischen Wettervorhersagen liegt bei etwa 14 Tagen. Darüber hinaus beginnt praktisch das, was man als Kaffeesatzleserei bezeichnen kann.

In diese Kategorie gehören alle mittel- und langfristigen Klimavorhersagen, zumal sie vorgeben etwas vorhersagen zu können, was laut gängiger internationaler Definition vom Wetter abhängt.

Wenn das Klima von dem an einem Ort über 30 Jahre gemessenen und zu einer statistischen Maßzahl verdichteten Wetter abhängt, wie soll man dann seriös Klima vorhersagen können, wenn man nichts, aber auch rein gar nichts über das zukünftige Wetter weiß?

Die in den Klimarechenzentren angestellten Szenarien-Rechnungen haben weder etwas mit Wetter, geschweige denn „Klimavorhersagen“ zu tun.

Auch wenn das Verhalten des Deutschen Wetterdienstes von der Politik gedeckt und von ihr möglichweise sogar gewünscht wird, weil es völlig absurde Erwärmungsängste in großen Bevölkerungskreisen schürt und gesellschaftspolitischen Veränderungen dient, so ist dies eindeutig zu missbilligen.

Gemäß Wetterdienstgesetz (DWD-Gesetz) vom 10. September 1998 (BGBl. I S. 2871) hat der DWD nach §b4 (1) 6. „die Vorhersage der meteorologischen Vorgänge“ als originäre Aufgabe. Trendspekulationen über das mögliche Wetter, die Witterung oder das Klima in 90 Jahren gehören eindeutig nicht dazu.

Die Dienst- und Fachaufsicht über den Deutschen Wetterdienst obliegt dem Bundesminister für Verkehr. Es wird höchste Zeit, dass der Bundesverkehrsminister seine Aufsichtspflicht wahrnimmt und disziplinarisch einschreitet.

Zu den Aufgaben des DWD gehört die „Erbringung meteorologischer Dienstleistungen“. Von der Erstellung von teuren „Klimavorhersagen“ ist keine Rede! Diese liegen eindeutig im Zuständigkeitsbereich anderer Ressorts wie z. B. dem Bundesumweltministerium.
(c) Dr. Wolfgang Thüne