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Hotels: Design muss sein

Der Trend ist klar erkennbar, Kreativität und Modernität sind gefragt, Design ist absolut in, Einheitszimmer sind out. In der bunten Wiener Hotelszene gehen die Uhren mit der Zeit. Wie Tradition, Modernität und Qualität stylish und cool unter ein Dach gebracht werden können, beweist „Das Triest“ beim Karlsplatz.

Aus dem 300 Jahre alten Pferdebahnhof für die Postkutschenverbindung zwischen Wien und Triest gelang dem Architekten Peter Lorenz und dem englischen Star-Designer Sir Terence Conran 1996 eine international beachtete Symbiose von historischer Bausubstanz und zeitgemäßem Design. Heute ist das Hotel „Das Triest“ bei Künstlern und Popstars, die in Wien gastieren, sehr beliebt.

Das Triest – ein Klassiker der Design Hotels. Beliebt bei Stars, die nach Wien kommen (Foto: Design Hotels)
Das Triest – ein coller Klassiker der Design Hotels. Beliebt vor allem bei Stars und Künstlern, die nach Wien kommen und Cooolness lieben (Foto: Design Hotels)

Auch das kürzlich eröffnete „25hours“ mit seiner spektakulären Terrasse auf der Lerchenfelder Straße, nur wenige Minuten vom Herzen der Donaumetropole entfernt, sticht aus der Masse der ortsüblichen Hotels hervor.

Das Design orientiert sich an der Blütezeit des Circus des 20. Jahrhunderts und kombiniert kunstvoll Antiquitäten und Memorabilien aus der Manege. Ziel des Designerteams Dreimata, von Armin Fischer gegründet, ist die „Emotionalisierung des Raumes“.

Echt cool der Ausblick von der Terrasse des Design Hotels „25hours“ in Wien (Foto: Design Hotels)
Echt cool der abendliche Ausblick auf die city von der großzügigen Terrasse des Design Hotels „25hours“ in Wien (Foto: Design Hotels)

Noch hat das Hotel 34 Suiten zur Verfügung, ab Oktober 2012 wird es dann 200 ungewöhnliche und originelle Zimmer den Gästen bieten.

Zur Gruppe der Design Hotels gehören u.a. auch das „Do & Co Hotel“ am Stephansplatz, das „The Levante Parliament“ in der Auerspergstraße und das „Loisium“ in Langenlois.
GeKa

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Hotelpreise: Urlaub wird teurer

Im Monat Juli kostet eine Übernachtung in einem europäischen Standard Doppelzimmer 114 Euro. Damit zahlen Reisende elf Prozent weniger als im Juni dieses Jahres (128 Euro). Die deutsche Hotellerie senkt die Preise im Vergleich zum Vormonat um sechs Prozent auf 102 Euro und erreicht mit diesem Wert das bisherige Preistief im Jahr 2011.

Besonders teuer sind beliebte Ferienziele, wie Playa d’en Bossa auf Ibiza (171 Euro) oder die Playa de Muro (170 Euro) auf Mallorca. Sehr günstig sind Übernachtungen in europäischen Metropolen, wie in den andalusischen Städten Sevilla und Granada, die mit 70 Euro und 63 Euro ihren Jahrestiefstand erreichen. Dies besagt der aktuell trivago Hotelpreis Index tHPI, der monatlich veröffentlich wird.

Besonders die spanischen Urlaubsgebiete melden im Vormonatsvergleich stark erhöhte Hotelpreise. In Ibiza-Stadt zahlen Reisende 104 Prozent mehr (267 Euro), in San Antonio (95 Euro) auf Ibiza sind es 64 Prozent  Preisaufschlag.

In den mallorquinischen Ferienorten Playa de Muro (170 Euro, plus 57 Prozent) und Cala Millor (138 Euro, plus 48 Prozent) zahlen Urlauber rund 50 Prozent mehr für eine Übernachtung als im Vormonat. Ähnlich sieht es auf den Kanarischen Inseln aus: Costa Teguise auf Lanzarote: 80 Euro, plus 45 Prozent, Costa Calma auf Fuerteventura: 110 Euro, plus 26 Prozent, Costa Adeje auf Teneriffa: 131 Euro, plus 25 Prozent.

Die Übernachtung wird teurer – die Hotelpreise in den beliebten Urlaubsdestinationen ziehen an (Graphik: THPI)
Die Übernachtung wird teurer – die Hotelpreise in den beliebten Urlaubsdestinationen ziehen an (Graphik: THPI)

Auch die bulgarischen Destinationen Sonnenstrand (67 Euro, plus 49 Prozent) und Goldstrand (85 Euro, plus 39 Prozent) verzeichnen erhöhte Übernachtungskosten.

Auf den griechischen Inseln Kreta (115 Euro) und Rhodos (96 Euro) kostet das Doppelzimmer im Juli um 24 bzw. 33 Prozent mehr als im Vormonat.

Hohe Übernachtungskosten erwarten Urlauber ebenfalls an der Algarve (Albufeira: 114 Euro, plus 39 Prozent), in Kroatien (Hvar: 152 Euro, plus 62 Prozent) und in der Türkei (Alanya: 81 Euro, plus 25 Prozent).

Tourismus und Nachhaltigkeit

El Gouna ist das umweltfreundlichste Resort in Ägypten (Foto: El Gouna/Liebl)
El Gouna ist das umweltfreundlichste Resort in Ägypten (Foto: El Gouna/Liebl)

Globaler Umweltschutz liegt in der Reiseindustrie im Trend. Beliebte Urlaubsdestinationen haben heute bei der Entwicklung der Touristikregionen den nachhaltigen Schutz der Umwelt im Blick: Das Unternehmen Orascom Development mit seinem ägyptischen Urlaubsort El Gouna am Roten Meer veröffentlicht beispielsweise im neuen Orascom Sustainability Blogweltweite Nachhaltigkeitsprojekte.

Der kanadische Rocky Mountaineer setzt sich mit seinem Caretakers Programm dafür ein, die unberührte Natur im Kanadischen Westen zu erhalten. Die weltweiten Umweltschutzmaßnahmen von Marriott International beinhalten „grüne Baustandards“ bei der Neugestaltung der Hotels. Und die Singita Pamushana Lodge im Malilangwe Wildlife Reserve, Simbabwe, gewinnt mit ihrem Engagement für den Erhalt des Reservats den Tourism for Tomorrow Award in der Kategorie Nachhaltigkeit.

Perfekter Umweltschutz: Das Arena Inn Hotel in El Gouna (Foto: El Gouna/Liebl)
Perfekter Umweltschutz: Das Arena Inn Hotel in El Gouna (Foto: El Gouna/Liebl)

Der neue Blog von Orascom Development listet weltweit relevante Umweltprojekte, darunter auch das Prestigeobjekt  El Gouna am Roten Meer. Der renommierte ägyptische Urlaubsort wartet mit einem erfolgreichen Umweltprogramm, der Green Gouna Initiative, auf. Dazu gehören die Errichtung von Recycling- und Wasseraufbereitungsanlagen, sowie landwirtschaftliche Projekte zur Produktion von einheimischen und organischen Lebensmitteln.

Naturschutzprogramme, die sich an Mitarbeiter, Einwohner und Gäste richten, wie der Aufruf zur Nutzung wieder verwertbarer Einkaufstüten oder die Einführung eines Mülltrennungssystems, sind ebenfalls Teil der Umweltinitiative. Dank der 2002 gegründeten „Green Gouna Initiative“ gilt El Gouna heute als umweltfreundlichste Destination Ägyptens.

Mit dem Rocky Mountaineer die Langsamkeit des Reisens entdecken und die Schönheit des grandiosen Naturschauspiels erleben (Foto: Armstrong Group)
Mit dem Rocky Mountaineer die Langsamkeit des Reisens entdecken und die Schönheit des grandiosen Naturschauspiels erleben (Foto: Armstrong Group)

Ein anderes Beispiel für Umweltschutz ist der kanadische Rocky Mounteneer, der seinen Erfolg der unberührten Natur und der reichhaltigen Tierwelt im Westen Kanadas verdankt. Um diese Natur zu schützen, wurde 2003 ein Caretakers Programm ins Leben gerufen, das die Entwicklung des nachhaltigen Tourismus fördert.

Ein zentraler Punkt des Nachhaltigkeitskonzeptes ist, auf der Rocky Mountaineer-Strecke den Energieverbrauch zu senken und die Emmissionsausschüttung wie Abgase und Lärm zu reduzieren. Auch setzt sich das Unternehmen zum Ziel, weniger Müll zu produzieren und mehr zu recyceln. Entlang der gefragten Rocky Mountaineer-Route verlaufen einige der wichtigsten Lebensräume der Lachse. Was liegt da näher, als eine Partnerschaft mit der Pacific Salmon Foundation einzugehen, um den gefährdeten Lachsbestand zu erhalten.

Executive Lounge im JW Marriott Hotel Grosvenor House (Foto: JW Marriott/Liebl)
Executive Lounge im JW Marriott Hotel Grosvenor House (Foto: JW Marriott/Liebl)

Auch in der internationalen Hotellerie ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. Bei Marriott International beinhalten globale Umweltschutzkonzepte die Schaffung ökologischer Baustandards: Mit möglichst geringem Eingriff in die Natur und hoher Energieeinsparung setzt Marriott International bei den „Green Hotels“ neue Akzente. Eine Grünbedachung, energiearme Stromversorgung und Beleuchtung mit Solar- oder Windenergie sind einige der Punkte, die ein „Green Hotel“ ausmachen.

Bis 2017 plant die internationale Hotelgruppe in jedem Hotelzimmer 25 Prozent des Energie- und Wasserverbrauchs einzusparen. Die Gäste von Marriott International können sich ebenfalls am Umweltschutz beteiligen und mit einer Spende über ihre Hotelrechnung Marriotts Regenwaldprojekt im Amazonas unterstützen.

Singita Pamushana in Zimbabwe (Foto: Singita Game Reserves/Liebl)
Singita Pamushana in Zimbabwe (Foto: Singita Game Reserves/Liebl)

Die engagierten Umweltinitiativen von Singita Game Reserves haben der Singita Pamushana Lodge im Malilangwe Wildlife Reserve in Simbabwe einen Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit eingebracht: Der World Travel and Tourism Council (WTTC) hat die Lodge mit dem „Tourism for Tomorrow Award“ ausgezeichnet.

Lounge in der Öko-Singita Pamushana Villa in Zimbabwe (Foto: Singita Game Reserves/Liebl)
Lounge in der Öko-Singita Pamushana Villa in Zimbabwe (Foto: Singita Game Reserves/Liebl)

Mithilfe ihrer Einnahmen leistet die Singita Pamushana Lodge einen nennenswerten finanziellen Beitrag zur Erhaltung des 40.000 Hektar großen Malilangwe Wildlife Reserves in Süd-Ost-Simbabwe. Eigentümer des Reservats ist die Malilangwe Stiftung, die mit Hilfe von Spendengeldern und Einkünften aus dem Tourismus Naturschutzprojekte und soziale Initiativen finanziert. Der natürliche Lebensraum des Malilangwe Wildlife Reserve macht Singita Pamushana zu einem der besten Plätze für erstklassige Wildbeobachtungen in Simbabwe. (Quelle: Uschi Liebl PR; GeKa)

Sogar die Bahn dreht sich im Steinbock-Land

Blick über Davos Platz gegen Osten.: Eingebettet in eine großartige Landschaft bietet Davos Klosters ein vielfältiges Sport- und Erholungsangebot (Foto:  Davos Tourismus)
Blick über Davos Platz gegen Osten.: Eingebettet in eine großartige Landschaft bietet Davos Klosters ein vielfältiges Sport- und Erholungsangebot (Foto: Davos Tourismus)

Ankunft in Davos, dem größten Winterferienort der Schweiz.Gerädert nach achtstündiger Bahnfahrt und einer schlaflosen Nacht in einer Zweibettkoje mit den Maßen einer Zwergpinscherhütte. Der erste Eindruck – kein schöner Anblick. Appartementhäuser soweit das Auge reicht. Hässlich, stillos und sauteuer. Scheinbar haben die Reichen nur Geld, aber keinen Geschmack.

Gegenüber dem Bahnhof: ein Betonklotz – von außen wie ein Bunker mit einer moscheeähnlichen Kuppel, erinnert ein bisschen an Samarkand, innen ein Shopping Center. Nur das Fünf-Sterne-Luxus-Hotel Steigenberger Belvédère hebt sich elegant und jugendstilvoll von der Wildwestarchitektur der hingeklotzten Appartementhäuser ab, die keine Baurichtlinien, keine Vorschriften und keine Gesetze zu kennen scheint.

Blick auf das abendliche Sport-Mekka Davos. Die Stadt verfügt über eine Angebotsvielfalt, die von keinem anderen Bergferienort Europas erreicht wird. Davos ist Ferien-, Sport-, Kongress-, Gesundheits-, Forschungs- und Kulturstadt (Foto: Davis Tourismus)
Blick auf das abendliche Sport-Mekka Davos. Die Stadt verfügt über eine Angebotsvielfalt, die von keinem anderen Bergferienort Europas erreicht wird. Davos ist Ferien-, Sport-, Kongress-, Gesundheits-, Forschungs- und Kulturstadt (Foto: Davis Tourismus)

Rund 12.000 Menschen leben in Davos ganzjährig, nur wenn der Winter die Stadt und Umgebung mit Schnee bedeckt, dann treten sich hier an die 24.000 und mehr Menschen auf die Zehen, bevölkern die Pisten.

William J. Clinton, Founder, William Jefferson Clinton Foundation; President of the United States (1993-2001), William H. Gates III, Co-Founder, Bill & Melinda Gates Foundation; Chairman and Chief Software Architect, Microsoft Corporation, USA; Thabo Mbeki, President of South Africa; Tony Blair, Prime Minister of the United Kingdom; Bono, Musician, DATA (Debt, AIDS and Trade in Africa), United Kingdom, and Olusegun Obasanjo, President of Nigeria (FLTR), captured before the start of the session 'The G-8 and Africa: Rhetoric or Action?' at the Annual Meeting 2005 of the World Economic Forum in Davos, Switzerland, January 27, 2005 (Foto: Severin Nowacki/swiss-image.ch/World Economic Forum)
William J. Clinton, Founder, William Jefferson Clinton Foundation; President of the United States (1993-2001), William H. Gates III, Co-Founder, Bill & Melinda Gates Foundation; Chairman and Chief Software Architect, Microsoft Corporation, USA; Thabo Mbeki, President of South Africa; Tony Blair, Prime Minister of the United Kingdom; Bono, Musician, DATA (Debt, AIDS and Trade in Africa), United Kingdom, and Olusegun Obasanjo, President of Nigeria (FLTR), captured before the start of the session ‚The G-8 and Africa: Rhetoric or Action?‘ at the Annual Meeting 2005 of the World Economic Forum in Davos, Switzerland, January 27, 2005 (Foto: Severin Nowacki/swiss-image.ch/World Economic Forum)

Und alljährlich zum Jahresanfang überschwemmen Journalisten, Fotografen und TV-Teams aus aller Welt die Metropole im Steinbockland Graubünden, während die Mächtigen und Reichen, die Banker und Industriebosse, die Philosophen und Dampfplauderer zum „World Economic Forum“ nach Davos kommen, um tagelang mit vollem Magen vollmundig gute Ratschläge den Hungernden, Armen und Unterdrückten in der Dritten Welt zu erteilen.

Roulette, Black Jack, Slot Machines – im Casino Davos kann jeder sein Glück versuchen. Und wenn er Glück hat und den Jackpot knackt, kann er sich in Davos ein Appartement kaufen, wenn er wieder Glück hat und eines findet (Foto: Davos Tourismus)
Roulette, Black Jack, Slot Machines – im Casino Davos kann jeder sein Glück versuchen. Und wenn er Glück hat und den Jackpot knackt, kann er sich in Davos ein Appartement kaufen, wenn er wieder Glück hat und eines findet (Foto: Davos Tourismus)

Davos, flächenmäßig die größte Gemeinde in der Schweiz, ist „offen für fremde Leute“, erzählt unser Guide. Neben Tourismus wird hier auch geforscht, werden Knochen gebrochen, um Knochenforschung zu betreiben, und es finden laufend Kongresse statt. Der Kongresstourismus fordert seine Opfer: In den Hotels weichen die Pools zusätzlichen Konferenzräumen.

Wir nehmen den 8er Postbus und fahren ins Sertigtal, wo typische Walser Blockhäuser aus Lärchenholz statt gesichtsloser Appartementhäuser aus Beton die alpine Landschaft schmücken. Und mit Sonnenenergie gespeiste Parkuhren müssen für die Benützung des Parkplatzes in der Einöde mit Franken gespeist werden.

Blick auf das Dorf Davos Monstein, ein typisches Walserdorf. Es gehört zu den fünf Davoser Gemeindefraktionen (Foto: Davos Tourismus)
Blick auf das Dorf Davos Monstein, ein typisches Walserdorf. Es gehört zu den fünf Davoser Gemeindefraktionen (Foto: Davos Tourismus)

Unterwegs mit der Standseilbahn zur Schatzalp. Es geht steil aufwärts. Zum Berghotel, wo hinter der klassizistischen Fassade des einstigen Luxussanatoriums tuberkulöse Reiche im Jugendstil-Ambiente Erholung von ihrer Krankheit suchten. Ein gelbes Schild in der Kabine ermahnt uns: „Bitte keine Rucksäcke ins Tal werfen!

Vor 150 Jahren propagierte der deutsche Arzt Alexander Spengler, der aus politischen Gründen in die Schweiz geflüchtet war, die einzigartige Davoser Höhenluft als Heilmittel für Tuberkulosekranke. Und im Dezember 1900 baute ein Holländer das Luxussanatorium für seine an Schwindsucht erkrankte Frau. Damals konnte die Tuberkulose nicht geheilt, sondern nur gelindert werden – in gesunder Höhenluft. In den Wandelhallen standen Liegenstühle für die Patienten, Reiche flanierten in Pelzmäntel gehüllt auf und ab.

Heute versuchen zwei Davoser, die das marode Berghotel aus einer Auffanggesellschaft gekauft haben, dem verfallenen Luxussanatorium, das Thomas Mann nach zweiwöchigem Aufenthalt in seinem Romanepos „Zauberberg“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat, neues Leben einzuhauchen. Die Reanimation zeigt erste Spuren: 170 Hotelbetten sind bezogen, innen dominiert ein verspielter, floraler Jugendstil, außen zeigt das in die Jahre gekommene Berghotel ein neoklassizistisches Gesicht.

Das zu der Gruppe der „Historic Swiss Hotels“ gehörende Haus verfolgt eine Hotelphilosophie gegen den vorherrschenden Trend, erzählt der badensische Restaurantmanager Michael Feulner, der für das leibliche Wohl der Gäste zuständig ist. „ Die Gäste sollen Spaß am Essen und Trinken haben.“ Vor allem beim Schlürfen eines echten Champagners, der nur elf Euro statt 50 und mehr in Davos kostet.

Hier oben auf der Schatzalp gehen die Uhren langsamer, hier setzen die Tourismusmanager im Winter auf Entschleunigung statt Adrenalinkick: „Die steilen Hänge werden entschärft, die Pisten präpariert. Früher hatten die Touristen Angst vor den Pistenrasern, jetzt kommen sie wieder“, erzählt der Badenser. Und wenn die Snowboarder kommen, spielt der Abt Ländlemusik und schon sind die wieder weg.

In den Zimmern gibt es keine Fernsehgeräte. Dafür ist die im sündigen Rot gehaltene X-Ray Bar im Halbstock, der ehemalige Röntgenraum, mit einem Riesenflachbildschirm, einer Telefonanlage aus de Gründungstagen desSanatoriums  und einer üppigen Auswahl an Cocktais und Drinks ausgestattet. Damit die Kommunikation so richtig in Gang kommt, wird der Cocktail „Sex on the beach“ um 14 Franken angeboten.

Ein liebevoll vom Hotelgärtner gehegtes und gepflegtes Alpinum mit über 4.000 Pflanzen soll die Hotelgäste zur Rückbesinnung auf die Bedeutung der Pflanzenwelt für die Menschheit führen, da die Kinder von heute nicht einmal fünf Alpenpflanzen aufzählen können. „Die Menschen haben heute keinen Respekt vor den Pflanzen, keine Achtung und Ahnung.“

Im Wintersport-Museum von Davos können prachtvolle Ausstellungsgegenstände wie zum Beispiel Schlitten, Bob, Ski, Schlittschuhe, Curling-Material usw. aus den Anfängen des Wintersports bis hin zur Gegenwart besichtigt werden (Foto: Davos Tourismus/Sportmuseum)
Im Wintersport-Museum von Davos können prachtvolle Ausstellungsgegenstände wie zum Beispiel Schlitten, Bob, Ski, Schlittschuhe, Curling-Material usw. aus den Anfängen des Wintersports bis hin zur Gegenwart besichtigt werden (Foto: Davos Tourismus/Sportmuseum)

Unten in Davos wird im Sportmuseum hingegen Kult betrieben. Medaillen, Plaketten, Pokale, Skischuhe, Rodeln, Fotos, Bücher und Plakate halten die Erinnerung an den Sportsgeist von Davos wach. Das Museum verdanken die Davoser dem deutschen Bakteriologen Dr. Carl Spengler, der aus politischen Gründen aus Deutschland flüchten musste.

Er war Besitzer der ersten Skis in Davos, gründete den legendären Spengler-Cup und legte den Grundstein für das Wintersportmuseum, wo Geschichte und Geschichten erzählt werden. Der „Weltsportplatz“ erlebte auch dunkle Tage, als 1996 ein Brandstifter das Davoser Eissportzentrum in Schutt und Asche legte. Nach den Löscharbeiten wurde der Mann, der das Feuer gelegt hatte,  festgenommen. Es war ein Feuerwehrmann.

Vierundzwanzig Stunden in Davos reichen, um dieses Herzstück des Wintersports in der Schweiz zu beschnuppern, um es kennenzulernen und dann mit dem Bernina Express der Rhätischen Bahn Richtung Süden zu reisen. Er verbindet Chur und das italienische Tirano, fährt am Moteratsch-Gletscher und dem berühmten St. Moritzer Skigebiet Diavolezza vorbei und über die Bernina – mit 2.253 m der höchste Pass für Bahnen in Europa.

Wir drehen und schrauben uns die Trassen hoch, sehen so machen Dörfer und Orte mehrmals aus verschiedenen Perspektiven. Es geht aufwärts, unter uns die Täler, die Wolken hängen tief. Links und rechts geht es steil abwärts.

Nach mehr als drei Stunden  Drehen und Schrauben, Quietschen und Schaukeln sind wir in Tirano, eine Grenzstadt, in der das Dolce far niente erkennbar ist, wo das Mittagessen zwei bis drei Stunden dauert, wo die Stadt ein Gesicht hat. Dann geht es weitere drei Stunden mit dem gelben Postbus der Schweiz nach Lugano. Aber das ist eine andere Geschichte.

(c) Georg Karp