Schlagwort-Archive: Gesundheit

Umfrage. Österreicher lieben ihre Haustiere

Österreicher lieben ihre Haustiere
Ein Herz für Tier haben die Österreicher. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage (Foto: Bibi Karp)

Wenn Sie beim Lesen dieser Zeilen Ihre Katze oder Ihren Hund streicheln, dann sind Sie nicht allein: 4 von 10 befragte Österreicher teilen ihr Leben nämlich auch mit mindestens einem Haustier. 17% haben sogar mehrere Haustiere. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Linzer Marktforschungsinstituts Spectra. Umfrage. Österreicher lieben ihre Haustiere weiterlesen

Werbeanzeigen

Betrifft: Let’s talk about Sex!

Was Er und Sie zum Thema Sex zu sagen haben (Foto: ClipArt)
Was Er und Sie zum Thema Sex zu sagen haben (Foto: ClipArt)

Sex ist überall ein großes Thema, was nicht zuletzt daran liegt, dass unsere Gesellschaft immer freizügiger und offener damit umgeht. Dies bestätigen auch 75 Prozent der ÖsterreicherInnen in der Durex Global Sex Studie 2012. Trotzdem scheinen längst nicht alle ausreichend informiert zu sein und es gibt weiterhin viel zu tun auf dem Weg zu einem vertrauensvollen und sicheren Umgang in Sachen Sex.

Lange Tage, heiße Nächte – sichere Verhütung

Laut der Durex Global Sex Studie 2012 glauben vier von fünf Menschen sowohl weltweit (79%) als auch in Österreich (78%), dass die Sexualerziehung dazu beiträgt, verantwortungsvoller mit Sex umzugehen. Denn wer richtig aufgeklärt ist, schützt sich nicht nur vor ansteckenden Krankheiten, sondern kann sein Sexleben auch unbeschwerter genießen.

„Gerade jetzt, wo die Temperaturen wieder in die Höhe schießen und die Lust schnell mit einem durchgeht heißt es einen klaren Kopf zu bewahren. Sex ist Fun, aber man muss wissen, worauf es in Sachen Verhütung ankommt“, erklärt die österreichische DUREX-Sexexpertin, Janina Lebiszczak alias Pandora Reithermann.

Obwohl 92 Prozent der Befragten in Österreich behaupten, sie wüssten, wie sie sich am besten schützen, gaben nur elf Prozent an, regelmäßig an Kondome zu denken und sie beim Geschlechtsverkehr zu verwenden. Das bedeutet, dass neun von zehn ÖsterreicherInnen immer wieder ungeschützten Sex haben – 16 Prozent gestehen sogar, überhaupt keine Kondome zu verwenden.

Trotz des Bewusstseins in der österreichischen Bevölkerung, dass eine richtige Sexualerziehung essentiell ist, findet die Aufklärung hierzulande erstaunlicherweise eher auf informellem Wege, außerhalb des Klassenzimmers bzw. dem Elternhaus, statt.

Was Freunde und Freundinnen so alles über Sex erzählen
Was Freunde und Freundinnen so alles über Sex erzählen

Die wichtigsten Informationsquellen der ÖsterreicherInnen sind laut Studie Freunde (53%), gefolgt von Zeitschriften (50%). Erst an dritter Stelle nannten die Befragten die Schule (35%) – die klassische Aufklärung im Elternhaus steht mit 28 Prozent sogar nur auf Platz fünf. Bevor die Eltern daheim gefragt werden, zieht mehr als jede/r dritte ÖsterreicherIn (32%) noch themenspezifische Bücher zu Rate.

Die Studie brachte weiterhin ans Licht, dass knapp vier von zehn ÖsterreicherInnen (37%) ihr erstes Mal genossen haben, weltweit sind es sogar nur 35 Prozent. Dies scheint auch daran zu liegen, dass sich fast jede/r sechste in Österreich vor seinem ersten Mal gut informiert fühlte, wohingegen trotz mangelnder Aufklärung nur ein Prozent der Befragten Angst hatte, sich mit einer ansteckenden Krankheit zu infizieren.

Hintergrund zur Studie

Die Durex Global Sex Studie 2012 wurde von der weltweit führenden Kondommarke in Auftrag gegeben. Durex fördert eine Reihe von Initiativen zur Gesundheitsförderung für sichereren und besseren Sex.

Die Umfrage wurde online in 35 Ländern und als persönliches Interview in Nigeria durchgeführt. Befragt wurden 29.003 Erwachsene (Alter 18+) in 36 Ländern im Zeitraum vom 6. September bis zum 3. Oktober 2011. Die österreichischen Ergebnisse basieren auf einem Panel von 501 Befragten. Die Daten wurden der Bevölkerungsstruktur entsprechend gewichtet.

Die Umfrage zur Durex Global Sex Studie 2012 fand in den folgenden 36 Ländern statt: Australien, Österreich, Kanada, China, Kolumbien, Kroatien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Hong Kong, Ungarn, Indien, Indonesien, Irland, Italien, Japan, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Nigeria, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Singapur, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweiz, Taiwan, Thailand, Türkei, Großbritannien und USA.

Mit Oliven und Pasta länger leben

Richtig essen verlängert das Leben: Wer sich streng an die so genannte mediterrane Kost hält, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Parkinson und Alzheimer. Das belegt eine italienischen Übersichtsstudie mit insgesamt 1,5 Millionen Menschen.

Die mediterrane Küche enthält viel Olivenöl, Gemüse, Obst, Getreide und Fisch. Fleisch und Milchprodukte stehen seltener auf dem Speiseplan. Wie die Auswertung von 12 Studien mit mehr als 1,5 Millionen Teilnehmern zeigt, senkt eine strikte Einhaltung dieser Ernährung die Gesamtsterblichkeit um neun Prozent.

Das Risiko für Parkinson und Alzheimer verringert sich um 13 Prozent, die Tendenz zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt um neun Prozent, und die Tumorwahrscheinlichkeit nimmt um sechs Prozent ab. Das berichtet Francesco Sofi von der Universität Florenz im „British Medical Journal“.

Das ausgewogene Profil an Fettsäuren gilt als gesundheitsfördernd und senkt das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Tumore oder das metabolische Syndrom. Die schützende Wirkung wird vor allem den Omega-3-Fettsäuren zugeschrieben, die antithrombotisch wirken und vor oxidativem Stress schützen sollen.

Auch wird in unterschiedlichen Studien eine Reduzierung der entzündlichen Prozesse und die Unterstützung der körpereigenen Immunabwehr beschrieben. Durch die Ballaststoffe aus Gemüse- und Getreideprodukten werden positive Effekte auf die Darmfunktion und die Mikroflora erreicht. (GeKa)


Internet: Prostatakrebs-Webseite ist online

Eine neue Webseite für Prostatakrebspatienten und deren Angehörige ist seit kurzem online. Unter www.derprostatakrebs.com finden alle Betroffenen Informationen zur Erkrankung, Diagnose, Behandlung und Rehabilitation. Hilfe und Orientierung bieten ein Ratgeber sowie eine Auflistung von Ansprechpartnern und Selbsthilfegruppen.

Prostatakrebs ist weltweit die dritthäufigste Krebsart und die sechsthäufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen bei Männern. In Österreich werden jährlich mehr als 5.000 Prostatakarzinome neu diagnostiziert.

Die Website richtet sich an alle, die mehr über die Krankheit, ihre Erkennung, Entwicklung und Symptome sowie über verfügbare Behandlungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Krankheitsstadien erfahren möchten. (GeKa)

In der Burnout-Falle: Erschöpft, energielos und erledigt

Rund 500.000 Österreicher leiden unter einem Burnout-Syndrom, das ärztlich behandelt werden muss und an die 1,5 Millionen Menschen in der Alpenrepublik sind vom „Ausbrennen“ bedroht: Sie fühlen sich zunehmend energielos und erschöpft.

Prinzipiell kann jeder in ein Burnout rutschen, der beruflich oder privat extrem belastet ist und den Dauerstress nicht abzubauen die Möglichkeit hat. Besonders häufig vom Burnout betroffen sind Menschen in sozialen oder pädagogischen Berufen – etwa LehrerInnen, ErzieherInnen, ÄrztInnen, Pflegekräfte – und Personen in leitenden Positionen wie etwa Manager oder Unternehmer.

Burnout ist als chronischer Erschöpfungszustand zu definieren, der auf emotionaler, sozialer, mentaler und körperlicher Ebene zutage tritt. Die Betroffenen entwickeln Gefühle der Niedergeschlagenheit, der Ausweglosigkeit und einer inneren Leere, sind anderen gegenüber reizbar und vorwurfsvoll, ihre Leistungsfähigkeit verringert sich und damit sinkt die Selbstachtung.

Die körperliche Erschöpfung geht mit dem Gefühl der chronischen Müdigkeit, chronischen Kopf- oder Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Darmproblemen, Herz-Kreislauf-Leiden, einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte und/oder auch Depressionen, Panikattacken und Suchterkrankungen einher.

„Die Ursachen für ein Burnout sind oft beim stets zunehmenden Druck am Arbeitsplatz zu finden“, sagt der Präsident der Ärztekammer für Wien MR Dr. Walter Dorner. „Für die meisten nimmt die berufliche Tätigkeit einen wichtigen Stellenwert im Leben ein. Dennoch gilt für uns alle: Arbeit darf uns nicht krank machen“! Er fordert einen verringerten Leistungsdruck an den Schulen und die Forcierung der Solidargesellschaft im Gesundheitswesen: „Der Mensch beziehungsweise Patient muss zählen, nicht das Geld oder die Dividende!“

Einer Langzeitstudie des Schweizer Instituts Sciencetransfer in Zusammenarbeit mit der deutschen Bertelsmann Stiftung zufolge könnten Führungskräfte mit persönlicher Ansprache und rechtzeitiger Arbeitsentlastung das Risiko für ein Burnout bei ihren Mitarbeitern deutlich verringern: Bereits eine um 20 Prozent intensivere Unterstützung in Form von besseren Arbeitsmitteln, Arbeitsentlastung, aber auch Zuspruch, Motivation und Zuhören durch die „Chefetage“ bewirke zehn Prozent weniger Erkrankungen, die mit einem Burnout zusammenhängen.

Chefs sollten ihre Mitarbeiter sozial unterstützen, fordern deshalb die Schweizer Experten. Dies schütze nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter, nur so könne es den Firmen gelingen, qualifizierte Fachkräfte zu halten und wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. (Quelle: Ärztekammer Wien; ORF)

Medizinischer Fitnessurlaub im Schloss Pichlarn

Mittels Leistungsdiagnostik bekommt jeder Gast im Schloss Pichlarn Spa & Golf Resort sein maßgeschneidertes Fitnessprogramm
Mittels Leistungsdiagnostik bekommt jeder Gast im Schloss Pichlarn Spa & Golf Resort sein maßgeschneidertes Fitnessprogramm

Medizinische Fitness auf höchstem Niveau – mit dem neuen medizinischen Fitnessprogramm des Schloss Pichlarn SPA & Golf Resort erleben Gäste Aktivurlaub vom Feinsten. Das professionelle Team von „medius – medizinische Fitness“, stellt jedem Gast ein  maßgeschneidertes Fitnessprogramm in Form eines Personaltrainings zusammen. Zusätzlich steht sportlichen Gästen täglich ein umfangreicher Kursplan mit Yoga, Pilates, Aquafitness, Nordic Walking, Wirbelsäulengymnastik und betreutes Gerätetraining zur Auswahl.

Mittels Leistungsdiagnostik, wie beispielsweise Laktatstufentest, Herzfrequenzmessung für optimale Fettverbrennung, Vermessung der Wirbelsäule und Bestimmung von muskulären Dysbalancen, kann sich jeder Gast seiner individuellen Betreuung und eines maßgeschneiderten Fitnessprogramms sicher sein. Für effektiveres Training steht auch Elektromuskelstimulation zur Verfügung.

Die Experten von „medius – medizinische Fitness“, ein Unternehmen, das unter anderem zwei medizinische Fitness Studios am Tegernsee und am Schliersee betreibt, stellen sich zu 100 Prozent auf die Teilnehmer ein. Individuelle Stärken und Schwächen, der Stoffwechsel, der Herzrhythmus, die Atmung und Körperhaltung fließen in jedes individuelle Trainingsprogramm ein. Mit diesen umfangreichen Checks, die unter anderem für Leistungssportler entwickelt wurden, kommen Gäste des Schloss Pichlarn richtig in Fahrt.

Mit den individuellen Fitnessangeboten können die Teilnehmer nicht nur Energie tanken, sondern beispielsweise mittels Ernährungsberatung auch gesund Abnehmen oder den Rücken stärken – und das inmitten einer pittoresken Landschaft mitten in der Steiermark. Ambitionierte Sportler, die ihr Leistungsvermögen steigern wollen oder den Wiedereinstieg in den Sport vor Augen haben, sind bei den Experten von „medius“ ebenfalls genau richtig.

Angebote wie „Leistung steigern“ für 190 Euro pro Person dauern etwa 90 Minuten und beinhalten eine exakte IST-Analyse des Körpers mittels sporttherapeutische Anamnese, Ergospirometrie und Functional Movement Screen Test. Der Fitness Trainer arbeitet daraufhin einen individuellen Trainingsplan aus und bespricht die Auswertung der Tests ausführlich mit den Interessenten.

Für das Package „Gesund abnehmen“ erstellen die Experten von „medius“ innerhalb von zwei Stunden mittels Sporttherapeutische Anamnese, einem Stoffwechsel-Test in Bewegung, Grundumsatzmessung und Körperzusammensetzung einen effektiven und auf den entsprechenden Stoffwechsel angepassten Ernährungs- und Bewegungsplan und geben Tipps für eine langfristige Ernährungsumstellung (Kosten: 250 Euro p.P.).

Diese medizinischen Fitnessangebote können von Hotelgästen und externen Gästen gebucht werden. Für die Hotelgäste stehen zusätzlich kostenlose Kurse wie Yoga, Pilates, Aquafitness, Nordic Walking, Wirbelsäulengymnastik und betreutes Gerätetraining zur Verfügung. Zusammen mit dem pittoresken Golfplatz und dem 4600 Quadratmeter großen Linden SPA bildet das neue „medius“ Programm Sportgenuss, Fitness und Wellness vom Feinsten.

Das Resort Schloss Pichlarn in der Steiermark bietet Golfern und Gesundheitsbewussten ideale Packages
Das Resort Schloss Pichlarn in der Steiermark bietet Golfern und Gesundheitsbewussten ideale Packages

Zusätzlich werden im Schloss Pichlarn SPA & Golf Resort seit über 20 Jahren klassische ayurvedische Behandlungen angeboten, die sich hervorragend zur kurzfristigen Entspannung, Entschlackung und Regeneration eignen. Unter der ärztlichen Leitung von Dr. med. Hans Schäffler und seinem Team von rund 15 Mitarbeitern, ist das Haus zu einer der ersten Ayurveda-Adressen Europas avanciert.

Gäste des Schloss Pichlarn genießen die vitalisierende Kraft dieses Ortes, schwören auf die Anti Aging Therapien und lassen sich wegen chronischer Rücken- und Gelenksschmerzen, zur Nachbehandlung von Krebs, Burnout-Syndrom, depressiven Verstimmungen, Erschöpfungszuständen oder wegen Übergewicht behandeln. Medizinische Wellness kann aber auch ganz einfach die Schönheit von Innen fördern. Hervorragendes Essen und traumhafte Ausblicke rund um das Schloss Pichlarn runden das einmalige Wohlfühl-Programm ab. (Quelle: Schloss Pichlarn Spa & Golf Resort; Uschi Liebl PR; GeKa)

Wie krank ist Österreichs Gesundheitssystem?

Alpbach Late Night Talk zum Theme Gesundheitsreform
Alpbach Late Night Talk zum Theme Gesundheitsreform

Wie stehen heute, zwei Jahre vor der nächsten National­ratswahl, tatsächlich die Chancen für eine echte, tiefgrei­fende Reform des österreichischen Gesundheitssystems? Zu dieser Frage, die jetzt in Alpbach beim Late Night Talk diskutiert wurde, herrscht eine klare Stimmungslage in der österreichischen „Gesundheits-Landschaft“: Bei dem elektronischen Voting hielten 90 Prozent der Anwesenden – faktisch allesamt Vertreter des österreichischen Gesundheitswesens – eine Reform für notwendig. Doch fast zwei Drittel (64 Prozent) meinten, bis 2014 – immerhin ein Jahr nach den im Jahr 2013 anstehenden Nationalratswahlen – seien tiefgreifende Änderungen nicht realistisch. Es werde wahrscheinlich eher zu kleinen Schritten kommen.

Evelyn Schödl, Präsidentin des „Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie“ (FOPI) betonte beim Alpbach Late Night Talk: „Wenn es um den Zugang zur Gesundheitsversorgung geht, dürfen Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein, im Gegenteil: Diese Vereinbarkeit muss Zielsetzung jeder Gesellschaft sein. Um dieses Ziel leistbar zu machen, sind – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – eine klare politische Prioritätensetzung sowie ein gesamtheitlicher Ansatz notwendig, den alle betroffenen Stakeholder mittragen.  Ein wesentlicher Bestandteil ist die Sicherstellung, dass die PatientInnen in Österreich Zugang zu pharmazeutischen Innovationen haben. Die forschende Pharmaindustrie ist bereit, nicht nur innovative Medikamente auf den österreichischen Markt zu bringen, sondern sich auch mit Reformvorschlägen aktiv einzubringen.“

Andreas Steiner, Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH, sieht bei „Gesund, gerecht, bezahlbar“ einen Widerspruch: „Solange jede Reforminitiative durch Fokussierung auf eigene Vorteile einzelner Systemteilnehmer gebremst wird, wird sich nichts bewegen. Der Patient im Mittelpunkt und jegliche Partikularinteressen der verschiedenen Stakeholder im Hintergrund muss daher die zentrale Forderung sein. Gemeinsame Ziele und zwischen den Systempartnern abgestimmte Umsetzung werden unumgänglich. Wir spüren den Kostendruck gewaltig. Unser großes Thema sind die Ambulanzen. In den letzten zehn Jahren hatten wir eine Ausgabensteigerung um hundert Prozent.“

Außerhalb des Krankenhausbereiches gäbe es nicht immer eine optimale Versorgung (Randzeiten, Wochenenden). Andererseits landen weiterhin zu viele Patienten ohne ärztliche Überweisung in den Krankenhausambulanzen. 60 Prozent der Personen, die als „Selbstzuweiser“ in die Ambulanzen kämen, könnten von niedergelassenen Ärzten betreut werden, in Sachen Dermatologie sogar 90 Prozent.

Thomas Czypionka, Institut für Höhere Studien (IHS) , unterstrich: „Gesundheitliche Verbesserungen, Chancengleichheit, gerechte Finanzierung und Möglichkeit zur Inanspruchnahme sowie Leistbarkeit für den Einzelnen sind Ziele der WHO für Gesundheitssysteme und somit nicht grundsätzlich widersprüchlich. Dennoch stehen sie in einem Spannungsverhältnis und die Zielerreichnung gelingt in Österreich nicht gänzlich. Mit dem Masterplan Gesundheit wurde erstmals ein Konzept auf den Tisch gelegt, das die Bedeutung kontinuierlicher, langfristiger Reformen im Dialog anerkannt. Mittlerweile spüren Länder wie Sozialversicherung schmerzlich die Pattsituation in ihren Budgets und bringen Vorschläge. Der Zeitpunkt für echte Reformen ist also günstig, die Standpunkte jedoch sind sehr gegensätzlich. Das Problem ist, dass sich inhaltlich zu wenig ändert und die politischen Prozesse zu langsam sind. Ab 2020 wird ein dramatischer Alterungsprozess einsetzen, weswegen es entscheidend ist in den nächsten 10 Jahren Veränderungen im Gesundheitssystem zu schaffen, denn sonst wird das System bald nicht mehr gerecht sein.“

Auch Gerald Bachinger, Sprecher Patientenanwälte Österreich, sieht im Motto der Diskussion keinen Widerspruch: Damit aber diese Ziele in der Zukunft weiterhin erreicht werden können, müssen grundlegende Strukturreformen begonnen und vollständig umgesetzt werden. Eine offene Diskussion, abseits von Tabus und „heiligen Kühen“ und ein klares und nachdrückliches Zurückdrängen von singulären Gruppeninteressen, unter Zugrundelegung von „public health“ Grundsätzen, ist das Gebot der Stunde.

„Reformen sollten dann gemacht werden solange es dem österreichischen Gesundheitssystem noch gut geht, denn steigender Druck führt sonst zu versteckten Rationierungen. Wir müssen konkret dort ansetzen wo es schmerzt“, so Bachinger.

Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer betont, dass bei der Frage „Gesund, gerecht, bezahlbar – ein Widerspruch?“ Dinge miteinander verknüpft werden, die nichts mit einem Gesundheitssystem zu tun haben: „Ein Gesundheitssystem muss ideologiefrei und sachlich agieren, dann kann es sich selbst reformieren. Wenn jedoch Tagespolitik und Ideologie selbst in die kleinsten und konkretesten Ecken vordringen, ist Stillstand und Versagen programmiert. Entscheidend ist eine Verfassungsreform. Ohne diese kann es keine Gesundheitsreform geben. Unser Krankenversorgungssystem verdient nur an Krankheit, nicht an Gesundheit, hier muss es die richtigen Incentives in Richtung Prävention geben.“

Diskussionsrunde beim 3. Alpbacher Late Night Talk zum Thema Gesundheitsreform in Österreich
Diskussionsrunde beim 3. Alpbacher Late Night Talk zum Thema Gesundheitsreform in Österreich

Alois Guger, Institut für Wirtschaftsforschung, ortet Reformbedarf: „Die Bürger sind mit dem österreichischen Gesundheitssystem zufrieden, es bestehen aber erhebliche Ineffizienzen und Rationalisierungspotentiale.“ Das System sei mit 10,5 % des BIP überdurchschnittlich teuer, unsere Gesundheitserwartung (beschwerdefrei Lebensjahre) sei aber unterdurchschnittlich: mit 58,8 Jahren fast drei Jahre unter dem EU-Schnitt (61,5). In Malta, Schweden und Großbritannien liegt sie bei 68 Jahren. Durch eine höhere Gesundheitserwartung kann man die Menschen länger im Arbeitsleben halten. Das Pensionsantrittsalter muss angehoben werden. „Die Prävention ist unterbewertet und ein großer Kostentreiber seien die Spitalskosten“, betont Guger, „Zudem ist der Zeitpunkt für eine Reform besonders günstig, denn der finanzielle Druck steigt.“

Auch Josef Probst, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger verweist auf die geringen gesunden Lebensjahre im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten. „Die Strategie der Sozialversicherung setzt an den zentralen Lebensstilfaktoren Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit und Suchtprävention an. Aber auch alle anderen Politikfelder müssen auf einander abgestimmt dazu beitragen, gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen bereitzustellen. Unser Ziel muss es sein, alles daran zu setzten einen Beitrag zu einem längeren und selbstbestimmten Leben bei guter Gesundheit zu leisten. Der Bund muss Partner für Reformen sein.“

Martin Gleitsmann, Mitinitator der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich und WKO-Abteilungsleiter für Sozialpolitik und Gesundheit Wirtschaftskammer: „Ausgangspunkt für eine gerechte Ressourcenallokation muss immer der konkrete Patientennutzen sein. Effizienzpotentiale müssen gehoben werden, damit das Gesundheitssystem nachhaltig finanzierbar bleibt. Unerlässlich zur nachhaltigen Steigerung der Produktivität und Behandlungsqualität ist eine Investition in Innovation. Wir brauchen nicht alles für jeden, sondern das Richtige für den Einzelnen! Ziel der Gesundheitsreform muss „Gesund, gerecht, bezahlbar ohne Widerspruch“ sein, im Sinne der Patienten und der Kosten. Das kann aber nur gelingen wenn es eine ehrliche Diskussion gibt und alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“ (Quelle: www.glaxosmithkline.at; GeKa)

Anbei das Votingergebnis im Detail als PDF zum Downloaden Alpbach DigiVoting zum Thema Gesundheitsreform