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EU: Politiker verlieren weiter an Zustimmung

Nur noch 12 Prozent der Europäer vertrauen ihren Politikern

Am heutigen 10. Dezember 2012 erhält die Europäische Union den Friedensnobelpreis. Doch Anlass zur Freude gibt es nicht: Denn Europas Bürger stellen den Politikern ein mehr als negatives Zeugnis aus.

In ganz Europa hat das Vertrauen in die politischen Vertreter einen neuen Tiefpunkt erreicht. Waren es 2010 noch 14 Prozent und 2011 noch 13 Prozent, die darauf vertrauten, dass die Politiker gut auf die Zukunft vorbereiten, sind aktuell nur 12 Prozent der Europäer dieser Meinung.

Zu diesem nüchternen Ergebnis kommt die neueste Europauntersuchung der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen für die über 11.000 Personen ab 14 Jahren in zehn europäischen Ländern repräsentativ in persönlichen Interviews befragt wurden.

Die Dänen sind die einzigen, die noch halbwegs an das richtige Handeln ihrer gewählten Vertreter glauben. In Polen und Griechenland, Deutschland und Großbritannien ist es dagegen nur noch eine verschwindende Anzahl von Einwohnern, die auf die Zukunftsfähigkeit der Politiker bauen.

„Das Vertrauen in die Politik ist fast gänzlich aufgebraucht. Die Bevölkerung hat das Gefühl, ständig neue Hiobs­botschaften zu erhalten und dabei doch nicht die ganze Wahrheit über das Ausmaß der Krise zu erfahren. Auch sehen die Bürger die Politiker zunehmend als Getriebene an, die nur noch reagieren statt zu agieren und selber den Überblick verloren haben“, so Professor Dr. Ulrich Reinhardt, der Wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung.

Leben in fortgesetzten Krisenzeiten: Bevölkerung erwartet auch weiterhin Krisen

Von der Finanz- über die Wirtschafts- bis zur Eurokrise, die Bevölkerung hat das Gefühl, in dauerhaften Krisenzeiten zu leben. Und auch für die Zukunft erwarten über zwei Drittel der Europäer (68%) weiterhin Krisen.

Vor allem in Griechenland und Spanien, die besonders unter der derzeitigen wirtschaftlichen Situation leiden, ist die Sorge groß, auch zukünftig von einer Krise in die nächste zu kommen.

Aber auch drei Viertel der Franzosen und zwei Drittel der Deutschen blicken pessimistisch in die Zukunft. Und selbst bei den sonst so positiv eingestellten Niederländern fürchtet knapp die Hälfte eine Fortsetzung der unsicheren Zeiten.

Reinhardt: „Die Europäer haben mittlerweile erkannt, dass es keine Frage ist, ob es eine neue Krise geben wird, sondern nur wann und mit welchem Ausmaß“.

Angst vor einer zunehmenden Spaltung von Arm und Reich

Europa ist zwar eine der reichsten Regionen der Erde, dennoch leben rund 17 Prozent – oder über 100 Millionen – der Europäer unterhalb der Armutsgrenze. Sie haben nicht genügend Geld, um grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen.

Auf der anderen Seite wird von Rekordgewinnen und neuen Umsatzsteigerungen auf Unternehmensseite sowie über neue Boni von Bänkern und Vorständen berichtet. Fast drei von vier Europäern (71%) befürchten, dass sich die hieraus resultierende Spaltung der Gesellschaft in Zukunft noch verschärfen wird.

In ganz Europa ist mittlerweile in jedem Land die Mehrheit von dieser Entwicklung überzeugt. Neben den Krisenländern Griechenland und Spanien sind es vor allem wohlhabende Staaten wie Dänemark, Frankreich, Deutschland oder die Schweiz, die diese Sorge teilen.

Die Befürchtungen sind durchaus berechtigt. Laut UN-Bericht verfügen in Europa

  • zehn Prozent der Gesamtbevölkerung über 60 Prozent des Gesamtvermögens;
  • hat sich die Zahl der Millionäre in den vergangenen drei Jahren um 19 Prozent erhöht;
  • besitzen fünf Prozent der europäischen Bevölkerung ebensoviel Immobilien wie die restlichen 95 Prozent;
  • haben sich die Durchschnittsgehälter seit Ende der 1970er Jahre in Europa verdreifacht, die Managergehälter sogar verachtfacht.

„Die soziale Schere ist in ganz Europa weit geöffnet. Die Mittelschicht – als das Rückgrat jeder Gesellschaft – muss entlastet und gefördert werden, ansonsten drohen soziale Spannungen und offene Konflikte“, befürchtet Prof. Reinhardt.

 

Die Angst des Vatikans vor der Wahrheit

Welche Geheimnisse verstecken sich hinter den Mauern des Vatikans, was wird vor der Öffentlichkeit verborgen? (Foto: Enit)
Welche Geheimnisse verstecken sich hinter den Mauern des Vatikans, was wird vor der Öffentlichkeit verborgen? Warum steht die Vatikanbank (IOR) im Visier der Ermittlungsbehörden? (Foto: Enit)

Was sich so alles im Vatikan abspielt, ist spannender als jeder Dan Brown-Thriller. Wenn der Vatikan nach Komplizen des päpstlichen Kammerdieners von Papst Benedikt XVI. sucht, dann deshalb, weil der Vatikan so vieles zu verbergen hat.

Noch sind nicht die Beziehungen des Vatikans zu Nazi-Deutschland komplett auf dem Tisch, noch hält sich der Vatikan bedeckt, wenn es um die Fragen der Fluchthilfe für Nazis und für geheimdienstliche Aktivitäten in den ehemaligen Ostblockländern und der Unterstützung von radikalen antibolschewistischen Gruppen und Organisationen geht.

Noch bleibt die gigantische Geldwäsche der Vatikanbank (IOR) ein Geheimnis, noch sind die stillen Beziehungen des Vatikans zur Mafia vor und nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Gegenwart ein Spielball der Spekulationen, noch bleibt es ein Geheimnis, an welchen Immobilienunternehmen, Baustoffkonzernen, Versorgungskonzernen, Geschäftsbanken, Versicherungen und Spaghetti-Herstellern der Vatikan beteiligt ist.

Es ist an der Zeit, in einer demokratischen Gesellschaft diese vatikanischen Geheimnisse ans Tageslicht der Öffentlichkeit zu bringen. Da kann der neue amerikanische Vatikan-Kommunikationschef Greg Burke, Ex-Fox-Korrespondent in Rom und ein Opus-Dei-Mitglied, der die Wogen glätten und die Wahrheit vertuschen soll, wenig ausrichten. Höchstens kann er sein Insiderwissen an die CIA mailen.

English: Expansion of the Roman Catholic organ...
Die weltweite Expansion der katholischen Organisation Opus Dei (Photo: Wikipedia)
Central Intelligence Agency Seal
Das Wapppen der Central Intelligence Agency (Photo: DonkeyHotey)

Die dicken Vatikan-Dossiers der CIA sind noch lange nicht ausgewertet. Sie bergen höchst explosives Material – nicht nur über die Vergangenheit,sondern auch über die heutigen Vorgänge im Vatikan. So mancher Kardinal hat seine Schäfchen in Sicherheit gebracht, so mancher Kirchenfürst hat sich bereichert. Ist das der Grund, warum im Vatikan nach den Maulwürfen gesucht wird?
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Veit Heinichen: Triest, eine Stadt der Kontraste, Gegensätze und Widersprüche

Deutsch: Triest, Hafen
Die ehemalige k.u.k. Hafenstadt Triest lebt noch heute vom Glanz der glorreichen Vergangenheit (Foto: Wikipedia)

Wenn Kommissar Proteo Laurenti in der von Geschichte, Politik und Winden gebeutelten Hafenstadt Triest ermittelt, knistert’s seitenweise vor Spannung und dichter Atmosphäre. „Man ist hier nie zu Ende mit dem Beobachten“, verriet sein Erfinder Veit Heinichen in einem Interview.

Denn: „Triest liegt zwischen den Himmelsrichtungen, zwischen den Ideologien. Die Widersprüche, auch die zwischen Kultur und Kommerz, sind hier vielleicht heftiger als anderswo.“

So ist’s kein Wunder, dass der Schriftsteller seit 1999 seinen Lebensmittelpunkt ganz nach Triest verlagert hat, wo ein brisantes Vielvölkergemisch aus 90 Ethnien für Gesprächsstoff sorgt.

Veit Heinichen, geboren 1957, arbeitete als Buchhändler und für verschiedene Verlage. 1994 war er Mitbegründer des Berlin Verlags und bis 1999 dessen Geschäftsführer.

1980 kam er zum ersten Mal nach Triest, wo er heute lebt. Seine Krimis um den Ermittler Proteo Laurenti wurden in mehrere Sprachen übersetzt und u.a. mit dem Premio Franco Fedeli, dem Preis für einen der drei besten italienischen Krimis des Jahres, sowie dem Radio-Bremen-Krimipreis ausgezeichnet.

Veit Heinichen: Der Tod wirft lange Schatten (dtv)
Veit Heinichen: Der Tod wirft lange Schatten (dtv)

Und hier in Triest hat Heinichen auch alle seine Kriminalromane mit Kommissar Proteo Laurenti angesiedelt  – zum Beispiel „Gib jedem seinen eigenen Tod“, „Die Toten vom Karst“, „Tod auf der Warteliste“ oder „Der Tod wirft lange Schatten“ (alle im Zsolnay Verlag bzw. als Taschenbuch bei dtv erschienen).

Triest im Jahr 1885 / Italian City of Triest i...
Triest im Jahr 1885 (Photo: Wikipedia)

Heinichen: „Wir werden auf jeder Seite der Tageszeitung mit einem Delikt konfrontiert, ob das schwarze Kassen sind in der Politik oder der übliche Korruptionssumpf, Bilanzfälschungen oder die Auswüchse der New Economy, überall ermittelt ein Staatsanwalt. Und ich denke, auch über den Zusammenfall des sozialen Kontrakts, aber auch über den rasenden technischen Fortschritt, entstehen neue Geschäftsfelder auch für die globalisierte Kriminalität.“

„Der Kriminalroman ist ein ideales Mittel, um die moderne Gesellschaft abzubilden“, so Veit Heinichen. „Die Neurosen einer Epoche und eines Raumes kommen im Roman am stärksten zum Ausdruck. Triest, die Hafen- und Grenzstadt am nördlichen Golf der Adria, ist Schnittstelle zwischen romanischer, slawischer und germanischer Kultur, hier begegnen sich die mediterrane Welt und die des Nordens, Osteuropa und der Balkan treffen auf Westeuropa, sowie die ‚geistigen Formationen’ Meer und Berg. Eine Stadt voller Kontraste, Gegensätze, Widersprüche und der Brücken zwischen diesen. Triest ist, wie Le Monde schrieb, der Prototyp der europäischen Stadt – und eine Fundgrube für denjenigen, der begreifen will, wie dieses Europa funktioniert.“ (Quelle: dtv)

Rumänische Wochen in der Weinbotschaft

Weinbotschaft-Chefin Cristina Rojik und ihr Team (Foto: Manfred Sodia)
Weinbotschaft-Chefin Cristina Rojik und ihr Team (Foto: Manfred Sodia)

Von 9. bis 16. Jänner warten ganz besondere Gaumenfreuden auf die Gäste des Bio-Gourmetrestaurants Weinbotschaft in der Wiener Annagasse. In dieser Zeit wird Weinbotschaft-Chefin Cristina Rojik höchstpersönlich Spezialitäten aus ihrer Heimat Rumänien auf den Teller zaubern. Landestypische Speisen wie Kuttelfleck oder Krautwickel sind einige Beispiele der Vielfalt der mediterran inspirierten und sehr vitalen rumänischen Küche.

Doch nicht nur die südeuropäische Art der Zubereitung hat hier ihre Spuren hinterlassen – auch altösterreichische, arabische und sogar russische Einflüsse verbanden sich mit dem landeseigenen Stil zu einem wahren Schmelztiegel der Koch-Kulturen. So darf man beim Genuss von mit Speck und Knoblauch gespicktem Schweinslungenbraten, Brottrunk und anderen rumänischen Köstlichkeiten in der Weinbotschaft den Duft der großen weiten Gourmet-Welt erwarten.

Selbstverständlich wird auch im Rahmen der Rumänischen Wochen konsequent die Bio-Linie des Restaurants eingehalten. Die gebürtige Rumänin Cristina Rojik, seit mehr als 30 Jahren in Österreich daheim, will mit ihrer Küche Top-Qualität und exzellent-natürlichen Geschmack verbinden und dabei das Bewusstsein für gesunde Ernährung fördern: „Viele Menschen haben verlernt, das natürliche Aroma zu genießen und entdecken in der Weinbotschaft ihre Freude am echten Geschmack mancher Speisen wieder“.

Auch bei den Rumänischen Wochen werden in der Weinbotschaft (1010 Wien, Annagasse 12) ausschließlich biologische Zutaten verwendet, mit Gewürzen geht man gewohnt sparsam um. Das eine oder andere Glas Bio-Wein oder Bio-Sekt rundet den Genuss entsprechend ab.