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Armenien: Ohne Visum einreisen

EU-Bürger brauchen vom 10. Jänner 2013 an für die Einreise in Armenien kein Visum mehr. Die neue Regelung gilt für sämtliche Reisezwecke und Aufenthalte bis zu 180 Tage pro Kalenderjahr.

Die Einreise muss unbedingt mit einem gültigen EU-Reisepass erfolgen, der Personalausweis reicht nicht aus. Reisende, die sich länger in Armenien aufhalten, müssen vor Ablauf der 180-Tage-Frist bei der Behörde für Pass- und Meldewesen in Eriwan (OVIR, Maschtozstr. 13 a, Tel. +374-10- 53 69 42, 53 43 91) eine Verlängerung beantragen.

Laut dem deutschen Auswärtigem Amt in Berlin ist das Verfahren jedoch zeitaufwändig. Ausländer, die sich über 180 Tage hinaus in Armenien aufhalten ohne die erforderliche Genehmigung zu haben, müssen mit Schwierigkeiten bei der Ausreise, einer Geldstrafe sowie mit einer auf ein Jahr befristeten Einreisesperre rechnen.

Für Reisen bis 10. Jänner 2013 gilt weiterhin die Visumpflicht. Visa für drei Tage, 21 Tage oder 120 Tage können bei der Einreise am Flughafen beantragt werden. Ein Visum für drei Tage/eine Einreise (Transit, 10.000 AMD), bis zu 21 Tage/eine Einreise (3.000 AMD) oder für 120 Tage/eine Einreise (15.000 AMD) kann bei der Einreise an den internationalen Flughäfen Eriwan (Zvartnots) und Gjumri sowie an den offiziellen Straßen-Grenzübergängen zu Georgien und Iran, jedoch nicht bei der Einreise per Zug, beantragt werden.

Die Gebühr ist in AMD (am Flughafen Eriwan befinden sich ein Geldautomat und eine Wechselstube unmittelbar neben den Visaschaltern) in bar und passend zu zahlen; Minderjährigen werden die Visa gebührenfrei ausgestellt.

Reisende, die ein Visum mit mehrfachen Einreisen benötigen, die per Zug einreisen möchten, sowie Inhaber amtlicher Pässe müssen das Visum bei der für den Wohnsitz zuständigen Auslandsvertretung der Republik Armenien beantragen. (Quelle: Travel One Morning News, Auswärtiges Amt Berlin)

Aserbaidschan: Ausrichtung nach Europa

Für Deutschland ist Aserbaidschan der wichtigste Handelspartner im Kaukasus. Untermauert wird der wirtschaftliche Austausch jetzt durch eine neue Auslandshandelskammer, zu deren feierlicher Eröffnung Staatsministerin Cornelia Pieper nach Baku reiste.

Am 12. November eröffnete sie die Deutsch-Aserbaidschanische Handelskammer in Baku – nach Moskau erst die zweite Einrichtung dieser Art, die Deutschland in der Region unterhält.

„Es ist ein schönes Symbol, dass die Eröffnung der AHK Baku in das 20. Jahr des Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Aserbaidschan fällt“, sagte die Staatsministerin in der Eröffnungsrede.

Die AHK solle als Brückenbauer und Katalysator in beide Richtungen wirken und dazu beitragen, das große wirtschaftliche Potenzial noch besser zu nutzen.

Map of Azerbaijan showing Baku (Bakı) sahar. Č...
Aserbeidschan mit der Region Baku (Photo: Wikipedia)

An der Schnittstelle zwischen Europa, Zentralasien und Russland steht die Region weiterhin großen geopolitischen Herausforderungen gegenüber. Diese und aktuelle bilaterale Fragen waren Thema beim Gespräch der Staatsministerin mit Präsident Ilham Aliyev und Außenminister Elmar Mammadyarov.

Zwischen Deutschland und Aserbaidschan bestehe auf politischer Ebene ein vertrauensvoller Dialog, betonte die Staatsministerin.

Cornelia Piper: „Umso wesentlicher ist es, dass Aserbaidschan an seiner langjährigen Grundsatzentscheidung festhält, sich weiter nach Europa auszurichten.“ (Quelle: Auswärtiges Amt Berlin, AHK)

Illinois: Neuer airberlin-Flug

Ab dem 23. März 2013 nimmt airberlin einen Nonstopflug von Berlin nach Chicago in ihren Flugplan auf. Im Zeitraum vom 23. März bis zum 31. April 2013 bietet die Fluggesellschaft die Strecke dreimal wöchentlich an, mit Beginn des Sommerflugplans im Mai 2013 wird das Angebot auf fünf Flüge pro Woche erhöht.

Airberlin ist damit die erste Fluggesellschaft überhaupt, die eine Nonstop-Verbindung von Berlin nach Chicago anbietet. 
Dank des oneworld® Partners American Airlines, der Chicago als eines seiner Drehkreuze nutzt, stehen den airberlin-Gästen Weiterflugmöglichkeiten in zahlreiche amerikanische Städte zur Verfügung. http://www.airberlin.com

Sturzflug in die Pleite?

Fluggesellschaften, die ihre Kosten nicht in den Griff bekomme, bleiben bald am Boden (Foto: FraportAG/Andreas Meinhardt )
Fluggesellschaften, die ihre Kosten nicht in den Griff bekomme, bleiben bald am Boden. Auch Regionalflughäfen müssen sparen, denn immer mehr Airlines verlegen ihre Starts und Landungen auf große Flughafen wie zum Beispiel auf den Airport in Frankfurt am Main  (Foto: FraportAG/Andreas Meinhardt)

Europas Fluggesellschaften trudeln. Die Wirtschaftskrise zwingt die Airlines zu drastischen Sparprogrammen. Wer sich dagegen wehrt, fliegt. Bei der AUA muss mit Peter Malanik der nächste Vorstand „im beiderseitigen Einvernehmen“ sofort den Hut nehmen. Seine Aufgaben übernimmt der Sanierer und AUA-Vorstand Jaan Albrecht. Auch 80 Piloten und 170 Flugbegleiterinnen werden Austrian Airlines verlassen.

Die globale Finanzkrise hat die Luftfahrbranche voll erwischt. Trotz mehr Umsatz rutschen die Airlines in die roten Zahlen, viele in die Insolvenz. Im letzten Jahrzehnt waren 80 Fluglinien in der EU bankrott – Spanair, Malév, Comtel Air, Cirrus Airways, Cimber Sterling und jetzt Skyways blieben am Boden. Zwei Millionen Passagiere waren von den Insolvenzen betroffen, schauten finanziell durch die Finger.

Während die einen in die Pleite schlittern, ziehen andere die Kostenbremse an, um nicht am Runway des Fiaskos zu landen. Angesichts eines Quartalsverlustes von 381 Mio. Euro baut Lufthansa künftig 3.500 Mitarbeiter ab, investiert in die Flotte, überlegt die Gründung einer Billigfluglinie, feuert Manager der defizitären Tochter AUA, fusioniert diese  mit der billiger fliegenden Tochter Tyrolean. Lufthansa-Aufsichtsrat Jürgen Weber: „Die Lage ist bedrohlich.“

Das hat auch der neue Air Berlin-CEO Hartmut Mehdorn beim Lesen der Bilanz erkannt. Deshalb hat er kürzlich bei der Edel-Airline Etihad angedockt, streicht nicht rentable Flüge, eröffnet neue Strecken und zwingt die letztes Jahr erworbene FlyNiki, beim Catering an Bord zu sparen und am Himmel langsamer zu fliegen, um Treibstoff zu sparen. Da kann Niki Lauda, der als „Non-Executive Member“ im „Board of Directors“ der Air Berlin Group sitzt, maulen so viel er will – er hat einfach wenig in Berlin zu sagen.

Für die schwere Krise der Airlines in Europa gibt’s fünf gewichtige Gründe, an denen so manche CEOs zu scheitern drohen:

  1. die steigenden Treibstoffkosten;
  2. die größer werdende Konkurrenz der Billigflieger und die Invasion der finanziell gut untergebutterten Golf-Airlines wie Emirates, Qatar Airways, Oman Air etc.;
  3. die hohen Lohnkosten fürs fliegende Personal – vor allem die Piloten der Air France (Quartalsverlust 368 Mio. Euro) und der defizitären Lufthansa-Tochter AUA (Quartalsverlust 66,7 Mio. Euro) sind die bestbezahlten in Europa;
  4. die alten Fluggeräte bzw. die oft nicht mehr zeitgemässe Bestuhlung und Ausstattung;
  5. die staatlich aufgezwungene Luftverkehrssteuer und der rigorose Emissionshandel, mit dem die EU die Fluggesellschaften zum Klimaschutz zwingen will.

Keine Frage: Die grenzenlose Freiheit am Himmel ist für die europäische Luftfahrt nur mehr eine Illusion, die Luft wird dünner und der Wettbewerb härter. Wer jetzt nicht seine Kosten reduziert, dem droht ein Sturzflug in die Pleite. Mehr Airlines-News gibt es in der neuen Ausgabe des Geschäftsreisemediums executive world. <––– Georg Karp