Schlagwort-Archive: Aua

Austrian. Täglich vier Wien-Flüge nach Brüssel

Austrian Airlines fliegt viermal täglich nach Brüssel (Foto: Austrian)
Austrian Airlines fliegen ab Mai viermal täglich von Wien nach Brüssel (Foto: Austrian)

Gute Nachricht für Geschäftsreisende, EU-Politiker und Touristen: Austrian Airlines stockt ihr Flugangebot von und nach Brüssel auf und bietet ab 05. Mai 2013 ihren Passagieren einen zusätzlichen, täglichen Flug von Wien nach Brüssel und retour. Damit hebt die österreichische Fluglinie bis zu vier Mal täglich von und nach Brüssel ab. Austrian. Täglich vier Wien-Flüge nach Brüssel weiterlesen

Luftfahrt: Rote Zahlen, grüne Ziele

Die Luftfahrtbranche steckt in einer schweren Krise: sinkende Margen, steigende Kosten. Ist Green Aviation Mobility die Lösung? Eine Analyse und ein Ausblick auf die Zukunft des Luftverkehrs
Startbereit: Airbus A330
Flugzeuge der neuen Generation von Airbus und Boeing haben ihren Treibstoffverbrauch und Ausstoß von Stickoxiden sowie den Lärmpegel der Turbinen bereits drastisch gesenkt (Foto: Airbus/Lufthansa)

Mobilität ist ein Grundbedürfnis unserer Gesellschaft. Jeden Tag sitzen weltweit 7,6 Millionen Passagiere im Flugzeug. Es ist das sicherste und effizienteste Verkehrsmittel der Erde. Die Weltbevölkerung wächst. Bis 2050 werden 70 Prozent der Menschen in Städten leben.

Auch der Lufttransport wird in den kommenden Jahren global um fünf Prozent jährlich wachsen. Das bedeutet, dass sich die Passagierzahl von heute 2,8 Milliarden in 20 Jahren auf das Doppelte erhöhen wird. Bis 2050 könnten es jährlich gar 16 Milliarden Passagiere sein.

Daher müssen in der Luftfahrt neueste Technologien, verbunden mit modernstem Verkehrsmanagement, eingesetzt werden, um Lösungen auf Basis intermodaler Vernetzung zu finden. Denn die Menschen sollen ihre Ziele rascher und umweltschonender erreichen.

Als die ersten Boeings 707 lautstark mit einer Rauchfahne abhoben, da hat sich der industrielle Fortschritt sehr exponiert gezeigt. Heute haben neue Flugzeuge einen um 70 Prozent geringeren Kraftstoffverbrauch als jene vor 40 Jahren.

Beim Treibstoff wurde in den letzten zehn Jahren die Effizienz um 24 Prozent verbessert, obwohl sich die Transportleistung mehr als verdoppelt hat und die Auslastung gestiegen ist.

Airbus A380
Airbus A380: Weniger Treibstoff, weniger Emissionen, weniger Lärm, aber mehr Sicherheit, mehr Leistung und mehr Komfort (Photo: Wikipedia)

Moderne Flugzeuge erzielen im Schnitt einen Kraftstoffverbrauch von drei Liter pro 100 Passagierkilometer.

Die Maschinen der nächsten Generation – Airbus A380, Airbus A 320 neo und Boeing –  kommen sogar unter die 3-Liter-Grenze und sind damit effizienter als jeder auf dem Markt neue Kleinwagen.

Die Luftfahrt ist stolz auf die hohe Auslastung ihrer Sitzkapazitäten von mehr als 75 Prozent, während die Auslastung im Schienenverkehr 40 bis 50 Prozent und im Straßenverkehr 30 Prozent beträgt. Flugzeug- und Triebwerkhersteller investieren gegenwärtig bis zu 15 Prozent ihres Umsatzes in Forschung.

Gleichzeitig wurde der Lärmpegel reduziert. Die heutigen Flugzeuge sind um 50 Prozent leiser als vor zehn Jahren, die Lärmentwicklung neuer Luftfahrzeuge ist um 20 Dezibel geringer als die vergleichbarer Modelle vor 40 Jahren. Und bis 2020 wird eine weitere Lärmminderung um 50 Prozent angepeilt.

Der Ausstoß von Stickoxiden – entscheidend für die lokale Luftqualität – konnte seit 1991 um 50 Prozent verringert werden. Die Luftqualität in Flughafenbereichen wird bis 2020 durch um 80 Prozent verminderte NOx-Emissionen verbessert.

Der Luftverkehr verursacht derzeit zwei Prozent der weltweiten Carbon Dioxid-Emissionen (CO2). Die Luftfahrt hat einen Anteil von 12 Prozent an den CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel des Globus – verglichen mit einem 74-prozentigen Anteil des Straßenverkehrs.

Der europäische Luftverkehr produziert 0,5 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Etwa 80 Prozent der Emissionen des Luftverkehrs stammen von Flügen auf Strecken von mehr als 1.500 km, für die es keine Alternative gibt.

Die Luftfahrtindustrie hat sich verpflichtet, bis 2020 jeweils 1,5 Prozent jährlich des globalen Ausstoßes zu reduzieren und bis 2050 die Emissionen auf Basis der Werte von 2005 zu halbieren.

Die Luftfahrt steht geschlossen hinter dieser Strategie zum Klimawandel. Da für die kommenden Jahrzehnte kein alternativer Antrieb für Flugzeuge in Sicht ist, bleibt die Luftfahrt vom fossilen Kerosin abhängig. Und oben am Himmel gibt es keinen Stecker, mit dem wir eventuell Energie zuführen könnten.

Werfen wir einen Blick auf den globalen Aspekt der Luftfahrt. Die IATA-Fluglinien setzten 2011 rund 598 Milliarden Dollar um, beförderten 2,8 Milliarden Passagiere und 48,2 Millionen Tonnen Güter, was einem Drittel des Wertes der Welthandelsgüter entspricht.

Weltweit gibt es 35 Millionen Landungen pro Jahr; jede Sekunde landet irgendwo ein Flugzeug; 40 Prozent der Touristen fliegen in den Urlaub; der Luftverkehr schafft global 57 Millionen Arbeitsplätze.
Derzeit steuern 2.000 Airlines etwa 3.800 Flughäfen an, 19.410 Jets sind im Einsatz.

Cockpit-Check in einer Airberlin-Maschine
Cockpit-Check in einer Airberlin-Maschine (Foto: Airberlin)

In den nächsten 20 Jahren werden 30.000 neue Flugzeuge angeschafft. Treibstoffkosten fallen 2012 bei den IATA-Airlines von mehr als 200 Milliarden Dollar an, die Margen sind gering.

Heuer werden 1,2 Milliarden mehr Menschen fliegen, aber zu welchen Preisen: Ein 22.000 Kilometer-Flug von New York nach Peking kostet rund 1.500 Dollar. Das sind 7 Cents pro Kilometer, das Taxi in New York kassiert 1,25 Dollar pro Kilometer.

Ein Viertel der 2,8 Milliarden Passagiere fliegen in, nach und aus Europa. Pro Tag gibt’s über 30.000 Flüge. Die Airlines in Europa rechnen für 2012 mit einem Verlust von 1,1 Milliarden Dollar. Die Beförderung pendelt sich global auf einen Zuwachs von fünf Prozent ein, der Ferne Osten, Brasilien und Afrika boomen, Europa stagniert, der Cargo hat negative Ergebnisse.

Die Luftverkehrswirtschaft deckt ihre Kosten größtenteils selbst und trägt mit großem finanziellen Entwicklungsaufwand dazu bei, sicheren Transport zu ermöglichen.

Die Luftfahrt zahlt überall faire Steuern. Nur in Europa errichten wir mit Emissionshandels- und Ticketsteuer ungleiche Wettbewerbshürden.

Ist unsere Umwelt mit Gibraltar und dem Schwarzen Meer begrenzt? Vor allem die Behörden und die Politik sollten auf Nachhaltigkeit achten: Wie wird das Umfeld für die europäische Luftfahrt in einigen Jahren aussehen?

Die Luftfahrt ist ein Wachstums-Motor für die Wirtschaft, sie sichert und schafft Arbeitsplätze und Wohlstand. Daher brauchen wir die enge Zusammenarbeit der Luftfahrt mit der Politik und unserer  Gesellschaft. <–––    Mario Rehulka

Prof. KR Mario Rehulka, langjähriger Vorstand der Austrian Airlines, ist Präsident des Österreichischen Luftfahrtverbandes (ÖLFV). Seit mehreren Jahren organisiert er ein internatiuonales Luftfahrtsymposium in Wien mit prominenten Experten aus der Luftverkehrswirtschaft und Luftfahrtindustrie

AirPlus geht eigene Wege in Österreich

AirPlus VISA-Corporate-Card
AirPlus VISA-Corporate-Card

Die „AirPlus“ Air Travel Card Vertriebsgesellschaft m.b.H. hat sich vom Teilbetrieb „Diners Club Cards sowie der Austrian Miles & More MasterCard“ getrennt. Dadurch kann sich AiPlus künftig noch stärker auf seine Kernkompetenzen im Business Travel Management fokussieren und das Firmenkundengeschäft in den Mittelpunkt stellen. Der abgespaltene Diners Club wird als DC Bank AG weitergeführt und ist vorrangig auf den Privatkundenbereich und das Diners Club Akzeptanzstellennetz ausgerichtet.

Durch die Aufteilung der bisherigen Gesellschaft werden auch die Eigentumsverhältnisse neu geordnet. AirPlus verbleibt nun zu jeweils 50 Prozent im Besitz von Austrian Airlines und der Lufthansa AirPlus Servicekartengesellschaft, wobei beide Unternehmen Tochtergesellschaften der Deutschen Lufthansa sind. Die UniCredit Bank Austria AG wird alleiniger Eigentümer der DC Bank AG. Die Spaltung wurde Anfang Oktober 2012 abgeschlossen und wird rückwirkend zum 1. Jänner 2012 durchgeführt.

Für Kunden von AirPlus gibt es durch die neue Struktur keine Veränderungen. Die AirPlus Firmenkunden können auch in Zukunft auf die Services und Leistungen des Unternehmens vertrauen. Die AirPlus Abrechnungssysteme Travel Account für Flugtickets und Road Account für die Lkw Maut sowie das AirPlus Visa-Kreditkartenduo stehen weiter zur Verfügung. Ebenfalls unverändert bleiben die bekannten Ansprechpartner in der Geschäftsführung, im Kundendienst und im Verkauf.

„AirPlus“ Air Travel Card Vertriebsgesellschaft m.b.H. ist ein Tochterunternehmen von Austrian Airlines sowie Lufthansa AirPlus. Das Angebot umfasst kundenspezifische Produkte im Firmenkundenbereich. Dabei konzentriert sich AirPlus auf die Vermarktung von Travel Accounts, dem Abrechungssystem von Flugtickets und von Road Accounts, dem Abrechnungssystem für die LKW-Maut.

AirPlus-Geschäftsführer Hanno Kirsch
AirPlus-Geschäftsführer Hanno Kirsch (Foto: Miguel Dieterich)
AirPlus-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Schneider (Foto: Miguel Dieterich)
AirPlus-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Schneider (Foto: Miguel Dieterich)

Abgerundet wird das umfangreichen Angebot mit VISACorporate Cards (personenbezogene Firmen-/ Privatkarten). Die „AirPlus“ Air Travel Card Vertriebsgesellschaft m.b.H. beschäftigt 21 Mitarbeiter. Als Geschäftsführer zeichnen Hr. Hanno Kirsch und Dr. Wolfgang Schneider.

Austrian Airlines vereinheitlichen Flugzeugflotte

Austrian Airlines auf dem Heimatflughafen Wien-Schwechat (Foto: Austrian/Vienna Airport)
Austrian Airlines auf dem Heimatflughafen Wien-Schwechat (Foto: Austrian/Vienna Airport)

Austrian Airlines vereinheitlichen die Flugzeugflotte: Die Vorverträge (Letter of Intent) für fünf von sieben geplanten Airbus A320 wurden nun unterzeichnet. Zwei Flugzeuge wurden im Rahmen eines Technikvertrages bereits am 10. Juli 2012 nach Wien überstellt. Die beiden Flugzeuge wurden bereits in Österreich angemeldet und haben die Registrierungen OE-LBW und OE-LBX erhalten. Der Abschluss der Vorverträge für zwei weitere Airbus A320 wird in den nächsten Wochen erfolgen.

Diese Maßnahme ist ein wesentlicher Baustein des Reformpakets von Austrian Airlines: Durch die in Zukunft homogene Flugzeugflotte auf der Mittelstrecke werden Einsparungen bei den Betriebskosten (keine doppelten Wartungs- und Ersatzteilkosten, einheitliche Ausbildung bei Piloten) erzielt und die Flugzeuge in der Netzplanung produktiver eingesetzt.

Vorbereitung auf den Einsatz für Austrian

Die Flugzeuge werden vor dem Erstflug im Rahmen eines „Transition Checks“ von der Austrian Technik überprüft. Danach werden sie einheitlich mit 168 Sitzen ausgestattet, die Außenhülle wird im typischen Austrian Design lackiert. Erst danach werden die Flugzeuge operativ in den regulären Flugbetrieb aufgenommen. Das erste Flugzeug soll aus heutiger Sicht Mitte Oktober 2012 für Austrian abheben.

Die sieben Airbus A320 sollen noch vor dem Sommerflugplan 2013 in Betrieb genommen werden. Parallel dazu wird die Boeing 737-800 Flotte schrittweise aus dem Flugbetrieb genommen. Der Verkauf der ersten vier Boeing 737 ist bereits abgeschlossen und die Flugzeuge an die neuen Eigentümer übergeben.

Austrian Airlines: Marke Lauda Air wird eingestellt

In der Austrian-Business-Class bleibt auf der Europa-Strecke der Mittelsitz immer frei (Foto: Austrian)
In der Austrian-Business-Class bleibt auf der Europa-Strecke der Mittelsitz immer frei (Foto: Austrian)

Austrian Airlines werten den Leisure Sales Bereich auf: Die beiden für diesen Bereich vorhandenen Verkaufsorganisationen Lauda Air und Austrian Airlines werden zusammengefasst. Darüber hinaus wird ein Kompetenzteam für Leisure- und Chartervermarktung etabliert.

Dieser Schritt führt zu mehr Effektivität und einem besseren Wirkungsgrad in den Märkten. Die Leitung des Kompetenzteams wird Doris Köpf (50), derzeit Managing Director Lauda Air, übernehmen. Sie wird direkt an Christina Debbah, Austrian Airlines Vice President Global Sales & Distribution, berichten. Die neue Organisation tritt mit 1. Juli 2012 in Kraft.

Austrian Airlines CCO Karsten Benz: „Wir wollen das Leisure Geschäft als integrierten Bestandteil von Austrian Airlines betreiben. Wir führen das über Jahre aufgebaute Know-how, das in unserem Unternehmen vorhanden ist, zusammen. Damit stärken wir den Leisure Bereich und bauen unsere Kundenangebote weiter aus.“

Ziel: Leisure-Kompetenz ausbauen und stärken

Das Kompetenzteam wird mit einem klaren Ziel ins Leben gerufen: Die Attraktivität und Vielfalt der Austrian Leisure Produkte soll ausgebaut werden. Im Mittelpunkt stehen das Chartergeschäft und die Themen Freizeit-, Wochenend- und Städtereisen auf nationaler und internationaler Ebene.

Es werden neue Produkte entwickelt werden, beispielsweise für den Incoming Städtetourismus aus den USA. Darüber hinaus werden über Vertriebspartner Incentive-Reisen für Unternehmen und auch Kongressreisen gezielter und umfangreicher als bisher angeboten.

Ab Sommerplan 2013 verschwindet die Marke Lauda Air
Ab Sommerplan 2013 verschwindet die Marke Lauda Air

Die Marke Lauda Air wird ab Sommerflugplan 2013 nicht mehr verwendet. National und auch international wird dann die Kraft der Marke Austrian auch im Leisure Bereich stärker genutzt werden.

Mehr Airlines-News gibt es in der neuen Ausgabe des Geschäftsreisemediums executive world.

Sturzflug in die Pleite?

Fluggesellschaften, die ihre Kosten nicht in den Griff bekomme, bleiben bald am Boden (Foto: FraportAG/Andreas Meinhardt )
Fluggesellschaften, die ihre Kosten nicht in den Griff bekomme, bleiben bald am Boden. Auch Regionalflughäfen müssen sparen, denn immer mehr Airlines verlegen ihre Starts und Landungen auf große Flughafen wie zum Beispiel auf den Airport in Frankfurt am Main  (Foto: FraportAG/Andreas Meinhardt)

Europas Fluggesellschaften trudeln. Die Wirtschaftskrise zwingt die Airlines zu drastischen Sparprogrammen. Wer sich dagegen wehrt, fliegt. Bei der AUA muss mit Peter Malanik der nächste Vorstand „im beiderseitigen Einvernehmen“ sofort den Hut nehmen. Seine Aufgaben übernimmt der Sanierer und AUA-Vorstand Jaan Albrecht. Auch 80 Piloten und 170 Flugbegleiterinnen werden Austrian Airlines verlassen.

Die globale Finanzkrise hat die Luftfahrbranche voll erwischt. Trotz mehr Umsatz rutschen die Airlines in die roten Zahlen, viele in die Insolvenz. Im letzten Jahrzehnt waren 80 Fluglinien in der EU bankrott – Spanair, Malév, Comtel Air, Cirrus Airways, Cimber Sterling und jetzt Skyways blieben am Boden. Zwei Millionen Passagiere waren von den Insolvenzen betroffen, schauten finanziell durch die Finger.

Während die einen in die Pleite schlittern, ziehen andere die Kostenbremse an, um nicht am Runway des Fiaskos zu landen. Angesichts eines Quartalsverlustes von 381 Mio. Euro baut Lufthansa künftig 3.500 Mitarbeiter ab, investiert in die Flotte, überlegt die Gründung einer Billigfluglinie, feuert Manager der defizitären Tochter AUA, fusioniert diese  mit der billiger fliegenden Tochter Tyrolean. Lufthansa-Aufsichtsrat Jürgen Weber: „Die Lage ist bedrohlich.“

Das hat auch der neue Air Berlin-CEO Hartmut Mehdorn beim Lesen der Bilanz erkannt. Deshalb hat er kürzlich bei der Edel-Airline Etihad angedockt, streicht nicht rentable Flüge, eröffnet neue Strecken und zwingt die letztes Jahr erworbene FlyNiki, beim Catering an Bord zu sparen und am Himmel langsamer zu fliegen, um Treibstoff zu sparen. Da kann Niki Lauda, der als „Non-Executive Member“ im „Board of Directors“ der Air Berlin Group sitzt, maulen so viel er will – er hat einfach wenig in Berlin zu sagen.

Für die schwere Krise der Airlines in Europa gibt’s fünf gewichtige Gründe, an denen so manche CEOs zu scheitern drohen:

  1. die steigenden Treibstoffkosten;
  2. die größer werdende Konkurrenz der Billigflieger und die Invasion der finanziell gut untergebutterten Golf-Airlines wie Emirates, Qatar Airways, Oman Air etc.;
  3. die hohen Lohnkosten fürs fliegende Personal – vor allem die Piloten der Air France (Quartalsverlust 368 Mio. Euro) und der defizitären Lufthansa-Tochter AUA (Quartalsverlust 66,7 Mio. Euro) sind die bestbezahlten in Europa;
  4. die alten Fluggeräte bzw. die oft nicht mehr zeitgemässe Bestuhlung und Ausstattung;
  5. die staatlich aufgezwungene Luftverkehrssteuer und der rigorose Emissionshandel, mit dem die EU die Fluggesellschaften zum Klimaschutz zwingen will.

Keine Frage: Die grenzenlose Freiheit am Himmel ist für die europäische Luftfahrt nur mehr eine Illusion, die Luft wird dünner und der Wettbewerb härter. Wer jetzt nicht seine Kosten reduziert, dem droht ein Sturzflug in die Pleite. Mehr Airlines-News gibt es in der neuen Ausgabe des Geschäftsreisemediums executive world. <––– Georg Karp

Austrian und Tyrolean fliegen im Duett auf Sanierungskurs

Austrian Airlines fliegt ab 1. Juli 2012 mit Tyrolean im Duett aus der Krise (Foto: Austrian)
Austrian Airlines fliegt ab 1. Juli 2012 mit Tyrolean im Duett aus der Krise (Foto: Austrian)

Der Aufsichtsrat von Austrian Airlines hat heute den geplanten Betriebsübergang des Flugbetriebes auf die Tochter Tyrolean Airways beschlossen. Aus rechtlichen Gründen kann der Termin dieses Betriebsübergangs frühestens auf den 1. Juli 2012 fallen.

Mit diesem Beschluss wurde formal der letzte Baustein des 220 Millionen Euro schweren Restrukturierungsprogramms gelegt. Ziel des Programms ist es, die größte heimische Fluggesellschaft wieder in die Gewinnzone zu bringen.

Austrian Airlines CEO Jaan Albrecht: „Wir haben heute eine Entscheidung getroffen, die Austrian Airlines von strukturellen Altlasten befreit. Sie gibt uns zudem eine Zukunftsperspektive in der Luftfahrt, weil wir wettbewerbsfähiger aufgestellt sein werden.“

Für den Kunden wird sich durch den Betriebsübergang nichts ändern: Austrian Airlines bleibt Austrian Airlines – mit einer Flugzeugflotte von 77 Flugzeugen, die 130 Destinationen weltweit anfliegt.

Für die Mitarbeiter des Austrian Airlines Flugbetriebs, das sind 600 Piloten und 1.500 Flugbegleiter, ändert sich in punkto Arbeitsumgebung und Gehalt nichts. Denn die Einsparungen werden durch die abgeflachten Gehaltsanstiege erzielt.

Albrecht: „Unsere Boeing 777 wird auch morgen nach New York und Peking fliegen. Und am liebsten wäre mir, wenn sie mit denselben Crews dorthin fliegt. Denn es sind professionelle, kompetente und engagierte Crews.“

Gemeinsamer Flugbetrieb von Austrian Airlines und Tyrolean

In einem nächsten Schritt wird der Austrian Flugbetrieb bei Tyrolean integriert werden. Dafür wurde bereits im März eine mit Experten und Führungskräften von beiden Gesellschaften Projektorganisation gebildet.

Ziel der Arbeitsgruppen ist es, bis Jahresende einen gemeinsamen Flugbetrieb ohne Doppelgleisigkeiten zu organisieren. Beide Standorte, Wien und Innsbruck, sind in jedem Fall Teil des Zukunftskonzepts.

Das Arbeitsprogramm:

Personal: Im Arbeitspaket „Modernisierung der Kollektivverträge“ konnte mit dem Betriebsrat Boden und der Gewerkschaft GPA eine Einigung erzielt werden. Teil dieser Einigung ist eine Null-Lohnrunde für 2013 und eine Verständigung über den Ausstieg aus dem bestehenden Pensionskassenmodell.

Mit dem Betriebsrat Bord wurden bis zur letzten Minute intensive Gespräche geführt, aber keine Einigung erzielt. Deshalb wird nun der Betriebsübergang zur Tochter Tyrolean realisiert. Mit dem Kostenniveau von Tyrolean besitzen Austrian Airlines ein zukunfts- und wettbewerbsfähiges Fundament für die weitere Entwicklung.

Streckennetz und Flottenharmonisierung: Ein neuer Flugplan mit strategischer Ausrichtung auf unseren Heimatmarkt Österreich und auf starke Ostmärkte wurde entwickelt. Die Ausflottung von elf Mittelstreckenflugzeugen des Typs Boeing 737 und die Einflottung von sieben Airbus A320 sind im Gange.

Wesentlich ist hierbei, dass passende Flugzeuge erworben werden, die notwendige technische Anforderungen wie Anpassungen an Triebwerk oder Kabine so kostenschonend wie möglich halten. Mit der Umschulung der Piloten wurde schon im März gestartet. Diese wird abhängig vom Zeitpunkt der sukzessiven Flotten-harmonisierung zeitlich flexibel angepasst. Im „Umschulungspool“ befinden sich Piloten der Boeing B737 und Copiloten der Fokker Flotte.

Standort: Mit dem Flughafen Wien wurde eine Vereinbarung zur Absicherung der gemeinsamen Zukunft und Stärkung des Transferverkehrs und der Langstreckenentwicklung unterschrieben. Insgesamt sollen so der Hub Wien und das Langstreckenangebot am Standort weiter ausgebaut werden.

Mit dem neuen Austrian Star Alliance Terminal, der im Juni 2012 in Betrieb gehen wird, wurden dafür gute Voraussetzungen geschaffen. Auch im Bereich Handling wurden Einsparungspotenziale identifiziert und die Rahmenbedingungen für eine längerfristige Vereinbarung definiert.

Kosten & Erlöse: Viele der Geschäftspartner und Lieferanten wollen sich am Zukunftskonzept von Austrian Airlines beteiligen und unterstützen mit der Anpassung von Konditionen. Mit einer Verlängerung von Verträgen und günstigeren Einkaufsbedingungen konnten mit mehr als 60 Lieferanten substantielle Beiträge in Millionenhöhe gestemmt werden. Auf der Erlösseite ist u.a. der Ausbau des Firmenkundengeschäfts über Verbund- und Star Alliance-Partner in Umsetzung.