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Klimawandel: Schützen Bäume vor Hunger?

Abgeholzte Wälder, ausgetrocknete Flüsse, Äcker ohne fruchtbare Erde: Der Klimawandel wirkt sich auf die Lebensbedingungen aller Menschen aus. „Die Veränderungen in der Natur haben aber besonders in Entwicklungsländern dramatische Folgen. Denn dort leben mehr als drei Viertel der Bevölkerung direkt von der Land- und Forstwirtschaft. Ist die Ernte zerstört oder der Boden ausgelaugt, wird das für einen Bauern in Burkina Faso zur Überlebensfrage“, sagt Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

2013 wickelte die ADA Programme und Projekte in der Höhe von 111 Millionen Euro ab. Mit mehr als 42 Millionen Euro kam ein Drittel des Budgets dem Schutz der Umwelt oder der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen zugute.

Aufforstung lässt Fische leben

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft etwa regionale Behörden und Ministerien in Burkina Faso beim Umweltschutz und in der Katastrophenprävention.

In einem 3 Millionen Euro-Programm werden Umweltdaten gesammelt und die notwendigen ExpertInnen ausgebildet, damit Gefahren wie Überschwemmungen oder Erosion zeitgerecht erkannt werden. Regnet es rund um den See „Dem“ stark, wird fruchtbare Erde von den Feldern geschwemmt.

Nach Beratung durch ExpertInnen beschlossen die Dorfvorsteher der betroffenen Gemeinden, Bäume und Sträucher zu pflanzen, um das zu verhindern. Diese vorbeugende Maßnahme sichert die Ernte und den Fischbestand im See, weil die Erde auf dem Feld bleibt und das Gewässer nicht verschlammt wird.

Klimaschutz sichert Überleben in Entwicklungsländern

„Fast 30 Millionen Euro der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit flossen 2013 in Klimaschutzprojekte. Das ist der mit Abstand höchste Wert seit der Gründung der ADA vor zehn Jahren“, freut sich ADA-Chef Martin Ledolter.

Darüber hinaus setzte die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit umweltrelevante Programme für das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (7,6 Millionen Euro), den OPEC Fond für Internationale Entwicklung (400.000 Euro) und die Europäische Union (35 Millionen Euro) um.

„Wir müssen beim Klima- und Umweltschutz alle an einem Strang ziehen, damit möglichst viele Menschen auch in Zukunft genug Nahrung, Wasser und Energie haben“, betont im Vorfeld des Weltumwelttags (5. Juni).

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