Piloten werden eingespart: Wer soll die Eurofighter fliegen?

Der Ankauf der Eurofighter für das österreichische Bundesheer wird immer mehr zu einem politischen Debakel für die Regierung. Weil angesichts der dramatischen Staatsverschuldung, des größer werdenden Budgetlochs und der Hypo-Alpe-Adria-Pleite noch mehr gespart werden muss, stehen für die 15 Eurofighter nur noch zwölf Piloten zur Verfügung.

Seit Ende April sind statt vorher 18 nur noch zwölf Eurofighter-Piloten im Einsatz. Das habe finanzielle Gründe, so ein Sprecher von SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug: Die Flugstunden mussten reduziert werden, gleichzeitig müssen Piloten aber ein Minimum an Flugstunden absolvieren. Ergo musste die Zahl der Piloten reduziert werden.

Laut Verteidigungsministerium habe die Reduktion der Eurofighter-Piloten keine Auswirkungen auf die Sicherheit. Die betroffenen Piloten werde beim Heer als Simulator-Trainer beschäftigt.

Gespart wird auch bei den Fahrzeugen. „Wir haben eine Mobilitätskrise“, sagte Streitkräftekommandant Franz Reißner in den „SN“. „Das möchte ich gar nicht beschönigen. Im Fahrzeugbereich fallen jetzt die Einsparungen und die Altlasten zusammen.“ Man könne das aber durch Umverteilung und Zuweisungen auffangen.

Am Ende des Tages stellt sich daher die Frage: Warum werden die ohnehin öfter am Boden stehenden Eurofighter nicht verkauft und dafür lieber Hubschrauber angeschafft? Warum braucht ein EU-Alpenland schwere Panzer, wenn geländegängige Leichtfahrzeuge für Katastropheneinsätze besser wären? Und schließlich stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit des Bundesheeres, das sowieso militärisch nicht in der Lage wäre, Österreich in einem Kriegsfall (Wer sollte uns schon angreifen?) zu verteidigen. Wäre es also nicht besser, das Heer aufzulösen und einen umfassenden Katastrophenschutz zu errichten?

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