Umfrage. Österreicher lieben ihre Haustiere

Österreicher lieben ihre Haustiere
Ein Herz für Tier haben die Österreicher. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage (Foto: Bibi Karp)

Wenn Sie beim Lesen dieser Zeilen Ihre Katze oder Ihren Hund streicheln, dann sind Sie nicht allein: 4 von 10 befragte Österreicher teilen ihr Leben nämlich auch mit mindestens einem Haustier. 17% haben sogar mehrere Haustiere. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Linzer Marktforschungsinstituts Spectra.

Die bevorzugten tierischen Begleiter der Österreicher bewegen sich auf vier Pfoten, wobei Katzen sogar noch beliebter und verbreiteter als Hunde sind. Das Verhältnis und die Einstellung zum eigenen Haustier sowie die bemerkenswerten finanziellen Ausgaben spiegeln den hohen Stellenwert von Haustieren in Österreich wider.

Die Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe zeigen, dass 22% der Österreicher ein Haustier und weitere 17% sogar mehrere Haustiere besitzen. Generell gilt, dass es etwas mehr weibliche als männliche Haustierbesitzer gibt und dass der Anteil der Haustierhalter in ländlichen Gebieten (erwartungsgemäß) höher ist als in Städten. Tierfreunde mit mehr als einem Haustier sind tendenziell eher jünger und daher auch etwas kaufkraftschwächer.

Schnurrliburli erfreut sich großer Beliebtheit
Schnurrliburli erfreut sich bei den Österreichern großer Beliebtheit (Foto: Bibi Karp)

Die Katze ist das beliebteste Haustier der Österreicher (63% der Haustierhalter haben eine Katze) und erst mit einigem Abstand folgt der „treuste Freund des Menschen“, der Hund, mit 42%. Eine deutlich kleinere „Fangemeinde“ haben Nage- und Kleinsäugetiere (13%), Fische in Aquarien (9%), Reptilien (4%) und Vögel (3%).

Während sich Katzen über alle Altersgruppen hinweg großer Beliebtheit erfreuen, stehen Hunde insbesondere bei den Unter-30-Jährigen hoch im Kurs. Reptilien begeistern ebenso vornehmlich junge Personen, während das Interesse an Nage- und Kleinsäugetieren etwas breiter ist und erst in der Altersgruppe 50+ deutlich nachlässt.

Was aber schätzen und lieben Tierfreunde an ihren Haustieren? Und berichten sie auch Negatives? Mittels Faktorenanalyse konnten die von den Befragten bewerteten Aussagen über Haustiere zu verschiedenen Gruppen (Faktoren) zusammengefasst werden. Die Gruppen sind natürlich nicht überschneidungsfrei und die Tierhalter weisen durchaus hybride Einstellungen auf, trotzdem werden klare Muster deutlich.

Am größten ist die Zustimmung zu Aussagen, die Haustiere als „Freund und Partner“ charakterisieren und auf eine starke emotionale Bindung hindeuten. Knapp 80% der Befragten stimmen (im Durchschnitt) den Aussagen zu, die diesen Faktor bilden.

Der beste Freund des Menschen ist ein Hund
Der beste Freund des Menschen ist der Hund (Foto: Georg Karp)

Diese Tierhalter nehmen Haustiere als Bereicherung des Lebens wahr, als guten Freund, als Tröster in Krisenzeiten und als Ausgleich zum Alltag. Die emotionale Bindung zum Tier ist stark und ein Verlust wäre ein schwerer Schlag. Die Überzeugung, das „Haustier zählt als vollwertiges Familienmitglied“ äußern 65% (!) der befragten Haustierhalter.

Dementsprechend wird das eigene Haustier auch behandelt und erhält beispielsweise Geschenke zu besonderen Anlässen (29%) oder wird mit in den Urlaub genommen (17%). Für einen erheblichen Teil dieser Menschen (39%) wäre der Tod des Haustieres „wie der Tod eines Familienmitglieds“.

Für einen Teil der Befragten (in erster Linie Hundehalter) ist das Haustier ein Freizeitgefährte / ein Fitnessfaktor bzw. ein Beschützer („gibt mir ein Gefühl der Sicherheit“), andere betonen eher Umsicht und Pflege und ein gutes Drittel der Tierhalter hat einen pragmatischen Zugang und sieht das Haustier beispielsweise als geeigneten Spielgefährten für die Kinder, für das es im Todesfall aber schnell Ersatz geben würde.

Trotz der hohen Wertschätzung, die die meisten Haustierhalter ihren Tieren entgegen bringen, haben fast die Hälfte auch (immer wieder) „gemischte Gefühle“. Haustiere zu haben könne mitunter auch stressig sein, nehme viel Zeit in Anspruch und manchmal nerve es sogar, sich um das Haustier kümmern zu müssen. Besonders unter Hundebesitzern tritt diese Ambivalenz deutlich hervor. Tierliebhabern steht mittlerweile ein vielfältiges Versorgungsangebot für Haustiere zur Verfügung.

An Position eins der genutzten Angebote steht die artgerechte Tiernahrung aus Fachhandel oder Supermarkt. 70% der Haustierhalter kaufen regelmäßig artgerechte Tiernahrung im Handel. Weitere 15% tun dies zumindest ab und zu.

Was das Thema Fütterung betrifft, gehen viele Haustierhalter sogar noch einen Schritt weiter: 35% verwenden zumindest gelegentlich rein biologische Tiernahrung und ein ebenso großer Teil hat schon eine Fütterungsberatung beim Tierarzt in Anspruch genommen. Der Besuch beim Tierarzt, entweder für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen oder für Behandlungen bei akuten Erkrankungen oder Verletzungen, ist für die meisten Haustierhalter (rund 80%) ebenfalls selbstverständlich.

Spiel mit mir
Was Österreicher ihren vierbeinigen Lieblingen so alles zum Spielen kaufen (Foto: BiKa)

Spezielles Tierspielzeug wird von 66% gekauft. Mit Nutzerkreisen von 5%-10% noch als Nischenangebote gelten Tierfriseure, Tierkleidung, Tier-Fitnesstraining und Massagen für Haustiere. Immerhin: Eine Beerdigung auf dem Tierfriedhof oder Einäscherung haben bereits 3% der befragten Haustierhalter genutzt, weitere 11% ziehen ein derartiges Angebot zumindest in Betracht.

Im demografischen Aufriss fällt auf, dass viele Versorgungsangebote insbesondere von älteren Personen genutzt werden. Zutreffend ist dies auch auf neuere Trends, wie diätetische Tiernahrung, Fitnesstrainings und Massagen.

Bei der Frage nach den monatlichen Ausgaben für Haustiere wird deutlich, dass die Haltung eines Haustieres auch mit beträchtlichen Kosten verbunden ist. Nimmt man den Median als Orientierung (in diesem Fall wohl der zielsichere Wert, weil er Extreme abschwächt), geben Haustierhalter im Schnitt 50 Euro pro Monat für ihr(e) Haustier(e) aus.

Fazit: Ein Haustier ist ein ständiger Begleiter, Spielgefährte, Freund, Partner und Familienmitglied vieler Menschen. Die emotionale Bindung an das Tier reicht oft tief, auch wenn man einräumt, dass ein Haustier auch Verantwortung und (teilweise lästige) Pflichten mit sich bringt.

Die Tierliebe lassen sich die Österreicher einiges kosten. Das Angebot ist vielfältig wie nie, auch wenn neue Trends wie Gesundheits-, Beauty- und Pflegesalons für Haustiere in Österreich noch wenig verbreitet sind. Aber: Schenkt man den internationalen Trends Glauben, so ist in den nächsten Jahren mit einer Ausweitung des Angebots für Haustiere und deren Halter zu rechnen. Insbesondere Luxus und Verwöhnangebote sind international auf dem Vormarsch.

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