Istanbul. Museum der Unschuld

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Istanbul, die Brückenstadt am Bosporus, verbindet Europa mit Kleinasien

Ein Museum wie kein zweites auf der Welt: Das letztes Jahr eröffnete „Museum der Unschuld“ des türkischen Nobelpreisträgers Orhan Pamuk ist ein Must für jeden belesenen Istanbul-Besucher. Denn es präsentiert Gegenstände der türkischen Alltagskultur, die in Pamuks gleichnamigen Liebesroman eine wichtige Rolle spielen und die der Autor selbst gesammelt hat.

„Die Macht der Dinge liegt in den Erinnerungen, die sie aufbewahren, und auch im Unsteten unserer Phantasie und unseres Gedächtnisses.“ (Orhan Pamuk, Die Unschuld der Dinge)

Pamuk Museum der Unschuld
Orhan Pamuk: Die Unschuld der Dinge (Foto: Hanser)

Diese einzigartigen Objekte beschreibt Pamuk in seinem Buch „Die Unschuld der Dinge“ (Hanser): Durch alte Postkarten und schrille Filmplakate und in Hunderten von hinreißenden Fotografien und skurrilen Gegenstände entsteht das geliebte Istanbul seiner Jugend, das in der brummenden Metropole von heute aufgegangen ist.

Nichts ist dem obsessiven Sammler und Literaturnobelpreisträger Pamuk zu klein oder zu unbedeutend, dass er es nich als Beleg und als Andenken aufgehoben hat.

So entsteht – von der Zigsarrenkippe bis zur Eintrittskarte – ein Museum, wie es keines voher gegeben hat. Alle, die in die aufregende Stadt zwischen Europa und Orient reisen, sollten dieses Vademecum dabeihaben: Denn schöner und hingebungsvoller kann eine Stadt der Kontraste und Kulturen nicht gezeigt werden.

Орхан Памук в Пушкинском Доме
Schritsteller Orhan Pamuk (Foto: Wikipedia)

Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, studierte Architektur und Journalismus. Für seine Werke erhielt er u.?a. 2003 den Impac-Preis, 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2006 den Nobelpreis für Literatur.

Auf Deutsch erschienen die Romane Das schwarze Buch (1995), Das neue Leben (1998), Rot ist mein Name (2001), Schnee (2005), Die weiße Festung (Neuausgabe 2005), Das Museum der Unschuld (2008), Das stille Haus (2009) und Cevdet und seine Söhne (2011); außerdem die Essaybände Der Blick aus meinem Fenster und Der Koffer meines Vaters (2010) und das Erinnerungsbuch Istanbul (2006).

Der Besuch des Museums der Unschuld ist sicher ein besonderes Highlight jeder Istanbulreise. Ein Spaziergang durch das Studentenviertel Kadiköy, ein Bummel durch das Pamuk-Viertel Cihangir und ein Besuch im Kunstmuseum Istanbul Modern sollten neben den „Klassikern“  Blaue Moschee, Topkapi-Palast und Bosporusfahrt auf jedem Sightseeing-Programm am Bosporus stehen.

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