Die EU-Dominosteine wackeln

Europäische Union
Steht die EU vor einem Schulden-Tsunami? (Foto: Flickr)

Die US-Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Portugals gleich um vier Stufen heruntergestuft – auf Ramsch. Der Grund: Die Wahrscheinlichkeit für ein zweites Hilfspaket sei gestiegen, gab Moody’s gestern in New York bekannt. Und es gebe Bedenken, dass Portugal nicht in der Lage sein werde, die mit der EU und dem IWF vereinbarten Defizitziele zu erreichen.

Portugal stehe vor Herausforderungen bei der Kürzung der Staatsausgaben, den Hilfen für das Finanzsystem sowie einer Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. Die Ratingagentur Moody’s senkte die Bonität von „Baa1“ auf „Ba2“ mit negativem Ausblick. Auf den Finanzmärkten reagierten Händler mit Euro-Verkäufen: Die Gemeinschaftswährung baute ihre Verluste gegenüber dem Dollar aus. Der Euro wird wieder immer weniger wert.

Nach Griechenland droht nun auch Portugal in den Staatsbankrott zu schlittern. Für die EU-Steuerzahler bedeutet das, erneut Milliardenkredite auf Nimmer-Wiedersehen zu „borgen“. Und was ist mit Spanien und Italien? Was mit Irland? Auch diesen schwer verschuldeten EU-Mitgliedesländern droht ein Kollaps – wenn Brüssel nicht wieder die Euro-Druckmaschine anwirft.

Es wird immer offensichtlicher: Die nächste globale Wirtschafts- und Finanzkrise ist vorprogrammiert. Der Schulden-Tsunami droht die Wirtschaftskraft der europäischen Gemeinschaft zu sprengen. Die EU-Dominosteine  wackeln. Stehen der Euro und die EU auf der Kippe?
GeKa

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Ein Gedanke zu “Die EU-Dominosteine wackeln

  1. Die „bösen Rating-Agenturen“

    Ein „Spitzenpolitiker“ in einer kapitalistisch pervertierten Marktwirtschaft (Zinsgeld-Ökonomie), der sich über die „bösen Rating-Agenturen“ beschwert, gleicht einem Autofahrer, der die „böse Tankanzeige“ dafür verantwortlich macht, dass sein Benzinvorrat zur Neige geht. Der „Benzinvorrat“ ist das „Vertrauen der Anleger“, und ein „Spitzenpolitiker“ hat im Grunde nichts anderes zu tun, als dieses zu erhalten, damit nicht das passiert, was der „Jahrhundertökonom“ Sir John Maynard Keynes als „Liquiditätsfalle“ beschrieb: der irreversible Zusammenbruch des Geldkreislaufs und damit der gesamten Volkswirtschaft.

    Dass es in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) keine wie auch immer geartete Finanz- oder Wirtschaftspolitik gibt, um eine Liquiditätsfalle generell zu verhindern, solange unsere seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung so ist, wie sie noch ist, weiß der „Spitzenpolitiker“ nicht, denn das hatte Prof. Dr. J. M. Keynes von ehrwürdigen University of Cambridge wohlweißlich verschwiegen, um seine „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“ verkaufen zu können. Keinem anderen Wirtschaftsexperten ist es je gelungen, die hohe Politik so gut zu beschäftigen.

    Weil aber der „Spitzenpolitiker“ schon erahnt, dass die einzig denkbare Lösung des Problems, die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), alles, was wir heute als „hohe Politik“ bezeichnen, überflüssig macht, bleibt ihm vorläufig nichts anderes übrig, als über die „bösen Rating-Agenturen“ zu schimpfen. Doch verglichen mit den Flüchen, die unsere „liebe Priesterschaft“ von sich gibt, wenn man sie zurück ins Paradies befördern will, ist das Gezeter der Politiker natürlich nur ein laues Lüftchen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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